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Motivierte Mitarbeiter sind für Unternehmen ein Gewinn. Das Forschungsinstitut LISER hat untersucht, wie bestimmte Faktoren diese Motivation beeinflussen.

Vergleicht man einen modernen Arbeitsplatz von heute mit dem von vor 20, 25 Jahren, so liegen dazwischen Welten. Durch die stetig steigende Digitalisierung hat sich alles verändert. Dort, wo früher Fax-Geräte und Computer mit globigen Bildschirmen und stark eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten standen, dominieren heute leistungsfähige Rechner, Tablets und Smartphones, über die man jederzeit auf alles zugreifen kann.

"Das Nutzen von Informations- und Kommunikationstechnologie hat zweifelsohne einen Einfluss auf die Leistung eines Unternehmens", sagt Ludivine Martin. Gleiches gelte auch für das Personalmanagement, fügt sie hinzu. "Interessant sei deshalb der Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren", so die Forscherin.

Was sind die Resultate der Studie?

Vor allem Technologien, die den Zugang zu Informationen und Wissen erleichtern, motivieren Mitarbeiter. Zu diesen Technologien zählen z.B. IT-Tools, welche die Arbeitsabläufe gezielt unterstützen. Wichtig ist dabei auch die Einbindung der Mitarbeiter in die Entscheidungen rund um die Einführung der Tools. Diese steigert zusätzlich die Motivation, während das « Friss-oder-Stirb »-Prinzip das genaue Gegenteil bewirkt.

Teamarbeit und Anerkennung sind erwünscht

Im Rahmen des teilweise vom FNR unterstützten Projekts wurden zwei Datenquellen ausgewertet. Analysiert wurden zunächst die Resultate von im Jahr 2013 durchgeführten Umfragen unter Angestellten – in Luxemburg wohnhaften wie auch Grenzgängern – bzw. Personalern der freien Wirtschaft. Diese unterstrichen generell die positiven Effekte einer Personalpolitik, die auf Teamarbeit und gezielte Anerkennung erbrachter Leistungen durch Vorgesetzte aufbaut – wobei ein wesentlicher Erfolgsbaustein eben besagte prozess-unterstützende Technologie ist, die von 15% der Beschäftigten in Luxemburg genutzt wird.

Zu viele E-Mails werden als störend empfunden

Ergänzt wurden diese Resultate um Umfrageergebnisse, die im LISER-LAB auf Belval ermittelt wurden. Diese ergaben ebenfalls, dass Technologien wie Workflow- bzw. Ressourcen-Planungs-Tools (ERP), die den gezielten Zugang zu Informationen und Wissen erleichtern, Autonomie und Produktivität von Angestellten erhöhen. Im Gegensatz dazu wirken sich „hierarchische“ Technologien, die den Vorgesetzten stärker einbinden (wie die von 24% der Angestellten verwendeten Groupwares) kontraproduktiv aus.

Letzteres gilt noch mehr für mittlerweile « klassische » Kommunikationstechnologien (wie die von 55% der Angestellten genutzten Emails). Auch diese haben einen eher störenden Effekt, vor allem auf die Teamarbeit. Weitere Erkenntnisse aus TWAIN: Die Evaluation der Arbeitsresultate mittels Technologie inspiriert Angestellte zu mehr Leistung – auch aufgrund der Furcht vor etwaigen Sanktionen –, und ein festes Gehaltgefüge hemmt die Bereitschaft zu mehr Leistung über das Normalmaß hinaus mitunter signifikant.

Intrinsische Motivation haben: Geringerer Drang zu Jobwechsel 

Neben den Resultaten in Zusammenhang mit Technologie am Arbeitsplatz brachte TWAIN noch ein weiteres – allgemeines – Resultat zutage: Mitarbeiter, die eine sogenannte intrinsische Motivation haben, sprich : an ihrer eigenen Weiterentwicklung, interessiert sind, verspüren einen deutlich geringeren Drang zu einem Jobwechsel als diejenigen, die in erster Linie eine Gehaltsaufbesserung (extrinsische Motivation) anstreben.

Autoren: Sven Hauser, Uwe Hentschel
Redakteur: Jean-Paul Bertemes (FNR)
Foto: Shotshop.com

Infobox

Über Twain

Ziel von TWAIN (Technology use at Work And INnovative work practices) war es, die Auswirkungen des Einsatzes von Technologie auf die Verhaltensmuster von Mitarbeitern zu untersuchen. Im Mittelpunkt standen die Nutzung der entsprechenden Technologie sowie die Bereitschaft, an entsprechenden Maßnahmen des Arbeitgebers rund um Personalpolitik bzw. interne Kommunikation aktiv teilzunehmen.

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