(C) Uwe Hentschel

Marc Verschaeren hat seine neue App in Zusammenarbeit mit der Universität entwickelt.

Viele gute Ideen scheitern oft daran, dass zur Umsetzung einfach der Mut fehlt. Oder aber die Möglichkeiten. Bei Marc Verschaeren war letzteres das Problem. Wobei seine Idee nicht gescheitert ist, weil er doch noch einen Weg gefunden hat, diese zu verwirklichen. Der Unternehmer hat sich einfach einen Partner gesucht, der die entsprechenden Möglichkeiten bietet. Und beim Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Uni Luxemburg ist er fündig geworden.

Verschaeren ist Chef von RedDog, einem kleinen Unternehmen mit einem guten Dutzend Mitarbeitern, das 1996 gegründet wurde. RedDog hat sich auf die benutzerdefinierte Web-Entwicklung und Datenspeicherung im Netz spezialisiert. Verschaerens Idee war die, die Nutzung öffentlicher Wlan-Netze sicherer zu machen. Und zwar durch die Entwicklung einer auf Fingerabdruck basierenden App, mit deren Hilfe die Nutzer von Smartphones oder Tablets erkennen, ob das zur Verfügung stehende Wlan-Netz auch wirklich sicher ist.

Nutzungsrechte der Forschungsergebnisse vertraglich geregelt

Doch um herauszufinden, ob dieses System auch wirklich taugt, muss es zunächst erforscht werden. Und genau da kommt das SnT ins Spiel. Die interdisziplinäre Einrichtung der Uni hat nämlich bereits vor Jahren ein Partnerschaftsprogramm ins Leben gerufen, das auf eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und innovativen Unternehmen setzt. Im Fall von RedDog sieht das so aus, dass die Entwicklung und Erforschung der App wissenschaftlich  begleitet und zudem von einem Doktoranden betreut wird.

„Als kleines Unternehmen sind wir gar nicht in der Lage, diese Forschungsarbeit selbst zu leisten“, sagt Verschaeren, der deshalb froh über die Partnerschaft ist. Geregelt wird die Zusammenarbeit über einen Vertrag, der die Dauer und den Umfang der Kooperation regelt, aber auch die Nutzungsrechte.

Zusammenarbeit mit der Uni stärkt das Image des Produkts

Eine Patentierung seiner Idee kommt für den RedDog-Chef nicht infrage. „Denn dann müssten wir die Ergebnisse veröffentlichen“, sagt er, „und daran sind wir natürlich nicht interessiert.“ Schließlich sei Datensicherheit ein sensibler Bereich. „Um aber als kleines Unternehmen trotzdem das notwendige Vertrauen in unser Produkt entgegengebracht zu bekommen, ist es wichtig, dass wir mit einer Autorität auf diesem Gebiet zusammenarbeiten“, erklärt er. Und genau das sei beim SnT der Fall.

„Es gibt viele Ideen, von denen man nur weiß, dass sie theoretisch gut sind“, sagt Sergio Sousa. Er hat an der Uni Luxemburg Informatik studiert und arbeitet jetzt bei der Post als Leiter der Sektion Technical Domain Management Home & Office Ecosystem. Auch die Post gehört zu den rund 20 Unternehmen, die mit dem SnT eine Partnerschaft eingegangen sind. Der Konzern möchte den Alltag seiner Kunden komfortabler machen und setzt deshalb verstärkt auf künstliche Intelligenz in allen Lebensbereichen.

Herausfinden, was möglich ist und was nicht

Mit seinen rund 4000 Mitarbeitern hat der drittgrößte Arbeitgeber Luxemburgs natürlich ganz andere (finanzielle) Möglichkeiten als das kleine RedDog-Team, die Gründe für die Partnerschaft sind aber ähnlich. „Die Kooperation hilft uns dabei, herauszufinden, was heute schon möglich ist“, sagt Sousa.

Dass sich nicht zwangsläufig jede Idee auch umsetzen lässt, ist für ihn kein Problem. „Wir dürfen nie vergessen: Es ist Forschung“, erklärt der Informatiker. „Manches funktioniert, manches aber auch nicht. Doch das Gute ist in beiden Fällen, dass man dann weiß, wo man dran ist.“

Autor: Uwe Hentschel
Foto: Uwe Hentschel

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