(C) Michel Brumat / University of Luxembourg

Doktoranden Sébastien de Landtsheer und Marco Albrecht mit Professor Thomas Sauter (von links nach rechts).

Beim Bekämpfen von Krebs hilft das Vernetzen von Wissen. Genau das machen Wissenschaftler der Uni Luxemburg im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts.

Zusammen mit 17 Partnern haben Forscher der Universität Luxemburg ein internationales Trainingsnetzwerk für junge Krebsforscher entwickelt und sich damit erfolgreich bei der anspruchsvollen Marie-Curie-Ausschreibung der Europäischen Kommission beworben. Mit über drei Millionen Euro fördert die EU nun dieses so genannte „MEL-PLEX“-Netzwerk. „Wir freuen uns sehr, dass unser Projekt mit 98 Punkten von 100 ausgezeichnet bewertet wurde“, so Thomas Sauter. „Das Rennen ist bei dieser Ausschreibung so eng, dass viele exzellent bewertete Projekte noch abgelehnt werden.“

Rund 500000 Euro davon gehen allein an die Life Sciences Research Unit (LSRU) der Uni Luxemburg. Damit werden vor allem zwei der insgesamt 15 teilnehmenden Doktoranden finanziert, die hauptsächlich an der Universität Luxemburg tätig sein werden. Unterstützt werden damit auch ihre Forschungsarbeiten und -aufenthalte bei Projektpartnern in Europa, den USA und in Israel. Vor kurzem nahmen die beiden jungen Wissenschaftler Sébastien de Landtsheer und Marco Albrecht ihre Arbeit auf. 

3D-Modellierung eines Tumors

Das Training der beiden aus 350 Bewerbern ausgewählten Doktoranden wird international, interdisziplinär und intersektoriell. Sébastien de Landtsheer wird zunächst 18 Monate in Luxemburg an einer mathematischen Beschreibung der Signalwege in Hautkrebs arbeiten, in denen über hundert verschiedene Moleküle interagieren. Dann wird er sein Projekt drei Monate lang am University College in Dublin und sechs Monate lang in einem Pharmaunternehmen in Boston vertiefen.

„Dadurch, dass ich mit Experten aus verschiedenen Bereichen in Kontakt treten werde, werde ich mehr erfahren und mehr Kontakte knüpfen können, als wenn ich nur in einer Institution bleiben würde“, betont er. Auch sein Kollege Marco Albrecht unterstreicht: „Durch die verschiedenen Partner des Netzwerks haben wir hier ideale Karrierebedingungen.“ Er plant seinerseits in Luxemburg, an der Hautklinik der Technischen Universität Dresden und in der Firma Optimata in Israel die 3D-Modellierung eines Tumors zu erstellen. Begleitet wird das Training der Doktoranden durch Seminare zu Zeitmanagement, Datenanalyse oder etwa Mikroskopie.

Hautkrebs gegen Chemotherapie weitgehend resistent

Alle Mitglieder des Netzwerks forschen im Bereich Hautkrebs: „Das ist die Krebsart, die am schnellsten zunimmt, vor allem in der EU und den USA“, erklärt Thomas Sauter, Professor für Systembiologie an der Universität Luxemburg und Trainingskoordinator des gesamten Netzwerks. „Wenn er zu spät entdeckt wird, verläuft er meist tödlich, da er gegen Chemotherapie weitgehend resistent ist und die bisherigen anderen Therapieansätze keinen Durchbruch erzielt haben.“

Die Suche nach besseren Früherkennungsmethoden sowie alternativen Therapien sei deshalb besonders dringlich. Dafür sei eine gute Vernetzung zwischen unterschiedlichen Forschungsgebieten sowie mit Unternehmen unerlässlich: „Herausforderungen wie diese, die unter anderem mit großen Datensätzen zu tun haben, werden wir nicht alleine lösen können. Da müssen unterschiedliche Fächer zusammenwachsen“.  

Autor: Uni Luxemburg

Foto: Michel Brumat / University of Luxembourg

Infobox

MEL-PLEX

Das Trainingsnetzwerk MEL-PLEX (Abkürzung für „Exploiting MELanoma disease comPLEXity to address European research training needs in translational cancer systems biology and cancer systems medicine“) wird von Dublin aus koordiniert und verbindet Universitäten, Kliniken und Unternehmen aus elf Ländern, darunter Belgien, Luxemburg, Irland, Dänemark, Israel und die USA.

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