(C) Elias Fizesan - Jonk Fuerscher

Dieser Schüler der European School of Luxembourg II wurde von der Jury des nationalen Wettbewerbs der jungen Wissenschaftler ausgezeichnet und bereitet sich gerade auf die Teilnahme am London International Youth Science Forum am Imperial College of London vor. Mit gerade 16 Jahren hat Elias Fizesan Gewächshäuser entwickelt, die in der Lage sind, die Bedürfnisse und häufigsten Krankheiten von Futterpflanzen zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Mithilfe seines Experiments konnte er den für das Wachstum der getesteten Pflanzen erforderlichen Wasserverbrauch im Rahmen dieses umweltfreundliches Projekts um 59 % senken.

An der Reduzierung der Umweltauswirkungen teilnehmen

Im Hinblick auf die Veränderung der Welt wollte Elias mit seinen Möglichkeiten zur Entwicklung einer nachhaltigeren und erschwinglicheren Landwirtschaft beitragen. Er hatte die Idee, seine Programmierkenntnisse zu nutzen und künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz zu bringen, um unabhängige und intelligente Gewächshäuser zu entwickeln. Zunächst hat er sich über die Parameter informiert, die für die Optimierung des Pflanzenwachstums zu berücksichtigen sind und Temperatur, Bewässerung, Belüftung und Helligkeit ausgewählt. Diese Recherchen haben ihn jedoch noch weiter geführt. „Nachdem ich gelesen habe, dass Krankheitserreger und Parasiten den Wirkungsgrad der Kulturen zwischen 10 und 40 % reduzieren können, war dieser Aspekt für mich wichtig“, erklärt Elias. Folglich wollte er die KI für die Entwicklung eines Systems einsetzen, das in der Lage ist, etwa 15 häufige Pflanzenkrankheiten (z. B. Oidium) zu erkennen.

Intelligente Computermodelle entwickeln

Elias hat angefangen, über die Programmiersprache Python und die von Google für die Nutzung der KI gelieferten Quellcodes intelligente Systeme zu entwickeln. Was zum Beispiel die Belüftung angeht, ist sein System an einen Sensor geknüpft, der in einem Gewächshaus angebracht ist und alle 5 Minuten Informationen über die Temperatur und Feuchtigkeit sammelt. Sobald eine bestimmte Schwelle überschritten ist, wird der Lüfter aktiviert, um optimale Bedingungen wiederherstellen.

Um zu definieren, ab wann sich der Lüfter anschalten soll, hat Elias ein künstliches, neuronales Netzwerk entwickelt. Inspiriert von der Funktionsweise der Neuronen, löst dieses System komplexe Probleme, indem fortlaufend Anpassungen an mehrere Faktoren vorgenommen werden. So schaltet sich der Lüfter nicht nur je nach den Temperatur- und Feuchtigkeitswerten an, sondern berücksichtigt auch andere Parameter wie die aktuelle Wachstumsrate der Pflanze und das Vorhandensein oder Fehlen einer Krankheit.

Gleichzeitig hat Elias einen Algorithmus zur Erkennung von Pflanzenkrankheiten entwickelt. „Mit der KI muss ein Modell mit vielen Daten trainiert werden. Ich habe recherchiert und etwa 70.000 Bilder von Pflanzen benutzt, die diese Krankheiten aufweisen. Durch die Einspeisung der Bilder verbessert sich das Modell von selbst“, erklärt Elias. Er konnte eine Präzision des Modells von 97,3 % erreichen. Das Modell ist mit einer Kamera verbunden, die regelmäßig Fotos der Pflanze im Gewächshaus macht. Indem das System diese Fotos mit denen aus der Datenbank vergleicht, kann es erkennen, ob die Pflanze eine Krankheit hat oder nicht und um welche Krankheit es sich handelt. Es speichert dann die Daten und benachrichtigt den Benutzer der Krankheit.

Die Wirksamkeit der unabhängigen Gewächshäuser testen

Legende: Darstellung des unabhängigen Gewächshauses links und des kontrollierten Gewächshauses rechts.

Um die Wirksamkeit der Einrichtung zu testen, hat Elias einen Kopfsalat in seinem unabhängigen Gewächshaus und einen anderen in einem kontrollierten Gewächshaus wachsen lassen. Letzterer erhielt 150 ml Wasser pro Tag und litt nur unter den wetterbedingten Temperatur- und Helligkeitsänderungen. „Um sicher zu sein, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, habe ich das Experiment dreimal wiederholt und dann festgestellt, dass der Kopfsalat mit einem Durchmesser von etwa 12,5 cm voll ausgewachsen war“,fügt Elias hinzu. Im Durchschnitt wuchs der Kopfsalat 49 Tage im kontrollierten Gewächshaus im Vergleich zu 27 Tagen im unabhängigen Gewächshaus. Mithilfe seines Systems konnte er den Wasserverbrauch um 59 % senken.

Elias möchte sein Projekt fortführen, um es so erschwinglich wie möglich zu machen. Seine Experimente werden jedoch in London fortgeführt, wo er seine Schullaufbahn beenden wird, bevor er sein Hochschulstudium in der Modellierung beginnt.

 

Autor: Constance Lausecker
Foto: © Elias Fizesan – Jonk Fuerscher

Forschung im Weinbau Wie der Weinbau in Luxemburg sich dem Klimawandel anpasst

Mittlerweile hat der Klimawandel nicht mehr nur positive Auswirkungen auf den Weinbau. Wissenschaftler am LIST und dem I...

LIST , IVV
Klima a Kéi Si Kéi Klimakiller?

Eng Kou stéisst pro Dag bis zu 600 Liter vum Zäregas Methan aus. Sollte mir dowéinst op Mellëch a Rëndfleesch verzichten...

FNR
Hydrologie Weichtiere für die Beobachtung der Wasserläufe

In Luxemburg verwenden Forscher Weichtiermuscheln, um das Alter des Wassers und seinen Verlauf festzustellen. Inwiefern ...

FNR

Auch in dieser Rubrik

Event-Vorschau Veranstaltungen in Luxemburg rund um die Wissenschaft - Februar 2024

Was ist diesen Monat los? Hier unsere Highlights aus dem science.lu-Veranstaltungskalender.

Science Challenge Show Take Off hebt ab: Die erste Staffel der TV- und Webshow startet jetzt!

Am Sonntag, den 14. Januar startet die erste Episode der Take Off Science Challenge Show – auf RTL und YouTube! Sei dabei, wenn die Kandidaten sich den Challenges stellen und ums Weiterkommen kämpfen...

FNR, ALF
Wissenschaft trifft Kunst Wissenschaftscomic: Was passiert im Gehirn eines Kindes mit ADHS?

Ein Beispiel aus der neuen Ausgabe des Wissenschaftscomics LUX:plorations.

FNR