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„Nicht die einzelnen Kriterien sind entscheidend, sondern die Kombination bestimmter Kriterien“, sagt Dupuy

Von den vielen Eigenschaften, die uns ausmachen, sind bei der Partnersuche nur wenige ausschlaggebend. Entscheidend ist letztlich aber die Kombination.

Nüchtern betrachtet ist die Vorgehensweise auf dem Heiratsmarkt eine recht rationale Angelegenheit: Man sucht einen Partner, der zu einem passt. Es ist also fast so wie auf dem  Jobmarkt. Nur dass die Kriterien, nach denen ausgewählt wird, andere sind. Einem Arbeitnehmer ist es schließlich egal, ob sein zukünftiger Chef groß oder klein, dick oder dünn ist. Auf dem Heiratsmarkt hingegen spielen Körpermerkmale durchaus eine Rolle.

Allerdings sind Größe und Gewicht nur zwei von vielen Kriterien. Und es sind auch längst nicht die wichtigsten, wie Arnaud Dupuy herausgefunden hat. Der Wirtschaftswissenschaftler der Uni Luxemburg hat auf Grundlage von Daten, die bei einer langjährigen Haushaltsstudie in den Niederlanden gesammelt wurden, untersucht, welche Faktoren bei der Partnerwahl eine Rolle spielen.

Bildung und Persönlichkeitsmerkmale am wichtigsten

Dupuy und sein Pariser Forschungskollege Alfred Galichon haben sich dabei auf zehn Kriterien konzentriert. Neben Größe und Gewicht waren das Bildung, Gesundheit und Risikobereitschaft sowie die Persönlichkeitsmerkmale Gewissenhaftigkeit, Selbständigkeit, Liebenswürdigkeit, emotionale Stabilität und Offenheit.

Die Forscher haben zwar festgestellt, dass das Bildungsniveau bei der Partnersuche die größte Rolle spielt, aber Persönlichkeitsmerkmale sind ebenfalls wichtig. Die Forscher haben z.B. gezeigt, dass emotional gefestigte Männer und gewissenhafte Frauen sich gegenseitig anziehen, oder auch angenehme, aufmerksame Männer und introvertierte Frauen.

Angewandte Methode auch auf andere Bereiche übertragbar

Die Untersuchung liefert somit wichtige Erkenntnisse über die Vorstellungen von Männern und Frauen. Sie zeigt allerdings auch noch etwas anderes: „Nicht die einzelnen Kriterien sind entscheidend, sondern die Kombination bestimmter Kriterien“, sagt Dupuy und nennt als Beispiel die Körpergröße. „Ob ein Mann groß oder klein ist, ist nicht ausschlaggebend. Wer aber groß und ungebildet ist, der hat wenig Chancen.“ 

Den Wirtschaftswissenschaftler Dupuy interessiert aber eigentlich nicht die entscheidende Frage, welcher Typ Mann oder Frau die besten Chancen auf dem Heiratsmarkt hat.  Ihm geht es vielmehr um das algorithmische Verfahren (Saliency Analysis), das dabei zum Einsatz kam. „Das Besondere an unserem Verfahren ist, dass wir das Verhältnis der Faktoren zueinander berücksichtigt haben“, erklärt der Forscher. „Wir wussten auch schon vorher, dass bestimmte Kriterien wichtig sind. Wir wussten aber nicht, wie wichtig sie sind.“

Die Untersuchung der Zusammenhänge auf dem Heiratsmarkt ist deshalb nur der erste Schritt. Denn der Wirtschaftswissenschaftler ist davon überzeugt, dass sich das Verfahren auch auf andere Bereiche wie beispielsweise den Arbeitsmarkt übertragen lässt. Die Idee sei ja im Grunde die Gleiche, erklärt er. „Auf der einen Seite der Arbeitgeber, auf der anderen der Arbeitnehmer. Beide Seiten wollen zusammenfinden und das mit dem größtmöglichen Nutzen.“

Autor: Uwe Hentschel
Foto © Uwe Hentschel

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