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Anne Grünewald ist seit 2015 FNR ATTRACT Fellow am Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) der Universität Luxemburg.

Die Neurowissenschaftlerin und außerordentliche Professorin Anne Grünewald ist seit 2015 FNR ATTRACT Fellow am Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) der Universität Luxemburg, wo sie eine Forschergruppe für funktionelle Neurobiologie leitet.

Was passiert im Körper von Parkinson-Patienten?

Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der Nervenzellen im Mittelhirn absterben. Parkinson-Patienten leiden unter Bewegungsstörungen wie Muskelzittern und Gangunsicherheit und haben eine verkürzte Lebenserwartung. Anne Grünewald erforscht, wie die Mitochondrien, die ‚Kraftwerke der Zelle‘ an diesem Prozess beteiligt sind. Eine Schädigung der Mitochondrien konnte bei allen neurodegenerativen Erkrankungen festgestellt werden. Es ist bislang aber noch unklar, warum an bestimmten Stellen Funktionsstörungen auftreten und an anderen nicht.

Gewebe von verstorbenen Patienten soll Erkenntnisse bringen

„Die Möglichkeit, diese Fragen mit den High-End-Technologien hier vor Ort untersuchen zu können, ist für mich sehr zufriedenstellend“, sagt Anne Grünewald. „Ich bin, wo ich immer sein wollte. An einem Ort mit hervorragender Forschungsinfrastruktur und der Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch“. Für ihre Forschung untersuchen Grünewald und ihr Team einzelne Zellen verstorbener Patienten. Die Post-Mortem-Analyse liefert Erkenntnisse über den Zustand der Nervenzellen zum Zeitpunkt, an dem der Patient verstorben ist.

Personalisierte Therapien entwickeln mit Hilfe von Immunfloureszenz

Um auch die Genese der Störung besser zu verstehen, nutzen die Forscher Hautzellen, die lebenden Patienten entnommen wurden. Diese Hautzellen werden in einer Petrischale gezüchtet und neu programmiert, so dass sie zu Nervenzellen heranwachsen. An diesen Zellkulturen können dann Wirkstoffe erprobt werden und idealerweise personalisierte Therapien entwickelt werden. „Nervenzellen haben mich schon immer fasziniert“, so Anne Grünewald. In ihrem Büro hängt ein Bild eines neuronalen Netzwerkes (ein Geflecht aus Nervenzellen im Gehirn (Neuronen)), das mithilfe von lmmunfloureszenz, dem Einsatz von fluoreszierenden Farbstoffen, sichtbar gemacht wurde. Vor dunklem Hintergrund sind fluoreszierende Punkte zu sehen, die in vielen Schichten mit ebenfalls fluoreszierenden Linien verbunden sind.

Im Video ist zu sehen, wie Anne Grünewald neuronale Strukturen am Computer mithilfe von lmmunfluoreszenz sichtbar werden lässt.

Das Geheimnis der sporadischen Erkrankung lüften

Es gibt ein genetisch bedingtes Risiko, an Parkinson zu erkranken. Wenn Parkinson in der Familie aufgetreten ist, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass auch Nachkommen betroffen sind. Die weitaus meisten Fälle der Parkinson-Erkrankungen sind allerdings sporadisch. Das bedeutet, dass die Faktoren, die zum Ausbruch der Erkrankung führen, nicht eindeutig identifizierbar sind. Und das macht die Entwicklung von Therapien schwierig. Anne Grünewald und ihr Team wollen dazu beitragen, besser zu verstehen, ob die vielen Faktoren, die mit Parkinson in Verbindung gebracht werden, auf eine Ursache zurückzuführen sind. Und ob diese Ursache in der Fehlfunktion der Mitochondrien liegt.

Mehr zu Anne Grünewald und seiner Arbeit findest Du hier: FNR ATTRACT Fellows – the people behind the science: Anne Grünewald

Das ATTRACT Förderprogramm

Mit dem Förderprogramm ATTRACT unterstützt der Fonds National de la Recherche (FNR) Nachwuchswissenschaftler mit bis zu 2 Millionen über einen Zeitraum von 5 Jahren. Mit ATTRACT sollen internationale Forscherpersönlichkeiten angezogen werden, die prospektiv in ihrem Forschungsbereich eine führende Rolle übernehmen werden. ATTRACT Fellows können an einer Forschungsinstitution Luxemburg ihr eigenes Forschungsteam aufbauen.

Zur Person

Anne Grünewald ist außerordentliche Professorin am Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) der Universität Luxemburg. Sie hat an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena Biotechnologie studiert und ihren Master am European Neuroscience Institute Göttingen eingereicht. Ihre Dissertation hat Anne Grünewald an der Universität zu Lübeck am Institut für Neurogenetik angefertigt. Bevor Anne Grünewald 2015 als FNR ATTRACT Fellow ans LCSB kam, hat sie an internationalen Forschungseinrichtungen gearbeitet, beispielsweise am University College London, an der University of Sydney und an der Newcastle University.

Autor: scienceRELATIONS

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