(C) Shotshop & Andy Genen

Lizzie und Nouga sind zu einem Ausflug in einem alten Steinbruch unterwegs. Plötzlich bleibt Lizzie stehen: Da blitzt etwas Helles in dem sonst gleichmäßig gefärbten Boden. Als sie näher geht, ruft sie aufgeregt Nouga herbei.

Nouga: Was ist? Bist du auf etwas gestoßen?

Lizzie kratzt vorsichtig etwas Erde von ihrem Fund. Plötzlich läuft ihr ein Schauer über den Rücken: „Das ist ein Knochen“, ruft sie entsetzt. Die Knochen sehen aber sehr alt aus – ob es Fossilien, also versteinerte Knochen sind?

Am Nachmittag macht sich Lizzie auf den Weg zum Naturhistorischen Museum.

Sie weiß von einem Schulausflug, dass dort Paläontologen arbeiten. So heißen Wissenschaftler, die sich mit Fossilien beschäftigen. Die können ihr bestimmt sagen, was sie gefunden hat. Aufgeregt erzählt sie ihre Geschichte. Tatsächlich werden die Wissenschaftler Robert Weis und Alain Faber neugierig. Die Paläontologen begleiten sie zu ihrem Fund.

Robert Weis: Das könnten Reste eines Fischsauriers sein.

Lizzie ist ganz aufgeregt: Wow, ein Fischsaurier! Wirklich? Wie heißt der denn?

Robert Weis: Schwer zu sagen, wir müssen die Knochen zunächst sorgfältig ausgraben. Erst danach können wir den Fund näher bestimmen. Dabei werden wir auch schauen, in welcher Bodenschicht der Saurier liegt. Die verschiedenen Bodenschichten verraten uns etwas darüber, wann der Saurier gestorben sein könnte.

Lizzie: Das verstehe ich nicht. Weshalb müssen sie dazu die Bodenschicht bestimmen?

Robert Weis: Wir wissen, wo in Luxemburg Bodenschichten aus der Trias- und der Jurazeit liegen. Das sind Zeiten, in denen die Saurier gelebt haben. Wenn wir das Alter des Bodens kennen, wissen wir auch mehr über das Alter des Fossils.

Lizzie: Vielleicht finden sie ja auch noch andere Knochen?

Alain Faber: Ja, das wäre prima. Deshalb graben wir sehr sorgfältig. Oft liegen an einer Fundstätte noch Spuren von anderen Tieren oder Abdrücke von Pflanzen. All das ist wichtig, um mehr über das Tier zu erfahren, von dem du die Knochen gefunden hast.

Lizzie: Und wann wissen wir, welchen Fischsaurier ich gefunden habe?

Alain Faber: Ganz so schnell geht das leider nicht. Dazu müssen wir noch viele weitere Untersuchungen machen.

Autor: Jean-Paul Bertemes (FNR), überarbeitet: scienceRELATIONS
Illustration: Andy Genen
Foto: Shotshop

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Stenopterygius quadriscissus

Stenopterygius quadriscissus war ein Fischsaurier (Ichthyosauria). Ichthyosauria heißt wörtlich übersetzt „Fischechse“. Er lebte im Schelfbecken des Jurameeres in Nordwest- und Zentraleuropa. Forscher nennen das Gestein, in denen sie die Fossilien finden auch Posidonienschiefer. Es kommt in England, Frankreich, Luxemburg, Deutschland und in der Schweiz vor. Stenopterygius quadriscissus lebte im unteren bis mittleren Jura, also vor etwa 190 bis 171 Millionen Jahren. Die Ichthyosaurier sind vor dem Ende der Kreidezeit ausgestorben, also noch vor den Dinosauriern auf dem Land.

Wie entstehen Fossilien?

Wenn Tiere oder Pflanzen sterben und auf den Grund eines Meeres, Sees oder Moors sinken, werden sie dort von Schlamm und Sand bedeckt. Die weichen Teile der Lebewesen werden schnell zersetzt. Die harten Teile aber bleiben länger erhalten. Über die Jahre legen sich immer mehr Bodenschichten ab. Diese drücken so fest auf die Reste der Lebewesen, dass sie sich verfestigen und zu einer Gesteinsschicht werden.

Durch Bewegungen der Gesteinsschichten, Wind und Wasser können Gesteinsschichten wieder abgetragen werden. Oder aber durch Bauarbeiten oder andere Grabungen. Dann kommen Millionen Jahre alte Fossilien wieder an die Oberfläche.

Was ist wichtig bei Ausgrabungen?

Bei Ausgrabungen müssen die einzelnen Funde nummeriert und die Fundorte genau bestimmt werden. Ein Fossil ohne Fundortangabe ist wertlos. Mit einem Fotoapparat können die Fossilien in ihrer ursprünglichen Lage festgehalten werden.

Wichtig ist es auch, die einzelnen Gesteinsschichten zu analysieren und darauf zu achten, in welcher Gesteinsschicht was gefunden wurde. Gesteinsschichten liefern uns nämlich Informationen zum Alter der Fossilien. So kann man wissen dass jene Gesteinsschicht z.B. ungefähr 100 Millionen Jahre alt ist und die andere ungefähr 60 Millionen Jahre. Wenn man nun einen Knochen in der einen Gesteinsschicht findet und einen anderen in der anderen, dann gehören diese Knochen nicht zu demselben Tier.

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