(C) MOAST

Pascale Engel erforscht an der Universität Luxemburg, wie Kinder in einem mehrsprachigen Umfeld sprechen und lesen lernen. Haben Kinder die mehrsprachig aufwachsen etwa Vorteile, oder eher Nachteile?

Die Forscherin konnte feststellen, dass die Mehrsprachigkeit eine Art Gehirntraining für Kinder ist. Portugiesische Kinder z.B., die in Luxemburg groß geworden sind, beherrschen ihre Muttersprache zwar weniger gut als monolinguale Kinder, die in Portugal groß geworden sind. Doch die mehrsprachig aufgewachsenen Kinder sind in anderen kognitiven Bereichen im Vorteil. Wo, erfahren sie im Video.

Forschung nah an den Bedürfnissen der luxemburgischen Gesellschaft

Die Fragen, die Pascale Engel und ihr Team sich stellen, sind z.B.:

  • Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um eine zweite Sprache gut lernen zu können?
  • Wie kann man Lernschwierigkeiten bei einem mehrsprachigen Kind diagnostizieren?
  • Was sind die Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf die Entwicklung des Gehirns?

Wie geht die Forscherin vor?

Um ihre Daten zu erheben, testet Pascale Engel oftmals mehrere 100 Kinder und untersucht ihre Resultate dann mit statistischen Methoden. In einigen Studien sieht sie dieselben Kinder über mehrere Jahre hinweg, um herauszufinden, wie sich gewisse kognitive Prozesse verändern. In anderen Studien vergleicht sie die Resultate verschiedener Gruppen: z.B. mehrsprachige Kinder mit Kindern, die nur eine Sprache sprechen.

Pascale Engel forscht aber nicht nur an den Ursachen von Problemen. Sie testet auch Methoden, die Kindern helfen sollen. Hierfür nutzt sie sogenannte randomisierte kontrollierte Interventionsstudien, wie sie auch in der Medizin genutz werden: Bei einer Gruppe Kinder wird das jeweils spezifisch entwickelte Programm angewendet, bei der anderen Gruppe nicht. Die Kinder werden vor und nach der Interventionsstudie getestet. So kann dann herausgefunden werden, ob das Programm hilft oder nicht.

Du willst mehr über Pascal Engels Forschung wissen? Klicke hier: http://langcog.uni.lu/

Autor: Jean-Paul Bertemes, Pascale Engel
Video: MOAST

 

Infobox

Meet the scientists

The new video series on science.lu: Meet some scientists in their everyday life and discover what their research is about.

Auch interessant

My research in 90 seconds Schreiben in einer Fremdsprache – Schwierigkeit oder Chance?

Ist Mehrsprachigkeit mehr Herausforderung oder kann sie Quelle für Erfolg und Weiterentwicklung sein? Damit befasst sic...

Sprache beeinflusst mathematische Prozesse Das mehrsprachige Gehirn rechnet anders je nach Sprache

Das mehrsprachige Gehirn rechnet je nach angewendeter Sprache anders. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der...

Spezifesch Sproochentwécklungsstéierung (SSES) Wat as eng SSES a wat si Problemer bei der Diagnose?

LEARN erklärt eis wat eng spezifesch Sproochentwécklungsstéierung (SSES) as, wéi se diagnostizéiert gëtt a wat d’Ursaac...

Auch in dieser Rubrik

Gesundheit Welche Auswirkung hat die Trennung der Eltern auf das Körpergewicht ihrer Kinder?

Forscher aus Luxemburg und London haben festgestellt: Nach einer Trennung der Eltern steigt der Body-Mass-Index (BMI) der Kinder. Wie sind die Wissenschaftler vorgegangen?

Christine Schiltz
Researchers‘ Days 2018 Gegen Mathe-Angst gibt es ein Mittel

Als Neurowissenschaftlerin beschäftigt sich Christine Schiltz, Teilnehmerin der Researchers‘ Days 2018, unter anderem mit den numerischen Fähigkeiten von Kindern damit, wie Kinder zählen lernen.

Health & Behaviour Conference Dort ansetzen, wo personalisierte Medizin an ihre Grenzen stößt

Unser Wohlbefinden hängt von unserem Gesundheitszustand ab, aber auch von unserem Verhalten. Eine Fachkonferenz an der Uni befasst sich mit der komplexen Wechselwirkung dieser beiden Faktoren.

Schmerzforscher Fernand Anton
Schmerzforschung Wer ist schmerzempfindlicher - Männer oder Frauen?

Es heißt oft, Männer könnten schon allein deshalb keine Kinder zur Welt bringen, weil sie dafür viel zu wehleidig seien. Doch stimmt das wirklich?