© Uwe Hentschel

Der People Counter (links im Bild) erfasst jeden, der das Gebäude betritt oder verlässt.

Das Gerät ist etwas größer als ein Rauchmelder, hängt über der Tür und erfasst jeden, der rein- oder rausgeht. Es ist die dritte Generation des People Counters, den das in Luxemburg gegründete und inzwischen weltweit tätige Unternehmen IEE entwickelt hat. Das Gerät ist schon etwas länger auf dem Markt, wurde nun aber angesichts der Covid-19-Situation mit einer neuen Software ausgestattet. Und im Baumarkt Batiself in Ingeldorf kommt diese erstmals zum Einsatz.

3D-Sensortechnologie erstellt topographisches Bild

Zum Schutz vor Corona-Infektionen dürfen sich zeitgleich maximal 150 Personen im Geschäft aufhalten. Der People Counter, von dem jeweils ein Exemplar über den insgesamt drei Ein- und Ausgängen installiert wurde, sorgt dafür, dass diese Vorgabe eingehalten wird. Mit Hilfe einer 3D-Sensortechnologie und Infrarotlicht erstellt das Gerät ein topographisches Bild des Bereichs, den es überwacht. Sobald ein Besucher in diesen Bereich kommt, wird aus dem reflektierten Infrarotlicht über einen Chip ein 3D-Modell erstellt. Zum Einsatz kommt dabei die sogenannte Time-of-flight-Sensortechnik (TOF), die Bewegungsabläufe erfasst und beispielsweise auch bei Geschwindigkeitsmessgeräten verwendet wird.

Das Gerät arbeitet mit einer 3D-Sensortechnologie

„Der Vorteil gegenüber anderen Techniken wie etwa einer Lichtschranke ist der, dass eine Lichtschranke nur die Unterbrechung durch den Besucher registriert, nicht aber dessen Bewegungsrichtung“, erklärt Kai Pabélick, Leiter der IEE-Abteilung für Personen- und Objektsensorik. Zudem arbeite der People Counter auch viel exakter als eine Lichtschranke oder aber ein Thermoscan. „Wir arbeiten hier mit einer Genauigkeit von mehr als 99 Prozent“, sagt Pabélick.

Gesichter werden nicht erfasst

Die drei Geräte im Batiself sind miteinander verbunden, registrieren also sämtliche Besucherströme in das Gebäude und wieder hinaus. Ergänzend dazu ist am Eingangsbereich ein großer Bildschirm, zu dem die Daten übertragen werden und auf dem dann zu sehen ist, wie viele Menschen momentan im Baumarkt sind. Illustriert wird das Ganze durch eine auf dem Bildschirm ebenfalls zu sehende Fußgängerampel. Sobald diese rot leuchtet, ist die covid-19-bedingte Kapazitätsgrenze des Geschäfts erreicht. Der Kunde muss dann warten, bis die Ampel wieder auf Grün schaltet.

Mit Hilfe der gesammelten anonymen Daten können auch Kundenströme erfasst und ausgewertet werden

Die Technik arbeitet dabei sehr präzise, macht eines aber nicht, wie Pabélick betont. „Man kann bei dem 3D-Scan keine Gesichter erkennen“, sagt er. Daten zur Identität der Kunden würden also nicht erfasst. Gleichzeitig aber sei das Gerät nicht nur zur Einhaltung der Covid-19-Schutzmaßnahmen hilfreich. So lasse sich der People Counter auch zur Verbesserung der Personalplanung nutzen, weil damit genau erfasst werde, an welchen Tagen und zu welchen Tageszeiten die Kundenströme am höchsten seien. Zudem könne das Gerät beispielsweise auch bei einer Evakuierung des Geschäfts helfen.

Autor: Uwe Hentschel

Fotos: Uwe Hentschel

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