Water

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Eben noch als klares Nass von einem Haushalt „angefragt“, landet es nach Dusche, Wäsche oder Salatreinigung schon wieder im Abfluss.

Das aus dem LIST hervorgegangene Start-up RTC4Water (siehe Infobox) sorgt dafür, dass die Wasserver- bzw. -entsorgung im Fluss bleibt – dank intelligenter Technologie.

Wasserwirtschaft ist ein komplexer Prozess. Eben noch als klares Nass von einem Haushalt „angefragt“, landet es nach Dusche, Wäsche oder Salatreinigung schon wieder im Abfluss. Für Betreiber der entsprechenden Infrastruktur, wie z.B. Gemeinden, ist dies auch eine doppelte Herausforderung; sie sind in einem Moment als Versorger und kurz danach als Entsorger gefragt. Da kann einiges schief gehen – und genau hier hilft RTC4Water mit der Optimierung des Kreislaufs.

RTC4Water will die Wasserver- bzw. -entsorgung noch bedarfsgerechter gestalten, und das am besten weltweit. In der Praxis stehen dabei zwei Aspekte im Mittelpunkt, nämlich ein stets ausreichender Vorrat sowie geringere Verlustraten. Das Mittel zu diesem Zweck findet sich bereits im Unternehmensnamen wieder. Es lautet Real Time Control, kurz: RTC (Real Time Control). Das Resultat sind sichere Abläufe durch Automatisierung.

Was bietet diese Lösung?

Alle zehn Minuten wird kontrolliert, was bei Wasser bzw. Abwasser läuft. Das ist ein Quantensprung: Während nämlich herkömmliche Vorratsspeicher teure – aber „dumme" – Betonstrukturen sind, bietet das RTC4Water eine IT-basierte Lösung an, die mit Hilfe von Sensorik und Ventilen diese Speicher intelligent macht. Sie treffen dann selbst Entscheidungen, können auf Rohrbrüche und Feuer reagieren, Lecks erkennen oder im Verbund zusammenarbeiten. 

Und wie funktioniert das?

An den sensiblen Stellen im Wasserkreislauf werden Daten digital ausgewertet, Algorithmen „im Vorübergehen“ neu definiert und die Zu- und Abläufe permanent an die aktuelle Situation angepasst. Bei Starkregen wird ein Überlaufen der Rückhaltebecken vermieden. Bei Trinkwasser-Mangel wiederum werden die Speicher durch langsames Absenken so koordiniert, dass die Bedarfsspitzen abgefedert werden können und die Wasserproduktion dabei konstant bzw. die Qualität hoch bleibt.

Wo steht RTC4Water heute?

RTC4Water wendet bereits eine funktionierende Lösung mehrfach an. Mehrere Luxemburger Einzel-Gemeinden und Zusammenschlüsse regeln bereits ihre Wasserver- und -entsorgung mit dem System. Das mittel- und langfristige Ziel lautet freilich, auch auf anderen Märkten aktiv zu werden. CEO Alex Cornelissen: „Wasser ist ein überall Zukunftsthema, und wir können vielerorts einen Beitrag zur besseren Versorgung leisten.“

Autor: Sven Hauser
Foto: Shotshop

Infobox

RTC4Water auf einen Blick

RTC4Water wurde 2014 von Alex Cornelissen, Georg Schutz und David Fiorelli gegründet. Die drei Forscher haben das System am Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) entwickelt und wollen es nun als Unternehmen weiter verfeinern und international vermarkten. Seinen Sitz hat RTC4Water im Technoport auf Belval, wo das Start-up von Synergieeffekten mit anderen wissensbasierten Firmen bzw. den verschiedene Forschungsakteuren profitiert. Mehr Infos auf der Internetseite des Unternehmens

 

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