(c) SnT

Luxemburg in der Informationstechnologie an der Weltspitze platzieren

Forschung im Bereich moderner Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) ist das Markenzeichen des SnT. Die Sicherheit sensibler Daten in Computernetzwerken, die Entwicklung vertrauenswürdiger Bezahlservices im Internet, Technologien, die Menschen beim Lernen oder im Alter unterstützen, oder innovative Ansätze, die das Programmieren komplexer Software fehlerfrei werden lassen: Wissenschaftler am SnT beschäftigen sich mit Themen, die für die moderne ICT und ihre Akzeptanz in der Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind.

Als interdisziplinäres Zentrum der Universität Luxemburg ist das SnT auf Grundlagenforschung ausgerichtet – insbesondere solche, die für technologieorientierte Unternehmen, Dienstleister oder öffentliche Einrichtungen von Relevanz ist. So kooperiert das SnT beispielsweise mit Unternehmen wie dem Satellitenbetreiber SES, dem auf Sensorik spezialisierten Unternehmen IEE oder CHOICE Technologies und vielen anderen. Mit seinen Partnern identifiziert das SnT in seinem Partnership-Programm Forschungsthemen, die dann in gemeinsamen Projekten bearbeitet werden – sehr erfolgreich, wie hochrangige wissenschaftliche Publikationen, zahlreiche Patente, Lizenzen und Ausgründungen zeigen.

  • Name: SnT – Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust
  • Organisationsform: Interdisziplinäres Zentrum der Universität Luxemburg
  • Gegründet: 2009
  • Direktor: Prof. Dr. Björn Ottersten (Elektro-Ingenieur)
  • Forschungsschwerpunkt: Sicherheit und neue Anwendungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie
  • Standort: 29, Avenue J.F Kennedy; L-1855 Luxembourg
  • Kontakt: snt@uni.lu
  • Website: www.uni.lu/snt/

Woran forscht das SnT?

Die Wissenschaftler des SnT sind Grundlagenforscher. Sie entwickeln grundlegend neue Konzepte für mehr Sicherheit in der Informationstechnologie. Solche Konzepte und die daraus resultierenden Anwendungen sind für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen von großer Bedeutung. Mit ihnen arbeitet das SnT eng zusammen. So hält das SnT einerseits einen starken Bezug zur Realität in Wirtschaft und Verwaltung. Die Wissenschaftler stellen aber auch sicher, dass ihre Ergebnisse einen hohen Nutzen für Luxemburg haben. Schwerpunkte der Forschung am SnT sind Secure and Compliant Data Management, FinTech, Cyber Security, Space Systems and Resources, Autonomous Vehicles sowie das Internet of Things.

Eine langjährige Partnerschaft und viele gemeinsame Forschungsprojekte verbindet das SnT beispielsweise mit dem Satellitenbetreiber SES. Die Kommunikation über Satelliten gewinnt in unserer hochtechnisierten Welt immer mehr an Bedeutung. Die SnT-Forscher arbeiten mit SES daran, dass die vorhandenen Bandbreiten auf den Kommunikationskanälen besser ausgenutzt und mehr Informationen versendet und empfangen werden können. Ein anderes wichtiges Thema ist die Steuerung der Satelliten im All: Jeder Satellitenhersteller nutzt seine eigene Programmiersprache. Für ein Unternehmen wie SES, das zahlreiche Satelliten um die Erde kreisen lässt, ist das ein Problem: Die Bediener müssen verschiedene Programmiersprachen beherrschen. Wissenschaftler am SnT haben diese Sprachen automatisiert in einer universalen Programmiersprache zusammengeführt und damit den Bedienungsaufwand für SES drastisch reduziert.

Auch im Bankensektor ist SnT aktiv – FinTech ist hier das Schlagwort. FinTech bezeichnet Innovationen bei Finanzdienstleistungen, die auf der Anwendung neuer Digitaltechnologien wie Blockchains, Datenanalyse und maschinellem Lernen basieren. Das SnT hat in den vergangenen Jahren mehrere Partnerschaften mit Banken und Versicherungen in diesem Feld initiiert. So mit der Fondation Alphonse Weicker, unterstützt durch die Bank BGL BNP Paribas. Gemeinsam haben sie ein langfristig angelegtes Forschungs- und Entwicklungsprogramm gestartet. Ziel ist es, in den Bereichen Sicherheitsrisikomanagement, Kundensegmentierung und Softwaretests gemeinsam zu forschen und neue Finanzinstrumente zu entwickeln.

Generell führen Forschungsergebnisse des SnT regelmäßig zu hochrangigen wissenschaftlichen Publikationen – aber auch zu neuen Patenten, Lizenzen und Spin-Offs. So sind Motion-S, Datathings, Black Swan, oder LUXAI Spin-offs aus dem SnT. Das SnT leistet so einen signifikanten Beitrag, den Technologiestandort Luxemburg im Bereich ICT international wettbewerbsfähig zu halten und die Digitalisierung im Großherzogtum voranzutreiben.

Sicherheit in der Informationstechnologie – mit sozio-ökonomischer Wirkung für Luxemburg

SnT-Forscher sind überwiegend Computer-Wissenschaftler, die allerdings sehr interdisziplinär arbeiten: Sie entwickeln neue Algorithmen, neue Software, neue Anwendungen und stellen ihre Forschung dabei immer in einen rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Kontext. Dafür pflegen sie enge Beziehungen zu den Fakultäten der Universität Luxemburg und zu vielen Forschungseinrichtungen in und außerhalb Luxemburgs.

Besonders stolz ist das SnT auf sein Partnership Program, das Vorbildfunktion für Luxemburg hat. In diesem Programm hat die enge Kooperation der SnT-Wissenschaftler mit Partnern aus der Wirtschaft und dem öffentlichem Sektor einen verbindlichen Rahmen gefunden. Mit etwa 40 Partnern hat das SnT Vereinbarungen über eine Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung getroffen. Die Partner identifizieren Themenbereiche aus dem Feld der ICT, in denen für die Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen hoher Handlungsbedarf oder besonders gute Marktchancen bestehen. Sind die Themen von übergeordneter Bedeutung – wie etwa bei FinTech – werden sie zu strategischen Schwerpunkten des Centers.

Die Forschungsarbeiten werden dann vom SnT und seinen Partnern gemeinsam ausgeführt, wobei die SnT-Wissenschaftler stets die grundlagenorientierten Anteile übernehmen. Die Finanzierung der Projekte erfolgt anteilig durch die Partner des SnT. Mit dem Partnership-Program stellt das SnT sicher, dass seine Grundlagenforschung stets auf die Bedürfnisse von Industrie und öffentlichem Sektor ausgerichtet ist. Daraus resultierende neue Konzepte für die technologischen Anforderungen der Partner geben dem Wirtschaftsstandort Luxemburg wichtige Impulse.

Forschung in enger Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft

Am SnT gibt es zahlreiche Labore, in denen die aus der Zusammenarbeit resultierenden Ideen weiterentwickelt und getestet werden können. Das gilt beispielsweise für den Bereich Elektromobilität, wo unter anderem neue, mit dem Internet verbundene Fahrerassistenzsysteme getestet werden, für Smart Homes, die am SnT im Labormaßstab für altersgerechtes Leben ausgestattet werden, oder für die Entwicklung komplexer Computerprogramme, für die Forscher am SnT Verfahren zur automatisierten Testung und Validierung entwickeln.

Neue Konzepte, die oft mit wissenschaftlichen Durchbrüchen verbunden sind, werden im Rahmen eines so genannten Proof-of-Concept-Programms – bei dessen Finanzierung auch der FNR engagiert ist – so weiterentwickelt, dass sie im Kontext des SnT zu Patenten oder Spin-Offs führen.

Technologieschmiede als Chance für junge Gründer

Insbesondere die Etablierung junger Firmen ist dem SnT ein wichtiges Anliegen. Deshalb hat das Zentrum gemeinsam mit Partnern einen Fonds entwickelt, der Spin-Offs im Bereich ICT, aber auch in anderen Themenfeldern Finanzierungsmöglichkeiten bietet. Damit am SnT eine gründungsfreundliche Kultur entsteht und Wissenschaftler über das nötige Rüstzeug verfügen, um als Unternehmer Erfolg zu haben, unterstützt das SnT sie mit Trainings und Beratung.

Das SnT ist also eine Technologieschmiede, die an vorderster Front der technologischen Entwicklung forscht und engen Kontakt zur Unternehmenswelt hat. Dieses Ambiente hat schon viele herausragende ICT-Forscher aus zahlreichen Ländern angezogen. Sie haben am SnT viel Freiheit für ihre Forschung, publizieren deshalb hochrangig und werben große Summen an Fördermitteln von nationalen wie von europäischen Institutionen ein – etwa dem European Research Council, der European Space Agency und vielen weiteren. So leisten sie einen Beitrag, dass Luxemburg für die digitale Welt von morgen gut gerüstet ist.

Autor: scienceRELATIONS
Fotos: SnT

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