Scienteens Lab

Scienteens Lab

Das Scienteens Lab ist das erste Schülerlabor Luxemburgs.

Im Scienteens Lab können Schüler in dem Kurs „Ein Geheimnis bewahren? Dank Zahlentheorie!“ lernen, wie zahlentheoretische Konzepte zur sicheren Kommunikation verwendet werden. Außerdem organisiert das Scienteens Lab zusammen mit den Wissenschaftlern der Universität Luxemburg einwöchige Praktika für besonders interessierte Jugendliche. Lehrer können am Scienteens Lab Weiterbildungsangebote wahrnehmen.

Das Scienteens Lab ist das erste Schülerlabor Luxemburgs. In den Kursen können Schüler in die Rolle von Wissenschaftlern schlüpfen und selbst Experimente durchführen. Dabei werden theoretische Fragestellungen aus der Biologie, Mathematik und Physik in verschiedenen Kursen praktisch erarbeitet. Beispielsweise wird die euklidische Division mithilfe von Streichhölzern nachempfunden. Oder die Schüler arbeiten mit menschlichen Zellen, die sie unter einem Mikroskop betrachten und anschließend vermehren können. Der Kurs „Das Enzym DLD3 bekennt Farbe“ führt Schüler in komplexe wissenschaftliche Fragestellungen heran – dort können die jungen Teilnehmer zum Beispiel lernen, wie man Proteine isolieren und deren Eigenschaften charakterisieren kann.

Sein Angebot passt das Scienteens Lab bewusst an die Lehrpläne der Luxemburger Schulen an, sodass die Teilnehmer die Relevanz der Schulthemen für den wissenschaftlichen Alltag hautnah erleben können. Das Scienteens Lab wurde 2013 vom Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) gegründet und finanziert sich seitdem zum großen Teil aus Spenden und eingeworbenen Fördermitteln. Seit 2016 ist auch die Fakultät für Naturwissenschaften, Technologie und Kommunikation (FSTC) mit den Fachrichtungen Mathematik und Physik am Scienteens Lab beteiligt. 2016 erhielt das Scienteens Lab einen PSP-Flagship-Grant vom Fonds National de la Recherche, mit dem alle drei Disziplin weiter gefördert werden.

  • Name: Scienteens Lab
  • Gastgebende Institution: Universität Luxemburg
  • Gegründet: 2013
  • Schirrmherrschaft: Ihre Königliche Hoheit die Erbgroßherzogin von Luxemburg
  • Adresse: Biotech I, L-4362 Esch-sur-Alzette, 7, avenue des Hautes-Fourneaux (Biologie Kurse), Maison du Nombre, L-4362 Esch-sur-Alzette, 6, avenue de la Fonte (Mathematik Kurse), Campus Limpertsberg, L-1511 Luxembourg, 162a, avenue de la Faïencerie (Physik Kurse)
  • Ziel: Authentisches Erleben von wissenschaftlichen Fragestellungen an der Schnittstelle zwischen Schule und Universität
  • Finanzierung: Fonds National de la Recherche (FNR), Fondation Veuve Emile Metz-Tesch (FVEMT), The Leir Charitable Foundations, Joachim Herz Stiftung, Bildungsministerium
  • Formate: Kurse, Praktika, Lehrerfortbildungen
  • Webseite: www.scienteenslab.uni.lu

Was ist das Ziel der Arbeit?

Das Scienteens Lab will als außerschulischer Lernort die Lücke zwischen Schulwissen und wissenschaftlichem Arbeiten schließen, und die Begeisterung für Naturwissenschaften und Mathematik wecken. Die angebotenen Formate sind eintägige praktische Kurse für Schulklassen, Praktikumsplätze für einzelne Schüler sowie Weiterbildungen für Lehrer.

In den Kursen werden Themen wie Molekularbiologie, Graphentheorie, Zahlentheorie, Rheologie  oder Optik veranschaulicht. Die Schüler können die Experimente selbst durchführen und erleben so den wissenschaftlichen Alltag authentisch in den Laboren der Universität.

In einwöchigen Praktika innerhalb der Forschungsgruppen der Universität Luxemburg arbeiten Jugendliche neben erfahrenen Wissenschaftlern und können detailliertes Wissen über wissenschaftliche Arbeitsmethoden und den Alltag eines Forschers erfahren.

Die Weiterbildungen für Lehrer sollen als Anregungen für praxisorientierten Unterricht dienen.

Wie gehen die Anbieter vor?

Wissenschaft hautnah erleben

Im Kurs „Mayonnaise, ein kulinarischer Star auf dem Prüfstand – flüssig oder fest?“ erforschen die Schüler das Verhalten von Mayonnaise. Mayonnaise besteht aus drei flüssigen Bestandteilen, nämlich ÖL, Zitronensaft und Ei. Sind die drei Stoffe zu Mayonnaise zusammen gerührt worden, nehmen sie eine andere Konsistenz an. Ein volles Glas mit Mayonnaise kann man auf den Kopf stellen, ohne dass etwas herausläuft. Warum ist das so? Die selbsthergestellte Mayonnaise wird unter dem Mikroskop betrachtet und ihr Fließverhalten mit einem Rheometer studiert. Rheometer messen die Viskosität und Elastizität von Materialien, indem eine Probe beispielsweise mit hohem Druck durch einen Zylinder gepresst wird und der Druckabfall und die Durchflussmenge gemessen werden. Anschließend werden die Ergebnisse mit den Schülern diskutiert.

Weiterbildungen für Lehrer

In Kooperation mit dem Institut de formation de l‘Éducation nationale (IFEN) können Lehrer Weiterbildungen am Scienteens Lab absolvieren. Der Kurs ‚Phyphox im Physikunterricht‘ führt beispielsweise in die vielfältigen Möglichkeiten ein, die Sensoren im Mobiltelefon bieten. Die App phyphox (physical phone experiments) ermöglicht das Sammeln und Exportieren von Daten für Experimente, wie das Messen des Dopplereffekts mit dem Mikrophon. Der Dopplereffekt bezeichnet die Stauchung oder die Dehnung eines Signals, wenn das Signal eines dynamischen Senders von einem statischen Empfänger wahrgenommen wird und dadurch variabel erscheint – beispielsweise die Töne eines Rettungsfahrzeuges. Die Teilnehmer der Weiterbildungen sollen ihr Fachwissen erweitern und befähigt werden ein Thema in den projektorientierten Unterricht einzubauen. Die Themen decken sich teilweise mit den für Schüler angebotenen Kursen und regen dazu an, mit Schulklassen das Scienteens Lab zu besuchen.

Autor: scienceRELATIONS
Fotos: Scienteens Lab

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