(C) MOAST

Surena Neshvad arbeitet an der Zukunft des elektrischen Netzes.

Immer mehr Strom wird durch Wind- und Solarenergie erzeugt. Die Stromproduktion wird somit schwieriger zu überwachen. Was tun bei Problemen im Netz? Surena Neshvad vom SnT entwickelt eine Methode, wie Probleme im Netz lokalisiert werden könnten.

In einem gemeinschaftlichen Projekt der Uni Luxemburg und der Creos, arbeitet Surena Neshvad sozusagen an der Zukunft des elektrischen Netzes. Denn hier ist vieles im Umbruch: Bis vor kurzem wurde der Strom in Europa nämlich noch von einer kleinen Zahl an Energiezentralen erzeugt. Das Stromnetz war also relativ übersichtlich.

"Dadurch dass nun aber immer mehr Strom durch Windanlagen oder Solarzellen produziert wird, gibt es immer mehr Orte, an denen Strom hergestellt wird. Und vor allem wird immer mehr Strom in Gegenden produziert, die eigentlich nicht gedacht waren für die Stromproduktion. So sind z.B. in Luxemburg die Gegenden mit viel Wind oftmals im Ösling, weit entfernt vom Verbrauch und nur mit schlechten Leitungen angebunden. Es wird also immer schwieriger das Stromnetz zu kontrollieren bzw. alle Stromquellen so aufeinander abzustimmen, dass immer genug Strom da ist", erklärt Surena Neshvad.

Bei Problemen im Netz: schwerer den Auslöser zu finden

Die Dezentralisierung bringt eine weitere Schwierigkeit mit sich: Wenn es früher im Netz irgendwo ein Problem gab, war es nicht schwer herauszufinden, wo das Problem herkam. Nun hat sich dies geändert. "Daher arbeiten wir an einer Methode, wie wir die dezentralisierte Stromproduktion besser überwachen können", sagt der Ingenieur. "Lokale Probleme von Leitungen können einen großen Impakt auf die Leitungen haben. Dadurch ist es wichtig, Netz-Parameter in Echtzeit zu haben - um somit in Krisen-Situationen reagieren zu können."

Signal durch die Leitung schicken: Parameter in Echtzeit

Die Methode von Surena Neshvad und Kollegen funktioniert so: Die Forscher schicken mit dem Strom ein weiteres Signal durch die Leitungen. Dieses Signal liefert zusätzliche Informationen. Bei einem Problem im Stromnetz kann somit die Ursache des Problems identifiziert werden.

"Bisher haben wir schon vielversprechende Resultate am Computer und wir sind dabei, ein Prototyp im Labor zu bauen. damit wir unsere Algorithmen testen können. Momentan sieht es gut aus, und wir hoffen, dass wir bald unsere Methode vorstellen können", sagt Surena Neshvad.

Autor: Jean-Paul Bertemes (FNR), Surena Neshvad
Videoproduktion: MOAST

Technologie Quantencomputer: Der Anfang vom Ende der digitalen Ära?

Weltweit arbeiten Wissenschaftler an der Entwicklung von Quantencomputern. Einer davon ist der in Großbritannien forsch...

FNR
Crowdsourcing Research for a better digital work environment

Computer Scientist Ioanna Lykourentzou takes crowdsourcing work to a new level – by exploiting hitherto unused skills o...

ERC Advancend Grant für Björn Ottersten Was wird der Direktor des SnT mit den 2,5 Millionen Euro tun?

2,5 Millionen Euro aus Europa für Luxemburg: Björn Ottersten bekommt die höchste Förderung des European Research Counci...

Auch in dieser Rubrik

Passport
Security Researchers uncover privacy flaw in e-passports

Researchers at the University of Luxembourg have discovered a flaw in the security of e-passports, which allows tracing of the movements of passport holders.

Internet of Things
Internet of Things Alles geht ans Netz

Der Informatiker Markus Mock über Chancen, Risiken und die Zukunft des Internet of Things

Raumfahrttechnik Neuer Studiengang an der Universität Luxemburg: Interdisciplinary Space Master

Ein interdisziplinärer Masterstudiengang für Raumfahrttechnik soll Studierenden ingenieurs- und betriebswissenschaftliche Kenntnisse vermitteln.

Hightech-Flughafensicherheitssystem FLYSEC Schluss mit langen Warteschleifen und Eingriffen in die Privatsphäre

Gemeinsam mit dem Flughafen Luxemburg hat die Universität Luxemburg ein Hightech-Flughafensicherheitssystem in der Praxis getestet. Es ebnet den Weg für eine Zukunft ohne Stichprobenkontrollen.