Realab

Stress, im schlimmsten Falle Burnouts, sind ein ganz reales Problem. Das bedeutet aber nicht, dass dieses nur in der „echten Welt“ gelöst werden könnte. Seriöse Therapie-Ansätze gibt es mittlerweile viele, und möglicherweise kommt bald ein weiterer hinzu. Zumindest arbeiten das in Luxemburg-Stadt ansässige Start-up Realab (realab.lu) und das RBS – Center fir Altersfroen (rbs.lu) derzeit an einer gemeinsamen Lösung, welche herkömmliche Hypnose mit den Möglichkeiten der virtuellen Realität verbindet.

Wie funktioniert  die Virtual-Reality-Hypnose?   

reVResh, wie das Konzept heißt, folgt generell den Prinzipien der klassischen Hypnose mit einem Therapeuten – und geht auch in denselben Schritten vor. Es nutzt eben nur neueste VR-Technologie: Über Headsets werden dreidimensionale Bilder und Klänge erzeugt, mit denen virtuell eine realistisch wirkende Umgebung geschaffen wird. Je nach Therapieziel kann ein sicherer Ort für Gespräche geschaffen, ein relaxter Strandspaziergang inszeniert oder eine bis dato angstbehaftete Situation entspannt erlebt werden. Der Ausgangseffekt ist dabei derselbe: Beim Eintritt in die dreidimensionale virtuelle Welt wird die Wahrnehmung der realen Welt vorübergehend blockiert. Der so erzielte Trancezustand erweitert den Raum für alternative Erlebens- und Erfahrungsweisen.

Was ist das mittelfristige Ziel der Therapie? 

Bislang ist die VR-Hypnose noch wenig erforscht, weshalb auch mit Fug und Recht von einer Innovation gesprochen werden kann. Eine die das Ziel verfolgt, Menschen ein gesünderes Leben zu erlauben. Dr. Martine Hoffmann, Forschungsleiterin, RBS: „Wir sind gerade dabei, Tests zur Stressbehandlung durchzuführen. Denn gerade Stress ist ein Thema unserer Zeit, sowohl im Berufsleben als auch im Privatbereich. Die Digitalisierung sollte uns eigentlich helfen, „Zeit“ zu gewinnen. Doch anstatt diese Zeit zur Entspannung zu nutzen, packen wir noch mehr Aktivitäten in den Terminkalender hinein. Mit reVResh wollen wir schon bald eine neue Technologie zur gezielten Entschleunigung an der Hand haben – und die Krankheit Stress und ihre Symptome ‚modern’ bekämpfen.“

Wie kann VR-Hypnose eingesetzt werden? 

Die angesprochenen Tests machen Hoffnung, dass VR-Hypnose in absehbarer Zeit eine Alternative zu klassischer Hypnose darstellen könnte. Sollte dies der Fall sein, ergibt sich daraus aus Meinung von Realab-CEO Jerry Wagner ein großes Marktpotential: „Außer bei Individual-Therapien ist VR-Hypnose auch für die Stressbewältigung in Firmen interessant, wo Burnouts ja ein aktuelles Thema sind. Und da ja die ständige Begleitung durch einen Psychologen entfällt, kann der jeweilige Patient die Therapie selbständig in den eigenen vier Wänden anwenden.“

Autor: Sven Hauser

Foto: Realab

Infobox

Realab auf einen Blick

Das in Luxemburg-Stadt ansässige Start-up Realab wurde 2015 gegründet und war anfangs auf die Schaffung neuartiger VR-Szenarien für die Filmindustrie spezialisiert. Mehr und mehr erkannte man jedoch das Potenzial im Bereich der Hypnose, so dass dann im Jahr 2017 eine Umorientierung erfolgte, die durch die Zusammenarbeit mit dem RBS zu einer alternativen Therapieform führen soll.

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