Moast, FNR

Sowohl in der Materialforschung als auch in den Lebenswissenschaften gibt es das Bedürfnis, kleinste Details von Proben sichtbar zu machen und gleichzeitig zu erfahren, aus welchen chemischen Substanzen diese Details bestehen. Herkömmliche Instrumente können nur das eine oder das andere. Über die letzten 7 Jahre, haben Tom Wirtz und sein Team ein Instrument entwickelt was beides kann, das SIMSVECTOR500. Hierfür erhielten sie einen FNR Award für überragende forschungsorientierte Innovation.

In dieser FNR Award-Kategorie werden Arbeiten honoriert, die den Sprung aus dem Labor geschafft haben. Dies ist dem Team um Tom Wirtz gelungen. In Zusammenarbeit mit der Firma Zeiss, Marktführer in der Herstellung von Mikroskopen, haben sie den Prototypen des SIMSVECTOR500 zum fertigen Produkt entwickelt.

Was genau ist das SIMSVECTOR500 und was kann es?

Das Instrument basiert auf einem Zusammenschluss eines Sekundärionen-Massenspektrometers und eines hochauflösenden Ionenmikroskops. Das Massenspektrometer ist für die Bestimmung der chemischen Zusammensetzung der Partikel-Probe zuständig und das Ionenmikroskop macht es sichtbar.

„Es kann Details im 10-Nanometer Bereich sichtbar machen, wobei ein Nanometer dem 100.000tel des Durchmessers eines menschlichen Haares entspricht“, so Tim Wirtz in seinem Video.

Wo kann das SIMSVECTOR500 eingesetzt werden?

Das SIMSVECTOR500 findet nicht nur in den Materialwissenschaften, wie z.B. in der Photovoltaik, oder auch der Reifenherstellung Anwendung. Auch in den Lebenswissenschaften kann es z.B. bei nanotoxikologischen Studien eingesetzt werden, um Nanopartikel innerhalb von Zellen zu lokalisieren und ihre chemische Zusammensetzung zu bestimmen.

Wie soll es weitergehen?

Das Team hat eine Spin-off gegründet, mit dem Namen Lion Nanosystems, über welche sie den SIMSVECTOR500 nun weltweit an Labore und Firmen verkaufen. Mehr dazu im Video.

Warum ging der FNR Award an Tim Wirtz und sein Team?

Die Jury verlieh den Award aus folgenden Gründen an die Entwicklung des SIMSVECTOR500:

  • Es zeigt wie die Zusammenarbeit von Förderern, Institutionen, sachkundigen Kunden und einem engagierten Team finanzielle Unterstützung zu einem frühen Zeitpunkt in der Entwicklung leisten kann, und dies für ein technisch komplexes Produkt für welches eine reelle Nachfrage besteht. 
  • Es zeigt zu was Engagement und Bemühungen, welche durch die luxemburgischen Finanzierungsmechanismen unterstützt werden, werden können.

Über Tom Wirtz und sein Team

Tom Wirtz, David Dowsett, Rachid Barrahma, Olivier Bouton und Jean-Nicolas Audinot sind Experten auf dem Gebiet der Teilchen-Materie Wechselwirkungen. Einige von ihnen sind auf Teilchenoptik und Instrumentenbau, andere auf Ingenieurwesen und Mechanik, Elektronik- und Software, oder Anwendungsentwicklung in der Nano-Analytik spezialisiert. Gemeinsam forschen sie am Luxembourg Institut of Science and Technology.

Tom Wirtz Forscht und seine Kollegen forschen außerdem an einem Massenspektrometer für Weltraum-Einsätze.

Zu den FNR Awards

Dieses Jahr feierten die FNR Awards ihr 10-jähriges Jubiläum. Ausgezeichnet wurden sechs Wissenschaftler und Projekte in den Kategorien:

  • Überragende wissenschaftliche Publikation
  • Überragende Doktorarbeit
  • Überragende Förderung der Wissenschaft in der Öffentlichkeit
  • Überragende forschungsorientierte Innovation

Die FNR Awards zeichnen Wissenschaftler für ihre überragende Arbeit aus, honorieren aber auch Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren für ihre überragende Förderung und Vermittlung der Wissenschaft in der Gesellschaft. Die Gewinner erhalten nicht nur eine einzigarte Trophäe sowie ein Zertifikat, sondern auch einen Preis von 5.000€.

Call proposals für die FNR Awards 2019

Ab dem 8. Dezember 2018 und bis zum 9 Februar 2019, können Wissenschaftler, Wissenschaftskommunikatoren und Projektmanager sich auf die FNR Awards 2019 bewerben.

Autor: Michelle Schaltz (FNR)
Video: Michèle Weber (FNR) & Moast Creative Studios

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