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STECKBRIEF

  • Name:  Nicole Duque
  • Alter: 21
  • Uni: Maastricht University College
  • Lycée: Aline Mayrisch
  • Hobbies: Basteln, Do-It-Yourself 
  • Best at: Elektronik  
  • Lebensmotto: „knowledge is power“ (Francis Bacon)

Nicole hatte gerade ihr erstes Semester an der Universität Maastricht angefangen, als sie bei der Take Off Science Challenge Show teilgenommen hat. Sie musste für jedes Shooting hin und her pendeln: ziemlich intensiv! Aber nun ist das erste Semester erfolgreich beendet, und Nicole ist erleichtert und glücklich. Ihre Teilnahme an der Show bereut sie jedenfalls nicht.

Wie würdest du dich beschreiben?

„Ich bin ein ziemlich großer Absurdist. Ich bin mir bewusst, dass nach meinem Tod nichts mehr da sein wird; das Beste, was ich machen kann, ist die Welt zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln. Biologie hat mich schon immer interessiert und der Mensch an sich fasziniert mich, vor allem sein Gehirn, das Zentrum aller inneren Prozesse.“ 

Nicole baut zudem sehr gerne Sachen mit ihren Händen. Sie hat angefangen mit dem Nähen von Broderien, und traut sich mittlerweile an alles heran: Metallarbeit, Elektronik…

Wie ist es dazu gekommen, dass du bei Take Off mitgemacht hast? Was hat dich motiviert dich anzumelden?

Es waren ihre Mitschüler vom Makerspace des Lycée Aline Mayrisch, die Nicole motiviert haben, sich anzumelden.

„Ich war mir nicht sicher, wie weit ich kommen würde, und war überrascht als auf einmal schon die erste Episode anfing… Das fand ich zufriedenstellend genug! Meine Freunde bemerkten beim Zuschauen, dass ich wenig Gefühlsregungen zeigte, wenn ich weiterkam. Für mich war weiterkommen tatsächlich nie so emotional: Ich war eher ein wenig überrascht.“

Foto: Nicole auf der Makerfaire in Eindhoven. Dieses Jahr hilft sie freiwillig bei der Makerfaire in Luxemburg im Mai.

Welche Stärken haben dir in der Show weitergeholfen?

Nicole bezeichnet sich als Macher. Sie lebt und liebt, indem sie macht.

„Wenn ich jemanden mag, bastele ich dieser Person gerne ein Geschenk; so äußert sich meine Love Language. Basteln ist mein größtes Hobby. Dadurch lerne ich stets neue Fähigkeiten. Erst kommt mir die Idee –zum Beispiel, Metall zu bearbeiten – und daraufhin eigne ich mir die nötigen Skills an. In der Show wurde sehr viel gebaut, und das hat mir sicherlich geholfen.“

„Zudem bin ich komfortabel mit Scheitern. Unser Gehirn braucht Scheitern, es hilft uns beim Lernen und bildet Resilienz. Man wird immer an bestimmten Dingen scheitern, und genau das bringt uns voran. Dieser Ansatz hat mir geholfen, den Stress nicht an mich herankommen zu lassen. Ich hätte es bereut, mich aus Angst vor dem Scheitern nicht anzumelden.“

Wie bist du mit der stressigen Situation umgegangen?

„Ich konnte stets einen kühlen Kopf bewahren. Ich hatte bereits Erfahrung mit ähnlichen Stresssituationen, da ich unter anderem bei der SIMEP (SIMulation Europäisches Parlament) teilgenommen habe. Zudem betreiben meine Eltern eine kleine ASBL für die Reforestation von Kuba: „Green Beach“ (meine Mutter ist Kubanerin!), und ich habe auf vielen Multikulti-Festivals gearbeitet.“

War Take Off so, wie du es dir vorgestellt hattest?

„Ich hatte mir vorgestellt, dass es insgesamt schwerer – im Sinne von wissenschaftlicher – sein würde.  Ich dachte, man müsste mehr Wissen mitbringen, um weiterzukommen. In den zwei Testrunden, die nicht verfilmt wurden, mussten wir zum Beispiel einen kleinen Roboter bauen. Diesen haben wir auf eine Zahnbürste montiert; er sollte einen kleinen Rundgang machen. Das war sehr spannend!“

Nicole hat eine A-Sektion gemacht, ist also eher auf Sprachen spezialisiert. Sie hat sich jedoch viel und gern im Makerspace ihres Lycée investiert. Ein guter Beweis dafür, dass Motivation, Logik und praktisches Denken einen weiten Weg gehen können – unabhängig von wissenschaftlichen Vorkenntnissen.

Was war deine Lieblings-Challenge, und wieso?

„Das war ausgerechnet die Challenge, die nicht verfilmt wurde! Es ging um Elektronik. Wir hatten verschiedene Teile – unter anderem eine Zahnbürste. Das Ziel war es, einen Motor zu bauen, bzw. einen Mini-Roboter, der einen vorgezeichneten Weg gehen sollte. Da wusste ich direkt, was ich tun sollte. Das war wirklich die Challenge, die mir am einfachsten vorkam.

Elektronik ist faszinierend, da nicht jeder diesen Luxus hat, Strom zu besitzen. Ich denke oft daran, wie gut wir es haben, wenn ich zuhause das Licht anschalte.“

Und welche Challenge war am schwierigsten für dich?

„Kryptographie! Das Thema gab es sogar zweimal im Laufe der Show. Eine große Herausforderung, vor allem in der Stresssituation, in der wir waren. Wenn man einen einzigen Buchstaben falsch exportiert oder liest, ist die ganze Botschaft gefälscht! Zuhause, in Ruhe, würde mir das auch Spaß machen… Und vor allem in kleineren Gruppen (NDLR: Nicole ist in Team Rot gewesen, und die Kryptographie-Challenges mussten sie zu viert lösen: ein Nachteil ihres Erfolges!).“

Was waren besonders schöne Momente für dich?

Nicole hat sehr gerne Backstage mit den Technikern geredet und sich ihren Werdegang angehört.

„Ich habe dort spannende Leute kennengelernt. Das Techniker-Team bestand aus sehr verschiedenen Menschen, die viel Lebenserfahrung mitgebracht haben. Sie kamen von allen Seiten der Welt; einige haben mit einem ganz anderen Studiengang angefangen, und sind quer in die Filmindustrie eingestiegen. Für mich ist das besonders inspirierend.“

Was würdest du gerne anderen sagen, die sich überlegen, ob sie bei Take Off mitmachen sollen?

„Solange man ein wenig Do-it-Yourself betreibt, kann man sich anmelden. Go for it! Jeder kann mitmachen – manche Projekte sind sehr intuitiv, die physikalischen Regeln dahinter kann man später lernen. Zum Beispiel das Problem mit dem Wasserrad (NDLR: Episode 2): Anfangs braucht man sehr viel Wasser, um es zum Drehen zu bringen, wegen der Trägheit. Das muss man erst mal herausfinden. Ein super Projekt, um Kindern Wissenschaft beizubringen!“

Weißt du schon, was du später mal werden willst?

„Ich würde sehr gerne in der Industrie für medizinische Geräte arbeiten, z.B. im Bereich der medizinischen Bildgebung. Ich möchte mich sinnvoll in der Gesellschaft einbringen. Jedoch möchte ich nicht nur für die Arbeit leben, sondern einen Mittelweg finden – und wer weiß, vielleicht werde ich etwas völlig anderes: Kamerafrau?“

Interview: Diane Bertel
Editorin: Lucie Zeches (FNR)

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