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Emily Iversen/FNR

Kannst Du das Geschlecht dieses Wissenschaftlers/dieser Wissenschaftlerin anhand seines/ihres Berufs oder vielleicht anhand seiner/ihrer Erfahrungen bestimmen?

Wir treffen Annahmen über das Geschlecht, basierend auf dem wissenschaftlichen Bereich oder dem Dienstalter. Kannst Du das Geschlecht dieses Wissenschaftlers/dieser Wissenschaftlerin anhand seines/ihres Berufs oder vielleicht anhand seiner/ihrer Erfahrungen bestimmen? Wir präsentieren: Ein/e Wissenschaftler/in auf dem Gebiet der Psychologie.

Alter: 46

Position: Senior Lecturer

Woran arbeiten Sie?

„Ich untersuche die Verwendung digitaler Medien und Technologien in Bildungseinrichtungen. Mich interessiert, wie und warum Lehrer und Schüler diese Tools verwenden, um Lern- und Lehrprozesse zu unterstützen, zu verbessern oder zu transformieren. Ganz allgemein möchte ich verstehen, wie digitale Medien und Technologien unsere Beziehungen zu Wissen, Macht, anderen und uns selbst verändert haben. Und wie sich die Schulen an diese Veränderungen angepasst haben oder nicht.“

Was ist das ultimatives Ziel Ihrer Forschung?

„Ich möchte verstehen, welche Funktionen digitale Medien und Technologien im Bildungsökosystem spielen, aber auch dazu beitragen, effektive Lern- und Lehrpraktiken zu entwickeln.“

Was ist/sind Ihre herausragende(n) wissenschaftliche(n) Entdeckung(en)?

„In den letzten Jahrzehnten haben wir gesehen, dass digitale Medien und Technologien die Art und Weise, wie Menschen auf Informationen zugreifen, wie sie miteinander kommunizieren, wie sie zusammenarbeiten, wie sie Wissen und Kunst produzieren und wie sie ihre Werke veröffentlichen, grundlegend verändert haben. Schulen als privilegierte Lernorte haben ihr tägliches Funktionieren weitgehend nicht an diese Umgebungsänderungen angepasst. Wir versuchen immer noch herauszufinden, warum dies der Fall ist. “

Falls Sie Kinder haben, waren Sie jemals in einer Situation, in der sich bestimmte Erwartungen Ihrer Kollegen geändert haben, nachdem / weil Sie Kinder haben, oder haben sich in irgendeiner Weise ausgeschlossen gefühlt?

„Ich habe zwei Kinder und hatte nie das Gefühl, dass sich die Erwartungen meiner Kollegen geändert haben oder von ihnen ausgeschlossen zu sein. Ich habe nur festgestellt, dass ich während meines einjährigen Teilzeit-Elternzeit für mein erstgeborenes Kind de facto weniger Teil des Teams und dessen täglichen Lebens war.“

Wurden Sie jemals aufgrund Ihres Geschlechts anders behandelt? Oder waren Sie vielleicht die einzige Person deines Geschlechts im Raum? Wenn ja, wie sind Sie mit dieser Situation umgegangen oder was haben Sie gedacht? Hat es Sie entmutigt oder Sie noch motivierter gemacht, weiterzumachen?

„Während meines Psychologiestudiums habe ich mich daran gewöhnt, eine der wenigen Personen meines Geschlechts im Raum zu sein, aber ich fühlte mich nie unwillkommen oder nicht an meiner Stelle. Und je älter ich wurde, desto ausgeglichener wurde mein Arbeitsumfeld in Bezug auf die Geschlechter. Die Arbeit in einem Bereich, der mehr Frauen als Männer anzieht (aus welchen Gründen auch immer), aber dennoch viele prominente männliche und weibliche Figuren hat, hat sich für mich nie so angefühlt, als dass ich „am falschen Ort“ wäre und hat mir geholfen, Menschen aller Geschlechter zu finden, zu denen ich aufschauen kann."

Enthülle den/die Wissenschaftler/in

 

Dieser Wissenschaftler ist Dr. Robert Reuter, ein Luxemburger. Er studierte kognitive Psychologie an der Université Libre de Bruxelles. Seit 2005 arbeitet er an der Universität Luxemburg als Dozent im Bereich Bildungstechnologie. Weitere Informationen finden Sie im Video „Meet the Scientists: Bob Reuter“.

Foto Bob Reuter

Denkanstoß: Hast Du erwartet, dass dieser Wissenschaftler ein Mann oder eine Frau ist? Wenn Du den einen oder anderen Gedanken hattest, was waren Deine Gründe? Gerne kannst Du uns einen Kommentar in der Kommentarbox (s.u.) hinterlassen.

Fragen: Emily Iversen/FNR
Übersetzung: Michèle Weber/FNR
Foto: Universität Luxemburg

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