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Jeder Mensch erlebt im Alltag vorübergehend körperliche Symptome, die nicht durch eine Krankheit oder Verletzung hervorgerufen werden, wie z.B. Übelkeit oder Herzrasen in Erwartung einer belastenden Situation. Bei anhaltenden Phasen von Stress und Belastung oder beim Fehlen notwendiger Ruhepausen entwickeln manche Menschen körperliche Symptome. Dies können z.B. Appetitverlust, Schlafstörungen, Schmerzen, Übelkeit, Ohrgeräusche, Schwindel, Schweißausbrüche oder Ähnliches sein. Diese körperlichen Symptome sind oftmals „medizinisch unerklärt“, d.h. dass Ärzte keine medizinischen Ursachen für diese Symptome finden.

Trotz der beträchtlichen Häufigkeit und des erheblichen Leidensdrucks für Betroffene sind viele psychologische und biologische Faktoren, die der Entwicklung körperlicher Symptome bei Stress zugrunde liegen, ungeklärt. „Medizinisch unerklärt“ bedeutet dabei allerdings nur, dass nicht die Krankheit vorliegt, auf die das jeweilige Symptom hinweisen könnte (wie z.B. Herzinfarkt bei Herzrasen oder Krebs bei Schmerzen). Demgegenüber ist es durchaus wahrscheinlich, dass es Veränderungen im Gehirn, im Nervensystem und in der Ausschüttung von Stresshormonen gibt, die mit der Entstehung von Körpersymptomen zusammenhängen.

Durch die Häufigkeiten von körperlichen Symptomen bei Stress und die Beeinträchtigungen, die Betroffene durch ihre Symptome haben, besteht von Seiten der Psychologie und der Medizin ein großes Interesse, die Entwicklung dieser Symptome besser zu verstehen, um neue Methoden zur Diagnostik und Therapie entwickeln zu können.

Fragestellung der Studie

Im Rahmen der Studie werden psychologische und biologische Faktoren untersucht, die mit körperlichen Symptomen bei Stress zusammenhängen. Die Ausgangshypothese für das Projekt lautet, dass eine veränderte Kommunikation zwischen Gehirn und Körper mit der Entwicklung körperlicher Symptome zusammenhängt. Daher wird in der Studie einerseits Körperwahrnehmung untersucht (Signale, die vom Körper zum Gehirn übermittelt werden) und andererseits Stress, da während einer Stressreaktion vom Gehirn aus Körperprozesse in Gang gesetzt werden.

Lehrer:innen gesucht

Wir benötigen für die Studie sowohl Personen, die sich gestresst fühlen, als auch Personen, die sich nicht gestresst fühlen. In dieser Studie werden ausnahmslos Lehrer:innen untersucht. D.h., Sie können an der Studie teilnehmen, wenn Sie aktuell aktiv im Lehrberuf tätig sind. Dazu zählen auch Lehrkraftanwärter:innen im Referendariat. Dies hat den Grund, dass es durch die ständigen psychosozialen Anforderungen im Lehrberuf wahrscheinlich ist, dass einige Versuchsteilnehmer:innen von Stress am Arbeitsplatz berichten können. Auch können wir anhand der Lehrer:innenstichprobe überprüfen, welche psychischen und körperlichen Veränderungen mit chronischem Arbeitsstress in Verbindung stehen. Falls Sie selber nicht im Lehrberuf arbeiten, können Sie leider nicht teilnehmen. Alle Teilnehmer:innen müssen zudem fließend Deutsch sprechen und verstehen.

Unter folgendem Link können Sie sich für die Teilnahme an der Online-Studie anmelden. Nach der Registrierung wird Ihnen ein Link zum Fragebogen per E-Mail zugeschickt: https://s2survey.net/Lehrerstressstudie/

Was bereits bekannt ist

In der Gesundheitsforschung spiet die Verarbeitung und Wahrnehmung von Signalen aus dem Körperinneren, eine wichtige Rolle. So ist Körperwahrnehmung beispielsweise mit dem Emotionserleben oder -regulation verbunden und in diesem Zusammenhang auch mit psychischen Störungen, und zwar insbesondere solchen, die körperliche Symptome beinhalten (z.B. Panikstörung oder Somatoforme Störungen). Stress wiederum erhöht zusätzlich die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung ebensolcher Störungen. Beide Verarbeitungsprozesse, Körperwahrnehmung und Stress, stehen in einem übergeordneten Regulationssystem (Gehirn-Körper-Interaktion) zueinander und werden daher in der Studie gemeinsam untersucht.

Es gibt bereits erste Erkenntnisse darüber, dass akuter Stress, sowie beispielweise physiologische Aktivierung oder bestimmte Hormonausschüttungen, die Körperwahrnehmung verändern kann. Bislang ist jedoch unklar, ob dies bei chronischem Stress ähnlich ist und insbesondere, ob durch mögliche Veränderungen der Körperwahrnehmung bei chronischem Stress ebenfalls körperliche Symptome entstehen können. Daher ist Ziel des vorliegenden Projektes, diesen Zusammenhang aufzudecken.

Was der Studienteilnehmer tun muss

Inhalt der Online-Befragung

In dieser internetbasierten Befragung kommen digitale Versionen von Fragebögen zum Einsatz. Es handelt sich um etablierte Verfahren, die in der Forschung sehr häufig eingesetzt werden. Die Beantwortung dauert ca. 45 Min. Nach 12 Monaten werden Sie erneut kontaktiert, um die Befragung erneut auszufüllen. Unter allen Teilnehmern, die beide Befragungen abgeschlossen haben, kommt es zur Verlosung von 20 Geschenkgutscheine zu je € 50,-. Diese Verlosung ist völlig unabhängig von der möglichen Auswahl zur Teilnahme an der Folgestudie.

Mögliche Teilnahme an einer Folgestudie

Das Forschungsprojekt ist in zwei Studien unterteilt. Einerseits die Online-Studie, für die Sie sich hier registrieren können und andererseits eine Laboruntersuchung zu der Sie ggf. eingeladen werden. Die Auswahl zur Laboruntersuchung erfolgt zufällig. Die Studie im Labor dauert ca. 4,5 h. und wird mit einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 50€ vergütet.

Wem dient diese Studie?

Es handelt sich um eine Studie im Bereich der Grundlagenforschung. Das bedeutet, dass die Erkenntnisse aus dem Projekt dazu geeignet sind, psychologische und biologische Prozesse besser zu verstehen, die mit körperlichen Symptomen einhergehen. Es ist jedoch keine Studie, die die Wirksamkeit einer neuen Behandlungsmethode für körperliche Symptome oder Stress testet. Falls Sie körperliche Symptome haben oder Stress erleben, ist im Zusammenhang mit der Studie keine Verbesserung dieser Symptome zu erwarten. Durch Ihre Teilnahme tragen Sie jedoch dazu bei, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über körperliche Symptome bei Stress zu erweitern sowie, dass diese möglicherweise in einigen Jahren besser verstanden, diagnostiziert und behandelt werden können.

Bis wann werden Teilnehmer angenommen?

Lehrerinnen und Lehrer können bis ca. Anfang 2023 an der Studie teilnehmen.

Leiter der Studie und Kontakt: 

Studienleiterin: Greta Hansen, M.Sc.
Tel.: (+352) 46 66 44 6251
E-Mail: greta.hansen@uni.lu

Projektleiter:

Prof. Dr. André Schulz, Dipl.-Psych.
Tel.: (+352) 46 6644 9549
E-Mail: andre.schulz@uni.lu

Disclaimer: science.lu übernimmt für den Inhalt dieses Artikels und der wissenschaftlichen Studie keine Verantwortung. Solltest Du Fragen oder Bedenken haben, kontaktiere bitte den Studienleiter.

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