Angesichts der Dürren testen Forschende neue Wege zum Schutz der Weinberge

Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST)

Weinbau / Klimawandel / Dürren

Wie können Weinberge immer häufigeren und längeren Dürreperioden standhalten? Mit dieser Frage beschäftigen sich das LIST und das Institut viti-vinicole du Luxembourg (IVV) im Rahmen des Projekts DryVineyard.

Die diesjährige Dürre hat zu starkem Wasserstress geführt. Die Reben reagieren nicht alle gleich: Ältere Reben auf tiefgründigen Böden verfügen in der Regel über größere Wasserreserven als junge Reben oder Reben auf steinigen Böden. Um den Weinbau bei der Anpassung zu unterstützen, testen die Forschenden mehrere Lösungen: Methoden der Bodenbearbeitung (etwa um Wasser besser zu speichern), widerstandsfähigere Unterlagen (der untere Teil einer Rebe, auf den die Rebsorte aufgepfropft wird, die später die Trauben trägt) sowie die Pflanzung von Bäumen zwischen den Reben. Diese spenden Schatten und kühlen die Weinberge ab. Gleichzeitig konkurrieren sie mit den Reben um Wasser und Nährstoffe.

Der Klimawandel macht das Wetter unvorhersehbarer und extremer. Auf trockene Phasen folgen sehr feuchte Jahreszeiten. Die Forschenden wollen deshalb Kombinationen verschiedener Lösungen finden, die an jeden Weinberg angepasst sind. Eine einheitliche Lösung gibt es nicht.

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Konkrete Empfehlungen, um junge KI-Nutzer besser zu begleiten und zu schützen

Universität Luxemburg (ULIDE)

KI / Jugend / Gesellschaft

Wie können Kinder und Jugendliche auf eine Welt vorbereitet werden, in der KI immer präsenter ist? Ein Bericht des ULIDE (Institute for Digital Ethics) über junge Menschen in Luxemburg zeigt: KI spielt inzwischen beim Lernen, in sozialen Netzwerken, bei Videospielen und in Online-Beziehungen eine erhebliche Rolle. Deshalb geht es darum, ihre Nutzung zu begleiten, und gleichzeitig die Fähigkeit zum selbstständigen Denken sowie das psychische Wohlbefinden zu schützen. Das 2025 gegründete ULIDE untersucht die gesellschaftlichen und ethischen Herausforderungen im Zusammenhang mit KI.

Die Forschenden betonen, dass KI zwar Vorteile bietet, etwa beim Lernen oder gegen die Einsamkeit. Sie birgt aber auch erhebliche Risiken: falsche Informationen, Abhängigkeit von Chatbots (wie ChatGPT oder Claude), die Sammlung persönlicher Daten, Manipulation, Deepfakes und eine Schwächung des kritischen Denkens. Sie empfehlen 6 Prioritäten: KI-Kompetenz in Präventions- und Bildungsprogramme integrieren; Lehrkräften und Eltern praktische Werkzeuge geben; Melde- und Unterstützungsangebote stärken; junge Menschen an Entscheidungen beteiligen; ethische Standards entwickeln; und die öffentliche Politik auf eine kontinuierliche wissenschaftliche Bewertung stützen.

Die gesellschaftliche Herausforderung ist groß: KI soll ein kontrolliertes Werkzeug bleiben und nicht zu einer Bedrohung werden.

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Kostenloser öffentlicher Nahverkehr in Luxemburg: sozialer Vorteil, aber kaum weniger Verkehrsstaus

Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER)

Mobilität / Kostenfreiheit / Gesellschaft

Kann kostenloser öffentlicher Nahverkehr die Abhängigkeit vom Auto tatsächlich verringern? Eine Analyse des LISER zeigt: Die Maßnahme bringt vor allem soziale Vorteile. Ihr Einfluss auf die Autonutzung und die Verkehrsstaus bleibt dagegen begrenzt.

Vor sechs Jahren wurde Luxemburg zum ersten Land der Welt mit landesweit kostenlosem öffentlichem Nahverkehr. Die Studie zeigt: Zwischen 2020 und 2023 sank die tägliche Autonutzung von 34,5 % auf 29,9 %. Gleichzeitig nahm die Nutzung von Bus und Bahn zu. Der öffentliche Verkehr ersetzt das Auto jedoch häufig nicht, sondern wird zusätzlich genutzt. Die Kostenfreiheit erleichtert dagegen den Zugang zu Arbeit, Freizeit und kulturellen Aktivitäten. Besonders profitieren junge Menschen, Arbeitslose und Haushalte mit niedrigem Einkommen.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass kostenloser Nahverkehr die soziale Teilhabe fördern kann. Um den Stellenwert des Autos dauerhaft zu verringern, muss er jedoch mit weiteren Maßnahmen kombiniert werden.

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Luxemburgs Industrieproduktion sinkt im ersten Halbjahr 2026 um 5 %

STATEC

Wirtschaft / Industrie / Beschäftigung

Die luxemburgische Wirtschaft startet uneinheitlich ins Jahr 2026. Das zeigt eine aktuelle Veröffentlichung des STATEC. Die Industrieproduktion ging im ersten Halbjahr um rund 5 % zurück. Der Rückgang war damit deutlich stärker als im Euroraum. Besonders stark sank die Produktion von Metallerzeugnissen (-24 %) und in der Stahlindustrie (-13 %). Auch die Beschäftigung in der Industrie ist seit 2023 zurückgegangen. Im verarbeitenden Gewerbe gingen fast 1.100 Arbeitsplätze verloren. Seit 2025 stabilisiert sich die Beschäftigung jedoch tendenziell.

Auch der Bausektor spürt die Folgen der Krise. Im Vergleich zu Ende 2022 gibt es dort rund 4.700 Beschäftigte weniger. Ein weiterer Grund zur Sorge sind die steigenden Energiepreise: innerhalb von zwei Wochen verteuerte sich Diesel um 30 Cent pro Liter, Benzin um 17 Cent und Heizöl um 29 Cent.

Trotz dieses schwierigen Umfelds bleiben einige Indikatoren stabil. Der STATEC erwartet für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,2 %.

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Luxemburg ist stark von Arbeitskräften aus dem Ausland abhängig

STATEC

Gesellschaft / Statistik

Was zeigen die neuesten Zahlen des STATEC über die Entwicklung Luxemburgs? Das Land zählt inzwischen 691.000 Einwohner. 1981 waren es 365.000. Gleichzeitig ist die Bevölkerung sehr vielfältig: Ausländische Staatsangehörige machen 2026 rund 47 % der Bevölkerung aus. Luxemburg ist zudem stark von Arbeitskräften aus dem Ausland abhängig. 2025 gab es 223.000 Grenzgänger. Fast 125.000 von ihnen wohnen in Frankreich.

Das verfügbare Medianeinkommen lag 2025 bei 4.170 Euro pro Monat. Die Armutsgefährdungsquote betrug 14 %.

Die jährliche Veröffentlichung des STATEC versammelt die wichtigsten Indikatoren zur demografischen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung des Landes.

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Studie zeigt, wie manche Hirntumoren das Immunsystem hemmen

Luxembourg Institute of Health (LIH), Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL)

Glioblastom / Krebsforschung / Immunologie

Wie kann das Glioblastom, eine aggressive Form von Hirntumor, die Abwehrkräfte des Körpers umgehen? Eine Studie des LIH in Zusammenarbeit mit dem CHL zeigt: Das Glioblastom verändert nicht nur die Umgebung des Tumors. Es verändert auch bestimmte Immunzellen im Blut.

Die Forschenden identifizierten bei Patienten mit Glioblastom eine Immun-Signatur – eine Gruppe von Merkmalen, die auf eine bestimmte Reaktion des Immunsystems hinweist. Dabei werden Monozyten (das sind über das Blut transportierte Zellen, die an der Immunabwehr beteiligt sind) krankhaft umprogrammiert. Dies könnte zum Wachstum des Tumors beitragen. Gleichzeitig nimmt die Zahl anderer Immunzelltypen ab. All dies deutet auf eine umfassende Störung des Immunsystems hin.

Diese Ergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Immuntherapien. Die Forschenden müssen jedoch noch klären, ob diese Immun-Signatur spezifisch für das Glioblastom ist.

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Jeder vierte Migrant kehrt in sein Heimatland zurück: Potenzial für die lokale Wirtschaft 

Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER)

Migration / Wirtschaft / Gesellschaft

Was wäre, wenn die Rückkehr von Migranten zur Entwicklung ihrer Herkunftsländer beitragen könnte? Ein neues Policy Brief des LISER zeigt: Rund jeder vierte Migrationsweg endet mit einer Rückkehr ins Herkunftsland. Dabei können Ressourcen den lokalen Gemeinschaften zugutekommen: Ersparnisse, im Ausland erworbene Fähigkeiten und internationale Netzwerke.

Doch die Rückkehr führt nicht automatisch zu wirtschaftlichen oder sozialen Vorteilen. Ihre Wirkung hängt unter anderem von der Unterstützung der Rückkehrer ab. Der Bericht empfiehlt mehrere konkrete Maßnahmen: vereinfachte Unternehmensgründung und Zugang zu Krediten, damit Rückkehrer ihre Ersparnisse investieren können. Außerdem sollten im Ausland erworbene berufliche Kompetenzen besser anerkannt werden. Vor allem sollten Rückkehrer und lokale Gemeinschaften an der Gestaltung der sie betreffenden Maßnahmen beteiligt werden.

Mit den richtigen politischen Maßnahmen könnte die Rückkehr somit aus einer Auslandserfahrung einen Motor für die Entwicklung des Herkunftslandes machen.

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Arbeitsbedingungen beeinträchtigen die Gesundheit von Frauen im Reinigungssektor

Luxembourg Institute of Health (LIH), Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER)

Arbeit / Gesundheit / Gesellschaft

Wie wirkt sich die Arbeit im Reinigungssektor auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Frauen aus? Diese Frage steht im Mittelpunkt des partizipativen Forschungsprojekts WISH. Ein neuer Bericht untersucht den Berufsalltag von Reinigungskräften und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind.

Forschende des LIH und des LISER geben den weiblichen Reinigungskräften selbst eine Stimme. In Interviews mit Experten und gemeinsamen Workshops konnten sie ihre Erfahrungen direkt schildern. Dabei wurden mehrere Faktoren sichtbar, die ihre Gesundheit beeinträchtigen können: Arbeitsrhythmus und Arbeitsbelastung, Arbeitszeiten, Ausstattung, Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten, berufliche Anerkennung sowie Aufstiegsmöglichkeiten. Diese Bedingungen können körperliche und psychische Folgen haben.

Mit ihrer Arbeit tragen die Forschenden dazu bei, geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in diesem Sektor zu entwickeln.

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Ein Buch untersucht, wie europäisches Recht auf den zunehmenden KI-Einsatz reagieren kann

Universität Luxemburg (FDEF)

KI / Recht / Gesellschaft

Ein neues Buch über künstliche Intelligenz und europäisches Recht wurde in Zusammenarbeit mit Forschenden der Universität Luxemburg veröffentlicht. Es untersucht, wie gut die europäischen Regeln mit der rasanten Entwicklung der KI umgehen können.

Das Buch behandelt konkrete Anwendungsbereiche: den Einsatz von KI in Steuerverwaltungen, algorithmisches Personalmanagement, den Datenaustausch zwischen Unternehmen, den Zugang zur Justiz mithilfe von Assistenten wie ChatGPT, die Betrugserkennung und automatisierte Verträge. Die Autoren stellen dabei grundsätzliche Fragen: Wer trägt die Verantwortung, wenn eine autonome KI eine Entscheidung trifft? Könnte eine KI eines Tages einen rechtlichen Status erhalten? Und wie lassen sich die Rechte der Bürger gegenüber diesen Technologien schützen?

Die Forschenden betonen, dass KI mit konkreten Schutzmechanismen, klarer Verantwortlichkeit und Möglichkeiten für Bürger einhergehen muss, Entscheidungen anzufechten.

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Eine verborgene Kraft im Quantenvakuum gibt Physikern Rätsel auf

Universität Luxemburg (FSTM)

Quantenphysik / Vakuum / Universum

Physiker der Universität Luxemburg haben eine unerwartete Quantenwechselwirkung zwischen Atomen entdeckt, wenn diese als kollektives System betrachtet werden. Die Kraft ist abstoßend. Besonders überraschend ist eine weitere Eigenschaft: Ihre Stärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab – ähnlich wie bei der Newtonschen Gravitation. Ihr physikalischer Ursprung ist jedoch völlig anders.

Das Phänomen entsteht durch Quantenfluktuationen des elektromagnetischen Feldes, die selbst im Vakuum vorhanden sind. Bei einem einzelnen Atompaar wäre der Effekt äußerst schwach. Die kollektiven Schwingungen der Elektronen in Molekülen, Materialien oder Nanostrukturen könnten ihn jedoch so weit verstärken, dass er messbar wird. Das Team untersucht nun, ob sich diese Kraft experimentell nachweisen lässt und wie ihre Eigenschaften kontrolliert werden können.

Die Forschenden schaffen damit neue Möglichkeiten, winzige Kräfte und Bewegungen präziser zu messen und Phänomene auf atomarer Ebene besser nachzuweisen.

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Autorin: Diane Bertel

Editorin: Lucie Zeches (FNR)

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