Portrait Anke Wienecke-Baldacchino

LNS

Dr. Anke Wienecke-Baldacchino

Dr. Anke Wienecke-Baldacchino arbeitet seit 2018 als Bioinformatikerin am Laboratoire national de santé in der Mikrobiologie Abteilung.

Wie sind Sie ans LNS gelangt und was ist Ihre Rolle hier?

Ich komme aus der Forschung, meine letzte Stelle war an der Uni Luxemburg und ich habe eine Arbeit gesucht, wo ich ein bisschen näher am Patienten bin und quasi den direkten Output von den Daten, die ich generiere, sehe. Als Bio-Informatikerin verarbeite ich Daten biologischer Prozesse und Strukturen mithilfe moderner Informationstechnologie. Momentan mache ich quasi nichts Anderes als SARS-CoV-2-Sequenzen zu analysieren und Datensätze darüber zusammenzustellen, welche Virus-Varianten gerade in Luxemburg zirkulieren. Diese Informationen leiten wir im Anschluss an die Gesundheitsämter weiter.

Was ist Ihnen besonders wichtig an Ihrer Forschung? Warum haben Sie dieses Forschungsgebiet gewählt?

Ich hatte den Luxus, immer meinen Interessen folgen zu können. Ich habe deshalb in mehrere Fachbereiche reingeschaut – von Ingenieurswissenschaften bis zur Epidemiologie –und habe mehrere Abschlüsse gemacht. Letzten Endes habe ich aber erkannt, dass ich vor allem irgendwo hin muss, wo ich die Auswirkungen meiner Arbeit direkt sehe. Meine jetzige Stelle ist daher der ideale Platz, weil ich verfolgen kann, was mit den Daten, die ich auswerte, passiert und dass das wirklich Sinn macht. Die Bioinformatik hat mich darüber hinaus gefesselt, weil man immer wieder mit etwas Neuem konfrontiert ist. Es gibt immer neue Methoden, neue Wege, neue Algorithmen. Man ist permanent in Bewegung und das entspricht mir voll und ganz.

Wie sehen Sie die Rolle der Frauen in der Wissenschaft? Gibt es immer noch Unterschiede zu den männlichen Kollegen?

Es kommt natürlich immer auf die persönliche Interaktion mit Kollegen und Chefs an, aber ein interessanter Unterschied, den ich beobachtet habe, ist, dass, alle meine weiblichen Vorgesetzen kinderlos waren. Ich würde also sagen, dass Frauen mit Kindern es seltener in Führungspositionen schaffen. Das Wissenschaftsmilieu mit seinen meist befristeten Verträgen und permanentem Publikationsdruck bietet nicht gerade die optimalen Voraussetzungen für Familie, und mit Kindern verändern sich die Prioritäten. Dass es oftmals weniger Frauen in Führungspositionen gibt, ist also häufig auch den Lebensumständen geschuldet. Ich kenne in Luxemburg viele toughe Frauen in wichtigen Positionen, aber ich glaube, dass sie für eine erfolgreiche Karriere grundsätzlich mehr tun müssen als ihre männlichen Kollegen.

Was macht Frauen zu den besseren Wissenschaftlern?

Ich glaube, und das ist jetzt meine subjektive Meinung, dass Frauen mehr auf Zusammenarbeit und Netzwerke setzen. Sie arbeiten nicht als einsamer Wolf, der sein Projekt durchbringen möchte und alle Ergebnisse für sich beansprucht. Sie agieren lieber im Team, weil man dort auch effizienter ist. Außerdem hinterfragen Frauen sich meiner Ansicht nach mehr und betrachten ihre Ergebnisse kritischer, was für ihre Forschungsresultate gewinnbringend ist.

Autor: LNS

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Über das LNS

Das Laboratoire national de santé (LNS; www.lns.lu) ist ein öffentlicher Gesundheitsakteur, der mit seiner internationalen Expertise eine wesentliche Säule des Gesundheitssystem Luxemburgs sowie der Nachbarregionen bildet. Bereits seit 1980 unter diesem Namen firmierend, wurde das LNS in seiner jetzigen Form durch das Gesetz vom 7. August 2012 geschaffen. Unter der Schirmherrschaft des Luxemburger Gesundheitsministeriums ist das LNS heute ein interdisziplinäres Institut, das mit seinem komplementären Team aus mehr als 300 MitarbeiterInnen relevante Exzellenz im Dienste der Gesundheit von Land und Leuten anbietet. An seinem im Jahr 2013 eingeweihten Sitz in Dudelange verfügt das LNS hierzu über seine vier wissenschaftlichen Abteilungen in den Bereichen Biomedizin, Mikrobiologie, Rechtsmedizin und Gesundheitsschutz, sowie über das National Center of Pathology bzw. das National Center of Genetics. Neben dem Professionalismus jedes einzelnen Mitarbeiters und der gezielten Nutzung hochmoderner Technologien baut die Entwicklungsstrategie des LNS auf Forschungspartnerschaften und Projektkooperation mit unterschiedlichen Akteuren sowohl innerhalb Luxemburgs als auch auf europäischer Ebene auf.

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