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Ein Bus der Stadt Luxembourg, der in Richtung Bahnhof unterwegs ist.

Das Leben in Städten kann anstrengend sein: Es ist dort voll, mitunter laut und die Luft ist mit Abgasen belastet. Verkehrslärm und durch den Straßenverkehr entstehende Luftverschmutzung spielen dabei auch in Luxemburg eine erhebliche Rolle.

Eine gute Möglichkeit, Belastungen zu reduzieren und auf diese Weise die Lebensqualität in Innenstädten zu steigern, sind sogenannte „emissionsfreie Mobilitätskorridore“. Hieran arbeitet Marcin Seredynski vom E-Bus Competence Center in Luxemburg. Der Forscher erwartet, dass künftig „sanfte Mobilitätsarten“ wie Gehen oder Radfahren weniger schädlichem Lärm und Emissionen ausgesetzt sein werden, wenn es gelingt, den Zugang zu solchen Korridoren auf emissionsfreie Fahrzeuge zu beschränken.

Optimierte Technologie

Rückgrat solcher Korridore, glaubt Seredynski, werden Elektrobusse sein. Der Fokus eines seiner Forschungsprojekte lag dabei auf Plug-in-Elektro-Hybrid (PEH)-Bussen: Ein spezieller Typ von Elektrobussen, der einen Elektromotor mit einem Dieselmotor kombiniert. Die Herausforderung: Solche Busse können nur einen Teil ihrer Route im vollelektrischen Modus fahren. Eine Steuerung durch sogenannte intelligente Transportsysteme (IST) ermöglicht es, die hierfür am besten geeigneten Orte zu finden - ein anspruchsvolles Optimierungsproblem.

In einem gemeinsamen Projekt mit dem Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) und der Universität Luxemburg hat er daher untersucht, wie intelligente Transportsysteme (IST) am besten eingesetzt werden können, damit PEH gezielt in großen emissionsfreien Zonen im vollelektrischen Modus fahren.  

Emissionsfreier durch die Stadt

„Man könnte sagen, dass so ein PEH-Bus ein bestimmtes elektrisches Budget hat und das Ziel des Projekts bestand darin, die beste Art der Nutzung dieses Budgets zu finden, indem man Streckenabschnitte identifiziert, die sich am besten für den elektrischen Antrieb eignen“, erklärt Seredynski.

Die Identifikation ist dem Wissenschaftler gelungen und basiert auf einer Routenanalyse, die insbesondere das durchschnittliche Geschwindigkeitsprofil, die Verteilung der Haltestellen und die Topographie berücksichtigt. Basierend auf der Analyse wurden die besten Routen für emissionsfreie Zonen ermittelt: So konnte etwa die Strecke der Linie 16 in Luxemburg optimiert werden, die zwischen dem Flughafen und der Gemeinde Bertrange verkehrt. Auf dem Boulevard Royal schalten die Busse automatisch in den Elektromodus und fahren dann leise und emissionsfrei weiter bis hinunter zur Pont Adolphe.

Zudem hat er neue Methoden entwickelt, um Routen zu analysieren und die besten Bereiche für emissionsfreie Zonen zu erkennen. In die Praxis umgesetzt wurde dies für Plug-in-Hybride nun bereits in Luxemburg, Deutschland, Spanien, Schweden und Polen.

Seredynski ist aber bereits einen Schritt weiter: Nachdem das vom FNR co-finanzierte Projekt endete, konzentrierte er sich auf Hybridbusse, die ohne die Ladung an einer Station auskommen, wobei er mit Volvo an der Entwicklung eines neuen Hybridbusses, beteiligt war und das er als „Spin-off“ des FNR-Projektes ansieht.

Text: Tim Haarmann
Photo: GilPe via Wikimedia Commons

Infobox

Was sind intelligente Transportsysteme?

Intelligente Transportsysteme sind Anwendungen, die Erfassungs-, Kommunikations-, Berechnungs- und Steuerungsmechanismen nutzen, um Mobilität sicherer, effizienter und umweltfreundlicher zu machen“, erklärt Seredynski den Grundgedanken des Projektes. „Das reicht von Echtzeit-Verkehrssignalen über Echtzeit-Parkmanagement bis hin zu Straßenbenutzungsgebühren. In der Kombination solch verschiedener Ebenen und mit der Anwendung verschiedener Informations- und Kommunikationstechnologien kann das Transportwesen verbessert werden

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