(c) Leko

Holz, so die Mission, soll zum Maß der Dinge werden, auch und vor allem in Städten. Dazu haben Gründer Francois Cordier und sein Team eine patentierte Technologie entwickelt. Die Crossing Wood Technology (CWT) macht aus Laubholz mitteleuropäischer Provenienz einen ökoeffizienten Baustoff für den urbanen Raum.

Worauf baut LEKOLABS auf?

Auf Laubholz. Denn Laubholz macht in unseren Breitengraden rund 2/3 der Holzvorkommen aus, wird aber bislang beim Hausbau nicht verwendet. Stattdessen geht es überwiegend – allen Prinzipien der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft widersprechend – in Containern als Brennholz nach China. Francois Cordier dazu: „Holzhäuser werden bislang aus Nadelholz hergestellt, das hierzu wiederum importiert werden muss. Dabei liegt bei uns das Laubholz auf dem Boden. Wir setzen diesem Wahnsinn ein Ende.“

Was ist das Neue daran?

Der Herstellungsprozess – und die daraus resultierenden Vorteile. Die Crossing Wood Technologie (CWT) ist das Resultat eines sechsjährigen Entwicklungsprozesses. Francois Cordier: „CWT ist die Basis unserer disruptiven Technologie, sie macht Laubholz erst für den Häuserbau verwendbar. Wir haben aber bei weitem nicht nur aus der Not eine ökologische Tugend gemacht, sondern auch Mehrwert geschaffen, der sich auszahlt: Die Wände sind deutlich dünner und dabei viel stabiler als herkömmliche Holzhauswände. Das Resultat: Mehr Fläche und höhere Gebäude. Und weil wir statt Klebstoff Schrauben verwenden, sind wir auch ökologisch ganz weit vorn.“

Wie funktioniert das konkret?

Ein wenig nach dem Lego-Prinzip – daher auch der Name: Die Komponenten werden verkeilt, woraus sich auch all die genannten Vorteile ergeben. Mit diesem Angebot konkurriert LEKOLABS dann auch ganz bewusst nicht mit Herstellern von traditionellen Holzhäusern, sondern mit den Verfechtern von Stein und Beton. Francois Cordier: „Wir stellen keine schlüsselfertigen Chalets her, sondern Komponenten fürs urbane Bauen. Diese werden in der Regel für bereits skizzierte Projekte gefertigt, weshalb auch Architekten und Bauträger unsere wichtigsten Partner sind.“

Was hat LEKO in Luxemburg vor?

Das allererste LEKOLABS-Haus wird gerade in Sandweiler errichtet; gefertigt werden die Komponenten in Foetz. Dieses Prinzip der Vor-Ort-Produktion wird Leko nun systematisch als Konzept exportieren, u.a. nach Deutschland, Belgien, Italien und in die Niederlande: „Das höhere Raumangebot ist überall dort ein Argument, wo der Flächenpreis hoch ist, also in zahlreichen Ballungsgebieten quer durch Europa. Dort können unsere Komponenten z.B. auch für Bürohäuser oder Hotels verwendet werden. Wir bilden sozusagen das individuelle urbane Gegenkonzept zum konfektionierten Blockhaus im Wald. Dazu suchen wir Partner, denen wir zudem einen industriellen High-End-Ansatz bieten können: Mit der Universität Luxemburg arbeiten wir an der Produktion 4.0.“   

Autor: Sven Hauser
Video: Lekolabs

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Leko auf einen Blick

Gegründet von Francois Cordier, hat LEKOLABS seine Ursprünge in den waldreichen Vogesen, wo auch weitestgehend die mittlerweile patentierte disruptive CWT entwickelt wurde, die nun von Luxemburg aus die Welt erobern soll. Hierzu setzt LEKO auch auf entsprechende Innovations-Cluster vor Ort. Das Ziel lautet, hierzulande eine industrialisierte Produktion zu entwickeln, die Holzhäuser zur führenden Wohnform der Zukunft macht – und diese rund um den Globus zu vermarkten.

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