(C) Wolfram Scheible

Von 2008 bis 2012 hat Pit Bingen in Heidelberg im Labor von Stefan Hell gearbeitet, dem Nobelpreisträger in Chemie 2014.

"Stefan Hell war damals mein Doktorvater. Er hat in seiner Karriere hart daran gearbeitet und den Nobelpreis sicherlich verdient", sagt Pit Bingen. Die Auszeichnung kommt für ihn auch nicht ganz überraschend: "Schon während meiner Zeit in Heidelberg wurde uns irgendwann mitgeteilt, wir sollten damit rechnen, dass Stefan Hell ausgezeichnet werde. Es kam damals dann aber anders."

Dass es nun dieses Jahr soweit sein würde, damit hatte Pit Bingen jedoch nicht gerechnet: "Unsere Arbeit ist an der Schnittstelle zwischen Medizin, Physik und Chemie. Dass Stefan Hell ihn dieses Jahr in der Chemie kriegen würde, damit war nicht wirklich zu rechnen." Auf jeden Fall freut sich Pit Bingen aber sehr über die Auszeichnung für seinen Doktorvater.

An was genau hat Pit Bingen denn nun gearbeitet? Hier ein Interview mit ihm aus dem Jahr 2013:

Pit Bingen, als Physiker an einem Krebsforschungszentrum zu arbeiten, scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich. Wie kam es dazu?

Am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg arbeiten neben Biologen und Medizinern auch Chemiker, Physiker oder Informatiker. Es ist dort also sehr interdisziplinär. Ich habe an der Optimierung von speziellen Mikroskopen gearbeitet. Meine physikalischen Kenntnisse wurden also gebraucht, um Forschungsinstrumente für Mediziner oder Biologen zu liefern.

An was hast du konkret gearbeitet?

Jeder Doktorand baut in Heidelberg sein eigenes Mikroskop, mit neuen Eigenschaften und einer verbesserten Bildgebung. Dann halten wir nach Forschern Ausschau, die die Vorteile unseres Mikroskops für ihre Forschungsarbeit nutzen können. Mit ihnen führen wir dann gemeinsam Messungen durch. Hierfür müssen wir die Mikroskope oft optimieren oder den spezifischen Bedürfnissen anpassen.

Was ist denn das Besondere an diesen Mikroskopen?

Wir können mit ihnen sehr, sehr kleine Strukturen auflösen und dabei dreidimensionale Bilder erzeugen. Vor allem aber ist diese Technik sehr interessant, weil man biologische Prozesse in lebenden Zellen in Echt-Zeit mitverfolgen kann. So konnten wir z.B. sehen, wie der HIV-Virus, der Aids verursacht, an einer Zelle andockt.

Du hast deine Doktorarbeit fertig geschrieben und lebst nun in Paris. Was ist rückblickend dein Fazit zur Zeit als Doktorand?

Es war eine gute Zeit, in der ich viel gelernt habe. Es war aber nicht mehr so locker wie während des Studiums. Zwar hatte ich alle Freiheiten der Welt, konnte zur Arbeit kommen und gehen wann ich wollte. Aber irgendwie war ich im Kopf fast immer bei der Arbeit. Dies wurde bestärkt durch die Konkurrenz: Weltweit forschen andere Gruppen möglicherweise an ähnlichen Themen und auch im Team kann es vorkommen, dass zwei Doktoranden an einem Thema arbeiten. Auch in der Forschung gilt: Der Schnellere und Bessere gewinnt. Abschalten konnte ich am besten beim Sport.

Und wie geht es nun weiter?

Ich habe vorerst der akademischen Forschung den Rücken zugekehrt und mache gerade ein MBA in Paris. Dann habe ich vor, Berufserfahrung in der Industrie zu sammeln und mich in anderen Gebieten weiterzuentwickeln. Anschließend kann ich immer noch entscheiden,welcher Karrieregang am besten zu mir passt.

Autor: Jean-Paul Bertemes
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Cet article a été publié dans le Science News. C'est un magazine qui est destiné aux jeunes âgés de 11 à 18 ans et qui apparaît 5 fois par an.

 

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