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Schwer kranken Kindern zuhören: ein Hebel zur Verbesserung ihres Wohlbefindens
Universität Luxemburg (FSTM)
Palliativmedizin / Pädiatrie / Psychologie
Die MOSAIK-Studie zeigt, dass Kinder, die mit schweren Krankheiten leben, ihre Lebensqualität anders wahrnehmen, als Erwachsene und Gesundheitsfachkräfte denken. Während Eltern und Pflegepersonal das Wohlbefinden der Kinder oft pessimistischer einschätzen, neigen die Kinder selbst dazu, sich besser zu fühlen – selbst angesichts einer schweren Erkrankung.
Der entscheidende Faktor ist nicht ihr körperlicher Zustand, sondern die Qualität ihrer Beziehungen zu Familie, Freunden und Gleichaltrigen. Dieser Ansatz führte zur Entwicklung des „Children’s Palliative Outcomes Scale“: Ein Instrument zur Messung des Empfindens der Kinder. Somit kann die Versorgung besser an ihre Bedürfnisse angepasst werden. Die Studie zeigt außerdem einen Mangel an spezialisierten Strukturen in Luxemburg auf. Es besteht ein dringender Bedarf an Ausbildung, Infrastruktur und rechtlichen Rahmenbedingungen zur Unterstützung dieser Kinder und ihrer Familien.
Schließlich plädiert die Forschung für eine aktive Einbeziehung der Kinder in die Gestaltung der Versorgung und in die Forschung, um ihnen eine bessere Lebensqualität zu gewährleisten.
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Onkologie: Ein Antioxidans unterstützt Immunreaktionen gegen Infektionen und Krebs
Luxembourg Institute of Health (LIH)
Onkologie / Antioxidantien / Prävention
Eine aktuelle Studie des LIH zeigt, dass der Stoffwechsel von Antioxidantien (Substanzen, die die Körperzellen schützen, indem sie instabile und schädliche Moleküle neutralisieren), insbesondere von Glutathion, entscheidend für die Wirksamkeit der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) ist. NK-Zellen sind zentrale Akteure des Immunsystems. Die Forschenden haben folgendes gezeigt: Glutathion ermöglicht es den NK-Zellen, ihre metabolische Aktivität und ihre Fähigkeit aufrechtzuerhalten, Krebszellen oder infizierte Zellen schnell zu erkennen und zu eliminieren.
Wenn diese Zellen die Fähigkeit verlieren, Glutathion zu produzieren, erleiden sie erhöhten oxidativen Stress (eine übermäßige Anhäufung reaktiver Sauerstoffmoleküle, die wesentliche Bestandteile wie DNA, Proteine und Membranen schädigen kann). Ihre Funktion wird dann stark beeinträchtigt. Ihre Wirksamkeit gegen die Ausbreitung von Krebszellen in andere Organe (etwa die Lunge) sinkt drastisch. Dies unterstreicht, dass der Antioxidantien-Stoffwechsel eine zentrale Rolle bei der Prävention von Metastasen spielt.
Durch die Stärkung des antioxidativen Stoffwechsels der natürlichen Killerzellen könnte es möglich werden, Immunreaktionen zu verbessern und die Ausbreitung von Krebs zu bremsen.
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Intelligente Kameras und KI beobachten gefährliche Blaualgenblüten
Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST)
Cyanobakterien / Detektion / Wasser
Jeden Sommer sind die luxemburgischen Seen und Flüsse durch die Vermehrung von Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, bedroht. Diese können giftige Stoffe freisetzen, die für Menschen, Tiere und die Umwelt gefährlich sind. Angesichts der Zunahme dieser durch den Klimawandel bedingten Blüten haben Forschende des LIST eine innovative Lösung entwickelt: automatisierte Kameras, kombiniert mit künstlicher Intelligenz.
Fotofallen, die rund um Seen installiert sind, nehmen stündlich Bilder der Wasseroberfläche auf. Diese Bilder werden anschließend von einem fortschrittlichen Algorithmus analysiert, der Cyanobakterienblüten präzise von Spiegelungen oder anderen visuellen Elementen unterscheidet. Die gesammelten Daten verbessern kontinuierlich die Vorhersagemodelle.
Diese Echtzeitüberwachung ermöglicht die Einrichtung von Frühwarnsystemen und liefert den Behörden verwertbare Informationen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit.
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Organoide ermöglichen eine personalisierte Behandlung von Hirntumoren
Luxembourg Institute of Health (LIH)
Organoide / Onkologie / Präzisionsmedizin
Organoide, dreidimensionale Gewebereplikate, die aus Patientenproben gezüchtet werden, bieten ein revolutionäres Werkzeug für die Neuroonkologie und die Präzisionsmedizin.
Im Gegensatz zu herkömmlichen zweidimensionalen Zellkulturen bilden diese Modelle die zelluläre Vielfalt, die räumliche Organisation und das Mikroumfeld der ursprünglichen Tumoren nach. Dadurch lassen sich deren Entwicklung und Reaktion auf Behandlungen realitätsnäher untersuchen. Eine kürzlich veröffentlichte Übersicht von Forschenden des LIH und der Universität Luxemburg hebt hervor, dass Organoide nicht nur ein besseres Verständnis der Biologie aggressiver Hirntumoren ermöglichen, sondern auch das Testen verschiedener Therapien vor deren klinischer Anwendung.
Dieser Ansatz könnte zu wirksameren, individuell angepassten Therapieplänen führen.
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In Zeiten von Umweltkrisen verlassen sich Unternehmen weniger auf Regeln und stärker auf kollektive Dynamiken und gemeinsame Werte
Universität Luxemburg (SnT)
Zertifizierung / Nachhaltigkeit / Engagement
Eine neue Studie erklärt, wie sich die B-Corp-Zertifizierung zwischen 2007 und 2023 weltweit entwickelt hat, basierend auf fast 9.800 Fällen in 92 Ländern. Diese Zertifizierung zeichnet Unternehmen aus, die sich für Gesellschaft und Umwelt engagieren.
Die Forschenden zeigen, dass drei Hauptfaktoren Unternehmen zur Beteiligung bewegen: öffentliche Politik, Organisationen und Bewegungen für nachhaltige Entwicklung sowie Umweltereignisse wie Naturkatastrophen. Im Allgemeinen fördern all diese Elemente die Einführung der Zertifizierung. In Zeiten von Umweltkrisen verändert sich die Situation jedoch: Der Einfluss der öffentlichen Politik nimmt ab, während der Einfluss engagierter Akteure stark bleibt. Anders gesagt: Wenn der Kontext instabil wird, verlassen sich Unternehmen weniger auf Regeln und stärker auf kollektive Dynamiken und gemeinsame Werte.
Die Studie unterstreicht somit, dass der Übergang zu nachhaltigeren Praktiken nicht nur von Gesetzen abhängt, sondern auch vom gesellschaftlichen Engagement.
Infobox
Die B Corp Zertifizierung ist ein Label, das Unternehmen verliehen wird, die hohe Standards in Bezug auf sozialen und ökologischen Einfluss einhalten. Sie wird von der gemeinnützigen Organisation B Lab vergeben, die Unternehmen anhand ihres gesamten Einflusses bewertet, insbesondere in den Bereichen Umwelt, Arbeitsbedingungen, Unternehmensführung und gesellschaftliches Engagement. Das „B“ in „B Corp“ steht für „Benefit for All“.
Diese Zertifizierung richtet sich an alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe. Sie hilft Verbrauchern, verantwortungsvollere und transparentere Unternehmen zu erkennen. Marken wie Patagonia oder Danone sind Beispiele dafür.
Es ist nun möglich, ein Quantensystem auch unter Beobachtung zu kontrollieren
Universität Luxemburg (FSTM)
Quantenphysik / Informatik
Forschende der Universität Luxemburg haben eine Methode gefunden, Quantensysteme selbst dann zu kontrollieren, wenn sie kontinuierlich beobachtet werden – eine Situation, in der die Messung das Verhalten des Systems direkt beeinflusst. Das Team nutzte eine Technik, die das Quantensystem stabilisiert, Störungen in Echtzeit korrigiert und es dem System ermöglicht, sich zuverlässig zu entwickeln.
Dieser Fortschritt könnte die Art und Weise verändern, wie Forschende fragile Systeme in verschiedenen Bereichen der Physik beobachten, kontrollieren und nutzen. In der Quantenphysik bedeutet Beobachtung nicht nur Überwachung: Sie verändert den Zustand des Systems und kann unvorhersehbare Sprünge auslösen. Traditionell verlangsamen Wissenschaftler quantenphysikalische Prozesse stark, um Fehler zu begrenzen. Im Fall kontinuierlicher Beobachtung funktioniert diese Strategie jedoch nicht: Je länger der Prozess dauert, desto größer werden die Instabilitätsrisiken.
Dieser neue Ansatz ebnet den Weg für schnellere und sicherere Quantentechnologien, insbesondere in der Informatik, Kommunikation und bei Quantensensoren.
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Luxemburg führend bei KI in Europa, doch Ungleichheiten und Kompetenzlücken bleiben bestehen
Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER)
KI / Unternehmertum / Innovation
Ein neuer Policy Brief des LISER zeigt, wie luxemburgische Unternehmen künstliche Intelligenz in ihre Aktivitäten integrieren. Luxemburg gehört zu den führenden europäischen Ländern bei der Einführung von KI, insbesondere getragen vom Finanzsektor. Dennoch bestehen erhebliche Ungleichheiten je nach Unternehmensgröße, Branche und verfügbaren Ressourcen.
Die Studie basiert auf der Analyse von mehr als 3 Millionen Unternehmenswebsites in Luxemburg, Belgien, Frankreich und Deutschland. Sie zeigt, dass 23 % der luxemburgischen Unternehmen KI einsetzen, gegenüber 16 % in Deutschland, 10 % in Frankreich und 8 % in Belgien. Die Verfügbarkeit von KI-Kompetenzen erweist sich als entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Integration dieser Technologien. Die Forschenden betonen, dass Luxemburg die Unterschiede zwischen Unternehmen weiter verringern und Kompetenzlücken schließen muss, um das volle Potenzial der KI auszuschöpfen.
Dieser Policy Brief ist der erste einer Reihe, die Ursachen und Auswirkungen der Verbreitung von KI untersucht, insbesondere auf Arbeitsmarkt, berufliche Bildung, Innovation und Wirtschaftswachstum.
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Armut in Luxemburg hat sich in 40 Jahren verdoppelt: Kinder sind am stärksten betroffen
Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER)
Armut / Kindheit / Gesellschaft
Zwischen 1985 und 2023 ist der Anteil der von Armut bedrohten Menschen in Luxemburg von etwa 9–10 % auf über 17 % gestiegen – eine der stärksten Zunahmen unter vergleichbaren europäischen Ländern. Besonders betroffen sind Kinder und junge Erwachsene, während ältere Menschen inzwischen besser geschützt sind. Die Analyse zeigt zudem, dass Alleinerziehende einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind.
Diese Entwicklung spiegelt keine absolute Verschlechterung des Lebensstandards wider: Die Einkommen der einkommensschwächsten Haushalte sind insgesamt gestiegen, jedoch langsamer als das Medianeinkommen. Dadurch steigt die relative Armutsgrenze und die Ungleichheiten nehmen zu. Das Wirtschaftswachstum wurde nicht gleichmäßig verteilt, und die sozialen Unterschiede haben sich vergrößert.
Laut den Autoren muss Luxemburg zur nachhaltigen Verringerung der Armut kurzfristige Maßnahmen zur Einkommenssicherung, gezielte Unterstützungsleistungen sowie langfristige Investitionen in Bildung und die Entwicklung von Kindern kombinieren.
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Die KI SmartCityHub transformiert luxemburgische Städte sicher
Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST)
KI / Konnektivität / Stadtentwicklung
SmartCityHub, eine Initiative des LIST, erleichtert die Integration von künstlicher Intelligenz in Städten. Die Plattform bietet eine sichere und realitätsnahe Umgebung, um KI-Lösungen vor ihrem Einsatz zu testen und zu validieren. Sie stellt zudem sicher, dass Sicherheitsstandards und ethische Prinzipien erfüllt werden.
Technologische Machbarkeitsnachweise ermöglichen es KI-Anbietern, ihre Anwendungen – etwa Chatbots für Bürgerdienste oder digitale Zwillinge zur Steigerung der Energieeffizienz – vor einer vollständigen Investition zu erproben. Projekte in Differdingen und anderen Orten zeigen, dass die Plattform komplexe Daten in nutzbare Informationen umwandelt, beispielsweise zur Optimierung des Energieverbrauchs oder der Mobilität.
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Autorin: Diane Bertel
Redakteurin: Lucie Zeches (FNR)