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Der Begriff „Hurrikan“ bedeutet in der Indianersprache „Windgott“. Ein „Hurrikan“ bezeichnet einen tropischen Wirbelsturm, der sich im Atlantik, in der Karibik, im Nordpazifik (östlich der Datumsgrenze) oder im östlichen Südpazifik entwickelt. Die Hurrikansaison dauert vom 1. Juli bis zum 6. November.

Wie entstehen sie?

Sie entstehen über dem Meer, wenn das Wasser bis zu einer Tiefe von 50 Metern wenigstens 28 C° warm ist. Das Wasser verdunstet in großen Mengen und der Wasserdampf steigt in den Himmel, wo durch Kondensation große Wetterwolken entstehen. Da die Luftmassen aufsteigen, entsteht über der warmen Meeresoberfläche ein Unterdruck: Aus der Umgebung strömt Luft nach. So entsteht ein „Kamin“, in dem die Luftmassen sich sammeln und nach oben steigen. Durch die Corioliskraft werden sie anschließend in Rotation versetzt, und es entsteht ein großflächiger Wirbel. Wenn dieser Wirbelsturm über Land zieht, wird er nicht mehr von weiteren Luftmassen genährt, er schwächt sich nach und nach ab, und seine Wassermassen fallen in Form von Regen zur Erde.

Was ist die Corioliskraft?

Die Corioliskraft hat ihren Ursprung in der Rotationsbewegung unserer Erde und wirkt senkrecht zur Richtung sämtlicher Bewegungen auf unserem Planeten. Im Falle der Entstehung eines Hurrikans wirkt sie auf die Bewegung der Luftmassen.

Etwas haben sie alle gemeinsam!

Typisch für einen solchen Hurrikan ist sein Auge, in dem das Wetter schon fast wieder schön ist. Dort gibt es so gut wie keine Wolken, so gut wie keinen Regen und auch keinen starken Wind mehr. Früher verwechselten die Leute dies oft mit dem Ende des Sturms, sie kamen aus ihren Häusern, um aufzuräumen, und wurden von dem wieder einbrechenden Sturm weggezerrt.

… und so erhielten die Hurrikane ihre „Vornamen“ …

Seit 1950 benennen Meteorologen diese Stürme nach einem einfachen Schema: 21 Namen in alphabetischer Reihenfolge stehen jedes Jahr zur Verfügung. Von Jahr zu Jahr werden andere Listen verwendet, und es gibt 6 verschiedene Namenslisten. So wird jede Liste alle 6 Jahre wieder verwendet. Wenn ein Sturm besonders stark war, kann ein Name von der Liste durch einen anderen ersetzt werden. Beispielsweise wurde der Name „Ivan“, ein starker Sturm von 2004, in der Liste von 2010 durch den Namen „Igor“ ersetzt. Dank dieses Systems weiß man immer sofort um den wievielten Hurrikan des Jahres es sich handelt.

Das Jahr 2005 war das erste, in dem 21 Namen nicht ausreichten. In den letzten Jahren kamen immer heftigere Hurrikane auf. Verschiedene Forscher sind der Meinung, dass dies mit der Klimaerwärmung zusammenhängt, und dass, falls unsere Erde sich weiter erwärmt, Hurrikane künftig häufiger entstehen.

Dieser Artikel erschien im Science News 05/2008.

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