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Dass man mit Miscanthus dämmen kann, davon hatten Catherine Posing, Elmina Kočan und Anna Molitor schon vorher gehört. Die drei Schülerinnen des Gymnasiums in Diekirch wollten es aber genauer wissen und haben sich deshalb intensiv mit der schilfartigen Pflanze aus der Familie der Süßgräser befasst. Und ihre Mühe hat sich gelohnt:  Anna, Elmina und Catherine haben mit ihrer Arbeit beim Wettbewerb Jonk Fuerscher gewonnen und dürfen deshalb im kommenden November an der 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow teilnehmen. Mit Miscanthus kann man also nicht nur dämmen, sondern auch gewinnen. Im Fall der drei 17-Jährigen lag der Fokus dabei auf den Eigenschaften der Gattungsart Miscanthus giganteus (Riesen-Chinaschilf).

Worum geht es bei eurem Projekt und wie kam die Idee?

Wir kannten Miscanthus vorher schon, weil es zum Mulchen verwendet wird. Und wir wussten auch, dass man damit bauen kann, wussten aber nicht genau, wie es dabei zum Einsatz kommt. Wenn Häuser gebaut werden, geht es oft darum, dass es möglichst schnell geht, und weniger darum, wie gebaut wird. Wir wollten mit unserem Projekt beweisen, dass man auch umweltfreundlich bauen kann. Und wir wollten den Menschen zeigen, dass es nachhaltigere Alternativen zu Kunststoff gibt.

Gab es bei euren Experimenten Ergebnisse, mit denen ihr nicht gerechnet habt?

Bei unseren Untersuchungen haben wir herausgefunden, dass man mit einer Mischung aus Miscanthus und Kalk Blöcke bauen kann, um daraus eine stabile und isolierende Mauer zu bauen. Wir hätten nicht gedacht, dass Miscanthus dabei genauso gut isoliert wie Styropor. Wir sind davon ausgegangen, dass es deutlich schlechter dämmt. Und was vor allem überrascht hat, war der Brandtest. Während das Styropor sehr schnell brannte, zeigte sich der Miscanthus als deutlich feuerfester. Er brannte nicht, sondern verkohlte nur. Und das, obwohl es sich dabei ja um einen trockene Pflanze handelt. Das liegt am Kalk, was uns vorher aber nicht bewusst war.

Ihr habt ja bei eurem Projekt auch mit der Universität in Bonn zusammengearbeitet. Wir kam es dazu?

Wir hatten an am Anfang die Uni in Belval um Hilfe gebeten, doch das hat dann leider nicht funktioniert, weil dort ein Umzug dazwischenkam. Wir haben dann weiter recherchiert und herausgefunden, dass die Uni Bonn auch viel mit Miscanthus forscht. Und so haben wir dann Kontakt mit der Uni aufgenommen. Dort wurde die Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe eines Lambdameters gemessen.

Inwieweit hat die Corona-Pandemie eure Arbeit erschwert?

Wir haben das meiste in der Schule getestet und mussten es deshalb im Vorfeld organisieren. Wir waren ja wegen des Wechselunterrichts nur alle zwei Tage in der Schule und deshalb war auch unser Lehrer nicht jeden Tag vor Ort. Wir konnten deshalb letztlich immer nur alle zwei Wochen an unserem Projekt arbeiten. Und dann hatten wir ja auch noch das Problem, dass wir uns zeitweise nicht treffen durften. Deswegen ist eben auch viel über Videokonferenzen gelaufen.

Würdet ihr noch einmal am Wettbewerb teilnehmen?

Ja, das würden wir gerne. Wir haben zwar noch kein Thema, überlegen aber schon, was wir machen könnten, um dann nächstes Jahr wieder teilzunehmen. Für uns war die Teilnahme bei Jonk Fuerscher eine ganz tolle Erfahrung. Er hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben sehr viel gelernt und auch sehr viel Neues entdeckt. Wenn man da nicht dabei war, hat man definitiv etwas verpasst.

Interview: Uwe Hentschel

 

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