Mehrere Forschungsinstitute in Luxemburg arbeiten weiterhin zusammen, um die Ursachen und Auswirkungen von COVID-19 zu untersuchen, und es werden regelmäßig neue Erkenntnisse veröffentlicht. Andere Forschungsgruppen haben sich auf die Untersuchung der Darmflora konzentriert und interessante Entdeckungen im Zusammenhang mit Autoimmunkrankheiten und Antibiotikaresistenz gemacht.

Antibiotikaresistenz könnte bereits bei der ersten Behandlung ausgelöst werden

Universität Luxemburg, Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB)

Eine einzige Behandlung mit Antibiotika reichte aus, um Veränderungen des Mikrobioms im Darm von Ratten hervorzurufen und dazu zu führen, dass bestimmte Bakterien neue Resistenzgene erwerben. Das haben Forscher der Universität Luxemburg herausgefunden, die kürzlich die Auswirkungen einer Antibiotikabehandlung auf die Darmflora von Ratten erforscht haben. Diese Studien sind wichtig, da die Antibiotikaresistenz derzeit eine große Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstellt.

Die Studie ergab darüber hinaus, dass bestimmte Bakterien eher eine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln als andere. Dieselben Bakterien werden in unverhältnismäßig großer Menge bei Patienten mit chronischen Krankheiten wie der Parkinson-Krankheit gefunden.

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Körperliche Aktivität verringert den Schweregrad von COVID-19

Luxemburgisches Institut für Gesundheit (LIH)

Es wurde bereits festgestellt, dass körperliche Aktivität dazu beiträgt, das Risiko von Todesfällen und Krankenhausaufenthalten im Zusammenhang mit COVID-19 zu verringern. Die letzte Studie des Projekts 'Predi-Covid', die von verschiedenen Instituten in Luxemburg durchgeführt wurde, ging noch einen Schritt weiter und zeigte, dass dies auch für mittelschwere Fälle der Krankheit gilt. Mehr als 400 Freiwillige nahmen an dieser Studie teil. Sie lieferten einen Bericht über ihre verschiedenen Aktivitäten vor der Infektion, was es den Forschern ermöglichte, die Personen nach ihrem Aktivitätsniveau zu klassifizieren und einen Zusammenhang mit der Schwere der Symptome herzustellen. Personen, die vor ihrer COVID-Infektion körperlich aktiv waren, wiesen eine weniger schwere Form der Erkrankung auf und hatten seltener Symptome wie Müdigkeit, trockenen Husten oder Schmerzen im Brustbereich.

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Autoimmunerkrankungen und Darm-Mikrobiota

LIH

Die Zusammensetzung der Darmflora spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von extraintestinalen Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose. Autoimmunerkrankungen treten auf, wenn das Immunsystem beginnt, gesunde Körperzellen anzugreifen. In einer neueren Studie zeigten Forscher des LIH den Zusammenhang zwischen der Zunahme oder Abnahme bestimmter Bakterienpopulationen im Darm und den Werten der im Körper vorhandenen Immunzellen.  Diese Ergebnisse legen nahe, dass neue Therapien, die auf unsere Darmflora abzielen, der Schlüssel zu einer besseren Behandlung dieser Krankheiten sein könnten.

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Autonome Satelliten dank künstlicher Intelligenz?

Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT)

Sobald Satelliten in den Weltraum geschossen werden, werden sie verwundbar, da sie auf sich allein gestellt sind und sich ihrer Umgebung nicht bewusst sind. Dies führt zu Kollisionen und Materialverlust im Weltraum, was diesen zunehmend überlastet. Die Lösung wäre die Entwicklung einer Technologie ähnlich der in selbstfahrenden Autos verwendeten, die es Satelliten ermöglicht, sich im Weltraum umzuschauen, Daten zu sammeln und auf der Grundlage dieser Informationen selbstständig Entscheidungen zu treffen. Ein Team des SnT arbeitet mit LMO zusammen, um die Algorithmen für 'Computer Vision' und künstliche Intelligenz zu entwickeln, die hinter dieser Autonomie stehen werden. Die ersten Algorithmen befinden sich bereits in der Testphase.

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Computer vision

Computer Vision ist ein Zweig der künstlichen Intelligenz, der es Computern und Systemen ermöglicht, relevante Informationen aus digitalen Bildern, Videos und anderen visuellen Medien zu extrahieren und auf der Grundlage dieser Informationen Entscheidungen zu treffen oder Empfehlungen auszusprechen. Während künstliche Intelligenz Computer zum Denken befähigt, ermöglicht die Computer Vision ihnen zu sehen, zu beobachten und zu verstehen.

Über das 5G-Netzwerk mit der Mondoberfläche kommunizieren

SnT

Ingenieure des SnT haben kürzlich eine Reihe von Tests durchgeführt, um zu zeigen, wie man mit einer möglichen zukünftigen Mondbasis unter Verwendung von 5G kommunizieren würde. Dazu bauten sie eine durchgehende 5G-Datenverbindung zwischen ihrem Labor in Luxemburg und dem 5G/6G-Hub der ESA im Vereinigten Königreich auf. Die Verbindung auf ESA-Ebene wurde über einen Satelliten umgeleitet, und die Verbindung auf SnT-Ebene wurde über ein System geleitet, das die Kommunikationsverzögerungen zwischen Erde und Mond simulieren sollte. Mithilfe dieser Konfiguration versuchten die Ingenieure, einen Rover aus der Ferne zu steuern. Die Kommunikationslatenz (die Zeit, die Daten benötigen, um von der Quelle zum Ziel zu gelangen) verursachte eine Verzögerung von drei bis vier Sekunden hin und zurück zwischen dem Senden der Anweisung an den Rover und seiner Antwort.

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Die Rolle psychischer Erkrankungen in zeitgenössischen Gesellschaften

Universität Luxemburg

Psychische Krankheiten haben in den zeitgenössischen europäischen Gesellschaften eine konstitutive Rolle gespielt. Sie waren gleichzeitig Ausdruck medizinischer und sozialer Verwundbarkeiten, eine mit dem Genie verbundene Darstellung, ein schändlicher Teil der bürgerlichen Familie und ein aufschlussreicher Faktor für Störungen und große gesellschaftliche Umwälzungen. Ein neues Buch mit dem Titel "Psychische Krankheiten und Gesellschaften. XIX-XXI. Jahrhundert", das von einem Forscher der Universität Luxemburg mitverfasst wurde, gibt uns einen Einblick in die Geschichte der Beziehungen unserer Gesellschaften zu psychischen Krankheiten.

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Start der virtuellen Ausstellung Minett Stories

Luxemburg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH)

Im Rahmen von Esch 2022 wurde diesen Mai eine virtuelle Ausstellung mit dem Namen "Minett Stories" eröffnet, die die Geschichte der Region Minette nachzeichnet. Die Ausstellung nutzt verschiedene transmediale Erzählmethoden, um in 22 Geschichten die verschiedenen Veränderungen zu erzählen, die die Region durchlaufen hat, von der schnellen Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts über die Stahlkrise in den 1970er Jahren bis hin zur anschließenden schrittweisen Deindustrialisierung. So kann man beispielsweise einen Radioausschnitt über die Unruhen in Esch am Ende des Ersten Weltkriegs anhören oder Graphic Novels über die italienischen Kommunisten entdecken.

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Bericht PIBien-être 2022

STATEC

Das STATEC hat einen Bericht über die Entwicklung des Wohlbefindens der Einwohner in den letzten Jahren veröffentlicht, der sich auf mehrere Indikatoren im Zusammenhang mit Beschäftigung, Gesundheit und der Entwicklung des BIP stützt. Die meisten Indikatoren fielen 2020 im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise, erholten sich aber 2021 wieder stark. Die größten Verbesserungen waren im Bereich der Beschäftigung zu verzeichnen, insbesondere durch einen Rückgang der Arbeitslosenquote. Der Bericht befasste sich auch mit dem subjektiven Wohlbefinden der Menschen und zeigte, dass Gefühle von Einsamkeit und Angst auch zwei Jahre nach Beginn der Gesundheitskrise noch anhielten.

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Studie: Eine neue Behandlung zur Verlangsamung der Parkinson-Krankheit

Luxemburgisches Institut für Gesundheit (LIH)

Das LIH und das Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) geben den Start der PADOVA-Studie bekannt, einer klinischen Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit der intravenösen Behandlung mit Prasinezumab bei Patienten mit Parkinson-Krankheit im Frühstadium. Die Studie wird die Wirksamkeit des Medikaments bei der Beseitigung des Proteins Alpha-Synuclein untersuchen, das als verantwortlich für die Schädigung der Nervenzellen angesehen wird. Es wurde nämlich nachgewiesen, dass dieses Protein sich nicht richtig faltet und Agglomerate bildet, die in Bereichen des Gehirns beobachtet wurden, in denen die Nervenzellen vorzeitig altern.

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Autorin: Lilia Hassouna

Editorinnen: Michèle Weber (FNR), Lucie Zeches (FNR)

Fotos: Médicaments et sportif (pixabay.com), satellites et ventre (flickr.com)

 

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