Eine Studie des LIST trägt zur ersten Klassifikation der Mondböden bei
Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST)
Weltraum / Exploration / Weltraumressourcen
Wie lassen sich die nächsten Weltraummissionen zur Erkundung des Mondes vorbereiten? Eine Studie des LIST schlägt den ersten Rahmen zur Klassifikation von Mondböden vor. Die Forschenden greifen dabei auf mehr als ein Jahrhundert Erfahrung in der Bodenkunde zurück: Das ist die Wissenschaft, die Böden (ihre Zusammensetzung, Entwicklung und Eigenschaften) untersucht. Sie schaffen damit eine gemeinsame Sprache, um Mondböden zu beschreiben, zu klassifizieren und zu kartieren. Ein solches System ist wichtig, um Landeplätze auszuwählen, Infrastrukturen zu errichten und vorhandene Ressourcen zu nutzen.
Um ihren Klassifikationsrahmen zu testen, untersuchten die Forschenden einen Bohrkern, der 1971 von der Apollo-15-Mission zur Erde gebracht wurde. Sie identifizierten sieben Bodenschichten unter der Oberfläche, die von verschiedenen Entwicklungsphasen des Mondes zeugen. Die Ergebnisse stellen auch die Vorstellung infrage, dass Mondboden lediglich aus Staub besteht. Obwohl diese Böden keine biologische Aktivität aufweisen, haben sie sich über Milliarden Jahre durch physikalische und chemische Prozesse entwickelt. Dabei entstanden unterschiedliche Eigenschaften, die eine systematische Klassifikation ermöglichen.
Dieser Ansatz könnte eine gemeinsame wissenschaftliche Grundlage für die künftige Erforschung des Mondes schaffen.
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Ein Massenaussterben vor 201 Millionen Jahren zeigt die Gefahren einer schnellen Erderwärmung
Universität Luxemburg (FSTM)
Artensterben / Waldbrände / Klimawandel
Was geschah vor 201 Millionen Jahren, als bis zu 80 % der Arten verschwanden? Forschende der Universität Luxemburg haben einen Teil der Antwort gefunden: Großflächige Brände könnten den Druck auf bereits geschwächte Ökosysteme verstärkt haben.
Die Gesteinsschichten in Luxemburg sind besonders gut erhalten und zugänglich. Sie ermöglichen es, die Geschichte dieses Massenaussterbens zu rekonstruieren, das den Übergang von der Trias zum Jura markiert. Einer der wichtigsten Faktoren war die vulkanische Aktivität der Zentralatlantischen Magmatischen Provinz (CAMP), durch die große Mengen CO₂ freigesetzt wurden. Die daraus resultierende Erwärmung führte vermutlich zur Versauerung der Ozeane und zu einem geringeren Sauerstoffgehalt. Auch andere Ereignisse prägten diese Zeit, darunter ein Asteroideneinschlag nahe Limoges und ein starkes Erdbeben.
Für die Forschenden ist dieses Massenaussterben eine Warnung: Die Erdgeschichte zeigt, welche verheerenden Folgen ein schneller Anstieg des CO₂-Gehalts und ein rascher Klimawandel haben können.
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Generative KI wird in Luxemburg eher als Chance wahrgenommen
STATEC
KI / Gesellschaft / Technologien
Laut einer neuen Veröffentlichung des STATEC sehen 63 % der Internetnutzer im Alter von 16 bis 74 Jahren generative KI als Chance. 37 % betrachten sie dagegen als Bedrohung. Die Wahrnehmung unterscheidet sich jedoch deutlich je nach Bevölkerungsgruppe: Junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren (72 %), Hochschulabsolventen (72 %) und Beschäftigte in der Informationstechnologie (84 %) sind besonders optimistisch. Ältere Menschen und Arbeiter äußern dagegen häufiger Bedenken.
Die Studie zeigt auch, dass die Einstellung gegenüber KI das Verhalten beeinflusst. Von denjenigen, die KI als Chance sehen, geben 68 % an, sich mit den neuen Werkzeugen weiterzubilden. Bei denjenigen, die KI als Bedrohung wahrnehmen, sind es nur 26 %. Die Forschenden beobachten zudem ein Paradox: Berufe, die besonders stark von KI betroffen sind, gehören häufig zu denen, in denen KI am positivsten gesehen wird.
Die Ergebnisse zeigen, dass generative KI derzeit von einer Mehrheit der Einwohner als Chance wahrgenommen wird.
Eingewanderte Jugendliche sind weniger zufrieden mit ihrem Leben als in Luxemburg geborene
STATEC
Migration / Integration / Jugend
Eine große internationale Studie zeigt, dass eingewanderte Jugendliche im Durchschnitt weniger zufrieden mit ihrem Leben sind als Jugendliche, die im jeweiligen Land geboren wurden. Die Unterschiede fallen jedoch von Land zu Land sehr unterschiedlich aus.
Die Analyse umfasst 42 Länder und basiert auf den Antworten von mehr als 750.000 15-Jährigen aus den PISA-Erhebungen von 2015, 2018 und 2022. Die Kultur erweist sich als besonders wichtiger Faktor: In Ländern, in denen die Einhaltung gemeinsamer Regeln stärker ausgeprägt ist, fällt der Unterschied bei der Lebenszufriedenheit geringer aus. Größer ist er dagegen in Ländern mit einer größeren und vielfältigeren Einwanderungsbevölkerung. Als mögliche Gründe nennen die Forschenden unter anderem Spannungen, Segregation und Schwierigkeiten beim Aufbau sozialer Netzwerke. Eingewanderte Jugendliche in Luxemburg sind im Durchschnitt etwas weniger zufrieden mit ihrem Leben als Jugendliche, die in Luxemburg geboren wurden. Der Unterschied bleibt jedoch relativ gering.
Die Forschenden betonen, dass das Wohlbefinden eingewanderter Jugendlicher stark vom sozialen und kulturellen Umfeld ihres Aufnahmelandes abhängt.
Luxemburg in 150 neuen Karten: Große Unterschiede prägen das Land
Universität Luxemburg (FHSE), LISER, STATEC
Kartografie / Gesellschaft / Demografie
Ein neuer Atlas versammelt 150 bisher unveröffentlichte Karten auf Grundlage der luxemburgischen Volkszählung von 2021. Forschende der Universität Luxemburg, des LISER und des STATEC untersuchen darin zahlreiche Aspekte der Gesellschaft: Bevölkerungsverteilung, Urbanisierung, Wohnen, Migration, Sprachen, Beschäftigung, Verkehr und Bildungsniveau.
Eine wichtige Neuerung ist die Verwendung eines Rasters von einem Quadratkilometer. Dadurch lässt sich das Land deutlich genauer darstellen. Zwischen den Regionen bestehen große Unterschiede, teilweise sogar innerhalb derselben Gemeinde. Luxemburgisch ist vor allem im Norden des Landes verbreitet, während sich die Hauptstadt durch eine große sprachliche Vielfalt auszeichnet. Der Atlas zeigt außerdem eine Konzentration von Hochschulabsolventen rund um Luxemburg-Stadt.
Nach Ansicht der Autoren können die Karten helfen, den künftigen Bedarf an Schulen, Wohnungen, Verkehrsmitteln und Gesundheitsdiensten abzuschätzen. Zugleich bieten sie der Bevölkerung eine neue Möglichkeit, die demografischen und sozialen Realitäten des Großherzogtums zu verstehen.
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Diabetes: Internationale Roadmap soll die tägliche Belastung der Patienten mithilfe von KI verringern
Luxembourg Institute of Health (LIH)
Diabetes / KI / Gesundheit
Kann KI Menschen mit Diabetes dabei helfen, ihre Krankheit besser zu bewältigen? Eine vom LIH geleitete internationale Roadmap schlägt vor, den Erfolg einer Behandlung nicht mehr nur anhand des Blutzuckers oder anderer klinischer Werte zu messen. Entscheidend soll auch die „glückliche Zeit“ sein: die Zeit, die Menschen ohne Einschränkungen durch ihre Krankheit erleben.
Wie lässt sich diese Zeit erhöhen? Algorithmen, tragbare Sensoren und digitale Zwillinge könnten die Daten jedes Patienten kontinuierlich analysieren und die Behandlung, etwa die Insulindosis, anpassen. Weitere Innovationen sind geplant, darunter Behandlungen, die deutlich weniger häufige Injektionen erfordern. Ziel ist jedoch nicht, das medizinische Personal zu ersetzen. Indem ein Teil der Überwachung automatisiert wird, könnten Ärzte mehr Zeit für Gespräche, Zuhören und gemeinsame Entscheidungen gewinnen.
Die Autoren betonen eine zentrale Herausforderung: Der Zugang zu diesen Innovationen muss gerecht gestaltet werden, damit möglichst viele Menschen davon profitieren.
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Ein wichtiges Enzym eröffnet neue Wege zum Verständnis bestimmter Krankheiten
Universität Luxemburg (LCSB)
Gehirn / Stoffwechsel / Enzyme
Forschende des LCSB haben gemeinsam mit einem spanischen Team Ser33 untersucht, ein Enzym, das eine wichtige Rolle bei der Produktion der Aminosäure L-Serin spielt. Dieses Molekül ist für das Funktionieren der Zellen unverzichtbar, insbesondere im Gehirn. Da es nur schwer vom Blut ins Gehirn gelangt, müssen die Gehirnzellen einen großen Teil selbst herstellen. Eine Störung dieser Produktion kann bestimmte neurologische Erkrankungen verursachen.
Um die Funktion von Ser33 besser zu verstehen, untersuchten die Forschenden seine Struktur und Funktionsweise mit verschiedenen Analysemethoden. Sie entdeckten unter anderem, dass sich vier Ser33-Proteine zu einer aktiven Struktur zusammenschließen. Außerdem stellten sie fest, dass die Produktion von L-Serin auf natürliche Weise verlangsamt werden kann, wenn bereits genügend L-Serin vorhanden ist.
Die Ergebnisse könnten helfen, bestimmte seltene neurologische Erkrankungen und einige Krebsarten besser zu verstehen.
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Urlaubsreisen erreichen in Luxemburg einen Rekord, doch die Aufenthalte werden kürzer
STATEC
Tourismus / Gesellschaft / Finanzen
Wie haben die Einwohner Luxemburgs 2025 gereist? Der STATEC liefert die Antwort: Das Jahr war von einer besonders hohen Reiseaktivität geprägt. Insgesamt unternahmen 82,9 % der Einwohner mindestens eine Urlaubsreise mit Übernachtung.
Die hohe Reiseaktivität geht mit einem Rekord bei den Ausgaben einher: Eine Urlaubsreise kostete durchschnittlich 1.304 Euro pro Person. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung, insbesondere aufgrund gestiegener Transport- und Übernachtungskosten. Insgesamt gaben die Einwohner 3,8 Milliarden Euro für Urlaubsreisen aus. Frankreich bleibt das wichtigste Reiseziel, gefolgt von Deutschland, Portugal, Italien und Spanien. 92,4 % der Reisen führten innerhalb Europas. Das Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel, während Städtereisen besonders beliebt sind: 53,1 % der Reisen führten in eine Stadt.
Gleichzeitig werden die Aufenthalte kürzer. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank innerhalb eines Jahres von 7,2 auf 6,8 Übernachtungen.
Alzheimer: Ein neues Werkzeug zeigt biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Universität Luxemburg (LCSB)
Alzheimer / Geschlechtsspezifische Unterschiede / Computerwerkzeuge
Warum zeigen sich manche Krankheiten bei Männern und Frauen unterschiedlich? Um dieser Frage nachzugehen, haben Forschende des LCSB das Computerwerkzeug XYomics entwickelt. XYomics kann geschlechtsspezifische biologische Unterschiede in molekularen Daten erkennen.
Identifiziert werden drei Arten von Unterschieden: Veränderungen, die nur bei einem Geschlecht auftreten; Veränderungen, die bei Männern und Frauen in entgegengesetzte Richtungen gehen; und Veränderungen, deren Stärke sich zwischen den Geschlechtern unterscheidet. Das Werkzeug kombiniert statistische Analysen, die Untersuchung biologischer Prozesse und hormoneller Wechselwirkungen.
Die Forschenden testeten XYomics mit Daten von Patienten mit Alzheimer. Dabei wurden 306 Gene identifiziert, deren Aktivität sich bei Männern und Frauen in entgegengesetzte Richtungen veränderte. Herkömmliche Methoden erkannten 75% davon nicht.
Das Werkzeug zeigte außerdem Unterschiede in bestimmten Gehirnzellen, insbesondere bei Entzündungsreaktionen von Frauen.
Neuer internationaler Rahmen, um die Stimme als medizinischen Biomarker zu nutzen
Luxembourg Institute of Health (LIH)
Stimm-Biomarker / Gesundheit / Diagnostik
Kann die Stimme etwas über unseren Gesundheitszustand verraten? Subtile Veränderungen der Sprache, der Atmung oder der Stimme könnten tatsächlich dabei helfen, verschiedene Krankheiten zu erkennen – darunter Parkinson, Alzheimer, Depressionen, Herzinsuffizienz und Typ-2-Diabetes.
Forschende des LIH und der University of South Florida haben 24 internationale Experten zusammengebracht, um eine gemeinsame wissenschaftliche Sprache für Stimm-Biomarker zu entwickeln. Diese medizinischen Hinweise lassen sich aus der Stimme ableiten. Ihre Arbeit widmet sich einem zentralen Problem: Es fehlen einheitliche Definitionen. Die Forschenden schlagen einen Rahmen vor, der zwischen einfachen Stimmmessungen und validierten Biomarkern unterscheidet und eine strukturierte Klassifikation ermöglicht.
Dieser erste Schritt soll die Zusammenarbeit zwischen Forschenden, Ärzten, Ingenieuren und Unternehmen erleichtern. Ziel ist die Entwicklung internationaler Standards, die es ermöglichen werden, Stimm-Biomarker auch praktisch im Gesundheitswesen einsetzen zu können.
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Autorin: Diane Bertel
Editorin: Lucie Zeches (FNR)