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2019 wurden eine Stichprobe von 600 Leuten befragt, die repräsentativ für die Bevölkerung Luxemburgs sind.

Seit 2007 lässt der Fonds National de la Recherche (FNR) regelmäßig eine Umfrage durchführen über die Wahrnehmung und den Wert, den die Öffentlichkeit in Luxemburg der wissenschaftlichen Forschung beimisst.

Die neueste Umfrage wurde Anfang des Jahres 2019 bei 600 Teilnehmern der luxemburgischen Bevölkerung durchgeführt, die repräsentativ für Alter, Geschlecht und Nationalität ist. Hier zusammengefasst die wichtigsten Ergebnisse.

Hohes Vertrauen in Wissenschaft und Wissenschaftler

  • 67% der Bevölkerung vertraut der Wissenschaft und Forschung. Das Vertrauen ist am höchsten bei Menschen ab 60 und nimmt mit Bildungsniveau zu. Am kritischsten sind junge Leute in der Altersklasse 15-29 Jahre (hier haben allerdings auch 39% eine neutrale Meinung).
  • Von allen abgefragten Berufen genießt der Beruf des Forscher am meisten öffentliches Vertrauen: 88% der Befragten vertrauen Forschern. Ärzte liegen mit 86% auf dem 2. Platz, 73% vertrauen Lehrern, 71 % Richtern. Im Vergleich dazu vertrauen nur 27% den Politikern und auch die Medien schneiden weniger gut ab mit 40%.
Luxembourg trust in professions

Die Bevölkerung möchte besser informiert werden

  • 61% der befragten Bevölkerung gaben bei der 2019 Umfrage an, sich für Wissenschaft und Forschung in Luxemburg zu interessieren (40% mäßig interessiert und 21% sehr interessiert) - gegenüber nur 40% im Jahr 2011. Das Resultat für 2019 ist geschlechterunabhängig: 63% der befragten Männer interessieren sich für Wissenschaft und Forschung und 59% der befragten Frauen.
  • Nur 34% der Menschen in Luxemburg fühlen sich gut oder mäßig über Wissenschaft und Forschung informiert.
  • 70% der Menschen möchten aber besser informiert werden, insbesondere die Altersgruppen 15-29 (77%) und 60+ (72%). Der Wunsch nach mehr Information ist seit 2011 gestiegen und ist 2019 auf dem höchsten Stand, aber vielleicht noch wichtiger: Der Prozentsatz derjenigen, die nicht besser informiert werden möchten, ist erheblich gesunken (von 36% im Jahr 2017 auf 15% im Jahr 2019).
  • Für etwas mehr als die Hälfte der Befragten ist der beste Weg, sich über die Online-Kanäle der Presse zu informieren, gefolgt von Veranstaltungen, Konferenzen, den aktuellen sozialen Netzwerken oder den Printmedien. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten bezieht sich seine Informationen lieber über die Online-Kanäle der Wissenschaftsakteure.
  • Wie sieht es aus mit Vertrauen in die Informationsquelle? 89% der Befragten vertrauen den Informationen die sie über Wissenschaft und Forschung lesen, wenn sie von Forschungsakteuren verbreitet werden. 76% vertrauen den Informationen, die sie über Wissenschaft und Forschung in der Presse lesen.
trust in information press vs research actors
trust in information press vs research actors detail

Kinder/Jugendliche werden nicht ausreichend in Naturwissenschaften ausgebildet

  • Nur 16% der befragten Bevölkerung sind der Meinung, dass Kinder / Jugendliche in Bezug auf Naturwissenschaften in Grundschulen ausreichend gut ausgebildet sind (23% in Bezug auf Naturwissenschaften in Sekundarschulen).
  • 50% der Menschen sind der Meinung, dass die Sekundarschule die Schüler nicht ausreichend in den Naturwissenschaften ausbildet. Mit 62% fühlen sich besonders junge Menschen (15-29) so.
  • Eine interessante Beobachtung: Personen mit einem Bildungsniveau von Grundschule +3 sind bei dieser Frage geteilter Meinung - 41% antworteten mit Ja und 41% antworteten mit Nein!
science education primary school Luxembourg

Klare Unterstützung für Forschung in Luxemburg

  • Eine klare Mehrheit (81%) ist der Meinung, dass auch ein kleines Land wie Luxemburg wissenschaftliche Forschung betreiben sollte. Die Bevölkerung hat eine sehr positive Meinung (69%) zu Forschung die Wissen aufwirft, auch wenn sie keine unmittelbaren Auswirkungen hat (sehr ähnlich wie in den Vorjahren).
  • Eine Mehrheit der Bevölkerung (67%) ist der Meinung, dass wir uns alle für die Wissenschaft interessieren sollten, da diese einen erheblichen Einfluss auf unser Leben hat (die Zahl ist im Wesentlichen dieselbe wie in den Vorjahren).
  • 48% sind der Ansicht, dass die Investitionen der Regierung höher sein sollten, während 47% der Ansicht sind, dass sie auf dem aktuellen Niveau gehalten werden sollten.

Zur Info: Das Gesamtbudget, das der luxemburgische Staat den öffentlichen Forschungseinrichtungen in Luxemburg für den Zeitraum 2018-21 zuweist, beträgt 1,44 Milliarden EUR.

investment in Luxembourg research

87% der Bevölkerung kennt die Uni Luxemburg, 43% science.lu  

  • Die Universität Luxemburg ist der bekannteste Forschungsakteur in Luxemburg, gefolgt vom FNR.
  • Alle Luxemburger Institute (LIST, LIH, LISER) haben gegenüber 2017 an Bekanntheit gewonnen (wobei diese Akteure alle an Bekanntheit verloren haben, sehr wahrscheinlich aufgrund ihrer Namensänderung)
  • 43% der Bevölkerung kennt science.lu oder hat zumindest davon gehört oder etwas darüber gelesen. Am bekanntesten ist die Webseite bei 15-29Jährigen (62%).
  • Die Aktivitäten von Mr Science, science.lu und Science Festival haben alle gute Bekanntheitswerte unter den schwerer erreichbaren Zielgruppen von Personen mit niedrigerem Bildungsabschluss.
Notoriety research institutions
notoriety science.lu Mr Science Science Festival Researchers Days

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Die Bevölkerung glaubt, dass Wissenschaft hilft:

  • globale Probleme zu lösen
  • die wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Luxemburgs zu gewährleisten
  • den Alltag zu verbessern
  • Umweltproblemen in Luxemburg zu beheben
  • gesellschaftliche Probleme in Luxemburg zu lösen
research statements

Autor: FNR
Editor: Michèle Weber (FNR)

Hier kannst Du ein Dokument mit allen Ergebnissen der 2019 Umfrage des FNR herunterladen.

Infobox

Mehr Infos zur Umfrage und der Methode

Ziel der Umfrage ist es, die zeitliche Entwicklung der Wahrnehmung und des Wertes von Wissenschaft und Forschung in der luxemburgischen Gesellschaft zu messen. Die Umfrage wird von Quest im Auftrag vom FNR durchgeführt.

Ähnliche Erhebungsmodule wurden 2011, 2013, 2017 und 2019 implementiert. Dabei blieb ein Teil der Fragen unverändert und ein Teil wurde angepasst.

2019 wurden eine Stichprobe von 600 Leuten befragt, die repräsentativ für die Bevölkerung Luxemburgs sind. Die Stichprobe basiert auf Geschlechterquoten, vier Altersquoten und drei Nationalistätsquoten.

Seit 2017 wird die Umfrage in einer Kombination aus folgenden zwei Methoden durchgeführt:

  • Die CAWI Methode (computer-aided web interviews – 70% der Befragten)
  • Die CATI Methode (computer-aided telephone interviews – 30% der Befragten)

Bei der CATI Methode werden zunächst zufällige Anrufe basierend auf Festnetznummern durchgeführt. Danach werden dann Leute gezielt kontaktiert um repräsentative Quoten zu gewährleisten.

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