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In der Studie werden die psychologischen und biologischen Folgen von akutem Stress auf die Körperwahrnehmung untersucht

Jeder Mensch erlebt im Alltag vorübergehend körperliche Symptome, die nicht durch eine Krankheit oder Verletzung hervorgerufen werden, wie z.B. Übelkeit, Schmerzen, Ohrgeräusche, Schwindel, Schweißausbrüche oder Ähnliche. Diese körperlichen Symptome sind oftmals „medizinisch unerklärt“, d.h. dass Ärzte keine medizinischen Ursachen für diese Symptome finden.

Trotz der beträchtlichen Häufigkeit und des erheblichen Leidensdrucks für Betroffene sind viele psychologische und biologische Faktoren, die der Entwicklung körperlicher Symptome zugrunde liegen, ungeklärt. Demgegenüber ist es durchaus wahrscheinlich, dass es Veränderungen in der Körperwahrnehmung, z.B. durch das viszerale Lernen (Lernen der Wahrnehmung von Körperprozessen) oder in der Ausschüttung von Stresshormonen gibt, die mit der Entstehung von Körpersymptomen zusammenhängen.

Fragestellung der Studie: Wir hoffen durch diese Studie psychologischen und biologischen Folgen von akutem Stress für Körperwahrnehmung besser zu verstehen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse könnten dann neue Methoden zur Diagnose und zur Behandlung von körperlichen Symptomen entwickelt werden.

Was der Studienteilnehmer tun muss

Die Studie ist auf zwei Untersuchungstagen im Labor begrenzt. Am ersten Tag im Labor werden Ihnen einige Fragebögen zur Beantwortung ausgehändigt. Danach wird Ihnen erklärt, wie Sie über sogenannte Salivetten-Röhrchen Speichelproben während des Experiments abgeben, was der Messung der Stresshormone (Cortisol und Alpha-Amylase) im Speichel dient. Es erfolgt außerdem eine Datenerhebung im psychophysiologischen Labor. Bei dieser Untersuchung kommen die folgenden Verfahren zum Einsatz:

  • Ein Verfahren, bei dem Sie Ihre Herzschläge wahrnehmen sollen
  • Ein Belastungstest

Bei dem Herzwahrnehmungsverfahren wird die Aktivität ihres Herzens (Elektrokardiogramm) anhand von Elektroden auf der Körperoberfläche (Oberkörper) gemessen und ihr Blutdruck mithilfe einer Oberarmmanschette erfasst. Der Belastungstest hat den Namen „Kaltwasser-Test“. Dabei werden Sie gebeten, Ihre Hand für 3 Minuten in Eiswasser (0-3°C) zu halten.

Die komplette Prozedur am ersten Tag, inklusive Vorbereitung, dauert etwa 2,5 Stunden. Am zweiten Tag im Labor wird lediglich das Verfahren zum Herzwahrnehmung durchgeführt, das ca. 15 Minuten dauert.

Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von € 30,- als SODEXO Gutscheine für Ihre Teilnahme an der kompletten Studie.

Ein- und Ausschlusskriterien

Es gibt einige Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit Sie an der Studie teilnehmen können:

  • Sie sollten zwischen 18-45 Jahre alt sein
  • Sie dürfen keine akute (psychische oder körperliche) Erkrankung haben
  • Sie dürfen keine chronische (psychische oder körperliche) Erkrankung haben
  • Bei Ihnen und Ihren direkten Verwandten sollten kein Aneurysma diagnostiziert sein
  • Sie sollten keine Medikamente einnehmen (außer oralen Kontrazeptiva oder gelegentlich leichten Schmerzmitteln)
  • Sie dürfen Sie nicht teilnehmen, wenn Sie unter der Raynaud-Erkrankung leiden
  • Sie sollten keine Hauterkrankung haben
  • Als Frau müssen Sie eine aktuelle Schwangerschaft ausschließen können
  • Falls Sie in der Vergangenheit in medizinischen Umgebungen Unwohlsein, Schwindel oder Ohnmachtsanfälle hatten, sollten Sie ebenfalls nicht teilnehmen

Bis wann werden Teilnehmer angenommen?

Bis zum 01.09.2021

Leiter der Studie und Kontakt

Ruta Müller, M.Sc.-Psych.
Doktorandin im Projekt „INMEMO“, Studienleiterin
Tel.: (+352) 46 6644 9343, E-Mail: ruta.mueller@uni.lu

Disclaimer: science.lu übernimmt für den Inhalt dieses Artikels und der wissenschaftlichen Studie keine Verantwortung. Solltest Du Fragen oder Bedenken haben, kontaktiere bitte den Studienleiter.

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