Programmieren ist nicht nur was für Nerds

16.10.14

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Wir sind digital vernetzt und das rund um die Uhr. Doch was sich hinter all den Datenbewegungen abspielt, bleibt meist im Verborgenen. Muss es aber nicht.

Wenn Probleme auftauchen, wird Steve Clement alarmiert. Der Informationssicherheits-Techniker arbeitet beim Computer Incident Response Center Luxembourg und ist damit, wie er selbst sagt, so etwas wie die Feuerwehr des Internet. Clement kümmert sich um Sicherheitsprobleme im Netz. Er kennt die Zusammenhänge von Daten und Befehlen, die sich im Hintergrund abspielen. Damit hat er vielen anderen etwas voraus. Wobei dieser Wissensvorsprung eigentlich viel kleiner sein könnte.

Hinterfragen statt nur konsumieren

„Programmieren ist heute deutlich einfacher als noch vor 20 Jahren“, sagt Clement, der einen Teil seiner Freizeit damit verbringt, andere Menschen vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu überzeugen. Der IT-Techniker ist einer von rund 130 Mitarbeitern und Mitgliedern von The Impactory. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine Non-Profit-Organsiation, die ihren Sitz in einem Hinterhof der Hauptstadt hat. The Impactory ist eine Plattform für kreative Menschen, die unter anderem dazu dient, Wissen zu teilen. Und zu diesem geteilten Wissen gehört auch die Kunst des Programmierens.

Deshalb bietet The Impactory in loser Reihenfolge Workshops an, die sich unter anderem mit Fragestellungen des Programmierens befassen. „Unsere Gesellschaft hat es sehr gut geschafft, Konsumenten zu erziehen“, sagt Clement. Während viele Eltern davon ausgingen, dass ihre Kinder aufgrund des hohen Computerkonsums Experten seien, beschränke sich deren Fachwissen oft nur auf die Nutzung von Textverarbeitungsprogrammen, Apps und You-Tube-Kanälen.

Mädchen sind genauso interessiert wie Jungs

The Impactory möchte daran etwas ändern und ist deshalb in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal Teilnehmer der EU Code Week, bei der europaweit Workshops und Veranstaltungen  rund um das Thema Programmieren angeboten werden (siehe Infobox). In Luxembourg sind das beispielsweise ein Workshop zur kreativen Seite des Programmierens oder aber eine Einführung in HTML/CSS speziell für Mädchen.

Für Clement, der im Rahmen eines Pilotprojekts auch regelmäßig eine Grundschule besucht, spielt es aber keine Rolle, ob vor ihm ein Junge oder ein Mädchen sitzt. Dass vor allem introvertierte, meist männliche Einzelgänger mit großer Brille und fehlenden Sozialkontakten eine Neigung zum Programmieren hätten, sei ein längst überholtes Klischee. Rund die Hälfte der Mentoren bei The Impactory sei weiblich, sagt Clement. „Und dem Code ist es sowieso egal, ob ein Mädchen oder ein Junge ihn geschrieben hat.“

Programm der Code Week: http://events.codeweek.eu/search/?country_code=LU&past=no

Autor: Uwe Hentschel
Foto: Uwe Hentschel

(Contenu uniquement disponible en allemand)

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Infobox

EU Code Week

Die EU Code Week ist eine Initiative der Europäischen Kommission mit dem Ziel, Programmierkenntnisse in ganz Europa zu fördern. An der diesjährigen, zweiten Auflage (11. bis 17. Oktober) sind 38 Länder mit rund 2700 Events beteiligt und damit fast zehn Mal so viel wie im vergangenen Jahr. Luxemburg nimmt mit 13 Veranstaltungen an der Code Week teil.

Programm der Code Week: http://events.codeweek.eu/search/?country_code=LU&past=no


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