Krebsschleifen

Fondation Cancer

Die rosa Schleife ist ein internationales Symbol für Brustkrebs

Wie entsteht ein Tumor?

Unser Körper besteht aus Billionen von Zellen. Mit ihnen als Bausteinen setzen sich unsere Organe zusammen. Die meisten Zellen sind so winzig, dass wir sie nur unter dem Mikroskop sehen können. Die Zellen in unserem Körper haben ganz unterschiedliche Funktionen. Es gibt z. B. Hautzellen, Muskelzellen, Gehirnzellen usw.

Es kann passieren, dass eine Körperzelle sich nicht zu einer funktionierenden Zelle entwickelt und ihre vorgesehene Aufgabe nicht erfüllt, sondern sich nur vermehrt und viele Tochterzellen bildet. Innerhalb eines Organs spricht man bei solch einer Masse an Tochterzellen von einem Tumor.

Bösartige und gutartige Tumore

Wenn ein Tumor bösartig ist, wächst er in Organe ein und zerstört sie. Er versucht, sich über Blut- und Lymphsystem im ganzen Körper auszubreiten und anzusiedeln, das heißt Tochtergeschwülste — auch Metastasen genannt − zu bilden. Liegt ein bösartiger Tumor vor, spricht man von Krebs.

Es gibt aber auch gutartige Tumore: Ein Lipom zum Beispiel ist ein gutartiges Fettgeschwulst. Diese fallen nicht unter die Bezeichnung Krebs. Anders als bei bösartigen Tumoren, sind die Zellen eines gutartigen Tumors vom umliegenden Gewebe leicht abzugrenzen und verbreiten im Körper keine gefährlichen Metastasen.

Bei Blutzellen, die nicht richtig funktionieren, sondern sich übermäßig vermehren, spricht man von Blutkrebs, aber nicht von einem Tumor.

Ursachen für Krebs

Was genau die erste Zelle zur Krebszelle gemacht hat, lässt sich praktisch nie feststellen. Verschiedene Eigenschaften gesunder Zellen gehen verloren, andere Eigenschaften kommen neu hinzu. Krebs entsteht in mehreren Schritten und durch das Zusammentreffen von mehreren Faktoren. Deshalb spricht man auch von einer multifaktoriellen Krankheit.

Hier ein paar Beispiele für mögliche Ursachen:

Erbliche Veranlagung

Nur 5-10 % aller Krebserkrankungen sind erblich bedingt. Wenn eine sogenannte „erbliche Veranlagung“ oder „genetische Prädisposition“ in deiner Familie vorliegt, heißt dies: Nicht den Krebs selbst, wohl aber die Veranlagung dazu kannst du erben. In einem solchen Fall hast du dann von deinen Eltern ein bereits geschädigtes Gen geerbt. Bei Brustkrebs hängt dies vor allem mit den veränderten Genen namens BRCA zusammen.

Lebensstil

Von zehn Lungenkrebserkrankungen werden acht bis neun durch Rauchen verursacht. Neben Tabak ist auch Übergewicht ein Risikofaktor für die Entstehung von Krebs. Außerdem können z. B. Ernährung und Alkoholkonsum die Entstehung von Krebs beeinflussen.

Viren

99,7 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs sind auf menschliche Papillomaviren zurückzuführen. Am wirksamsten schützt du dich — egal ob Mädchen oder Junge −
mit der HPV-Impfung. (Siehe den ins!der n°71 der Fondation Cancer).

Strahlen

Sonnenstrahlen erhöhen das Risiko für die Entstehung von Hautkrebs.

Kannst du dich mit Krebs anstecken?

Nein, Krebs ist nicht ansteckend wie etwa eine Grippe oder AIDS, d. h. er wird nicht von einer Person auf die andere übertragen. Du brauchst also keine Angst
vor körperlichem Kontakt mit Krebspatienten in deinem Umfeld zu haben. Es gibt allerdings Viren, die indirekt für Krebserkrankungen verantwortlich sein können.

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Autor: Fondation Cancer
Foto: Fondation Cancer

Infobox

Fakten zu Krebs bei Kindern und Jugendlichen 

 

  • Jährlich sterben in Luxemburg knapp 1.000 Personen an den Folgen einer Krebserkrankung
  • Fast alle Krebsarten treten bei älteren Menschen sehr viel häufiger auf als bei jüngeren.
  • Pro Jahr erhalten in Luxemburg rund 30 Kinder die Diagnose Krebs. Aber etwa 75 bis 80 % aller krebskranken Kinder und Jugendlichen können dauerhaft geheilt werden.
  • Die meisten Krebsarten kommen bei Jungen etwas häufiger vor als bei Mädchen.
  • Zu den verbreitetsten Krebsarten bei Kindern und Jugendlichen gehören Blutkrebs (Leukämie), Gehirntumore, Lymphdrüsenkrebs, Hautkrebs und Hodenkrebs.

 

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