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Ein Topf-im-Topf

Auch vor der Erfindung des elektrischen Stroms schaffte man es, Lebensmittel kühl zu halten. Oftmals dienten tiefe Keller oder gar Höhlen als natürliche Kühlschränke, doch auch die kleinere (und gar transportierbare) Methode des „Topfs-im-Topfs“, auch Zeer genannt, ist äußerst nützlich und auch heutzutage noch im Gebrauch. Eine zweite Variante ist der Erdkühlschrank im Kleinformat: Auch er kühlt ohne Strom, ist allerdings etwas aufwendiger in der Gestaltung.

Durchführung

In den großen Topf gibt man eine Basis aus Sand oder feiner Erde: Steht der kleine Topf im großen, müssen beide auf gleicher Höhe sein. Hat einer der Töpfe etwa ein Loch, muss dieses vorher abgedichtet werden. Nun füllt man auch den Zwischenraum zwischen großem und kleinem Topf bis oben hin mit Sand oder Erde und gießt genügend Wasser dazu, um den Sand oder die Erde völlig zu durchtränken. Der innere Topf fungiert als Kühlschrank: Ihn kann man nun füllen und gänzlich mit einem nassen Tuch bedecken. Er kühlt sich auf ungefähr 10-15°C ab, und bleibt auch bei dieser Temperatur, vorausgesetzt, dass Sand und Tuch immer genug Wasser enthalten: Hier muss regelmäßig nachgefüllt werden.

Prinzip

Der Zeer funktioniert am Besten in einem warmen, trockenen und luftigen Umfeld. Der Topf-im-Topf nutzt das Prinzip der Evaporation. Die Umgebungswärme bringt das Wasser im Zeer zur Verdunstung: Es wechselt vom flüssigen Zustand in den gasförmigen und entweicht durch die poröse Wand des Tongefäßes. Dieser Prozess benötigt Energie: Sie wird in Form von Wärme dem gesamten System entzogen, der innere Topf wird dadurch ständig gekühlt - zumindest so lange wie genügend Wasser vorhanden ist.

Doch auch die umgebende Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle: Wasser verdunstet zwar bereits bei Raumtemperatur, aber nur, wenn die Luft nicht bereits mit Wasserdampf gesättigt ist. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit funktioniert der Zeer nicht mehr.

Tipps

Ist der innere Topf auf seiner Innenseite glasiert, oder nutzt man einen weiteren, noch kleineren wasserdichten Behälter, in den man die zu kühlenden Waren platziert, ist die Qualität des genutzten Wassers nicht mehr so wichtig. Dies ist also allen anzuraten, die Bach-, Fluss- oder Meerwasser zur Kühlung einsetzen wollen.

Setzt man den Zeer in eine kleine Pfütze, kann er von dort aus selber neues Wasser nachziehen: Damit wird er etwas pflegeleichter, denn er muss nun nicht mehr so oft nachgefüllt werden. 

Autor: Joseph Rodesch (FNR)
 

Infobox

Material

(pro Topf-im-Topf, oder Zeer)

- 2 verschieden große, unglasierte Ton- oder Terracotta-Töpfe, von denen der kleinere in den größeren hinein passen muss. Dabei sollten auf jeder Seite 1-3cm freier Raum bleiben.
- genügend Sand (oder feine Erde) zum Füllen des freien Raums zwischen den Töpfen
- 1 Tuch, groß genug, um das Ganze zu bedecken
- Wasser

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