(C) Andy Genen

Rote Pandas werden wegen ihres tollen Fells gejagt. Das ist ein Grund dafür, dass sie in freier Natur gefährdet sind, erfahren Lizzie und Nouga im Zoo.

„Lizzie, Lizzie, guck mal. Was ist denn das für ein Tier? Das sieht ja ein bisschen aus wie ich!“ Nouga hüpft aufgeregt vor einem Gehege herum. „Seine Nase ist genauso süß wie meine“, sagt Nouga und grinst. In dem Gehege leben Rote Pandas – und das sind tatsächlich ziemlich niedliche Tiere. Sie haben eine schwarze Stupsnase und dunkle Knopfaugen. An den Ohren und der Schnauze ist ihr Fell weiß, am Rücken und Schwanz hingegen rötlich. Deswegen werden die Tiere in China wohl auch „Feuerfüchse“ genannt.

Es ist Sonntag, und Lizzie und Nouga besuchen heute mit Lizzies Eltern den Zoo in Saarbrücken. Sie haben schon Giraffen und Affen bestaunt, Pumas und Kängurus angeschaut und die Fütterung der Seehunde verfolgt. Jetzt stehen sie vor dem waldigen Gehege der Roten Pandas. Solche Tiere haben Lizzie und Nouga noch nie gesehen.

„Die Heimat der Roten Pandas liegt in den Bergwäldern des Himalayas in Asien“, erzählt Richard Francke. Er ist Zoodirektor und kennt sich gut aus mit den Tieren. „Sie streifen dort durch die dichten Wälder, überwiegend in der Dämmerung. Tagsüber ruhen sie viel in den Bäumen aus.“

Im Zoo Saarbrücken leben zwei weibliche Tiere. Eines der beiden hockt gerade auf einem Ast und knabbert an einem Pflanzenstängel herum. „Was frisst der denn da?“, will Lizzie wissen. „Das ist die Lieblingsspeise der Roten Pandas: Bambus“, sagt Herr Francke. „Wir bauen die Pflanze hier auf dem Zoo-Gelände selber an, so haben wir immer genug Nachschub für die zwei.“ 200 Gramm Bambus verdrückt jedes Weibchen am Tag. Das entspricht dem Gewicht von zwei Tafeln Schokolade. Zusätzlich geben die Pfleger ihnen Früchte, Eier und manchmal auch etwas Fleisch.

Rote Pandas sind Einzelgänger

Obwohl sie so knuddelig aussehen, sind die Roten Pandas keine Kuscheltiere, erzählt Herr Francke. „Sie nehmen allenfalls das Futter von ihren Pflegern entgegen. Aber am liebsten ist jeder von ihnen für sich allein.“ Das ist auch in freier Natur nicht anders: Rote Pandas sind Einzelgänger. Sie streifen die meiste Zeit des Jahres allein umher. Nur zur Paarungszeit suchen sie sich vorübergehend einen Partner.

Das wird allerdings immer schwieriger für die Tiere. Die Menschen sind mittlerweile weit in die einst entlegenen Bergwälder vorgedrungen, in denen die Roten Pandas leben. Sie holzen große Waldflächen ab, um Felder anzulegen oder Straßen und Siedlungen zu bauen. Der Lebensraum der Roten Pandas wird dadurch zersplittert, die Tiere finden nicht mehr zueinander.

Die Zerstörung des Lebensraumes ist wohl der Hauptgrund dafür, dass die Zahl der Tiere in den vergangenen 50 Jahren erheblich geschrumpft ist. Hinzu kommt, dass die Roten Pandas wegen ihres tollen Fells in manchen Regionen gejagt werden. Sie gelten heutzutage als gefährdet. „Das ist doch blöd“, ruft Nouga. „Wir Tiere brauchen unser Fell für uns!“

Autor : scienceRELATIONS

Illustration : Andy Genen

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Großer Panda, Kleiner Panda

Beim Wort „Panda“ denken die meisten Menschen zuerst an die knuffigen schwarz-weißen Tiere – die Großen Pandas. Die Roten Pandas – oft auch „Kleine Pandas“ genannt – sind viel weniger bekannt. Obwohl sie so einen ähnlichen Namen haben und obwohl beide gerne Bambus mümmeln, sind die beiden Arten nicht besonders eng miteinander verwandt. Sie gehören zur Ordnung der Raubtiere, den Carnivora. Zu welcher der vielen Raubtier-Familien die beiden Pandas gehören, darüber ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig. 

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