Nach einer einwöchigen Schließung wegen der Proteste im Iran sollen die Schulen am Sonntag wieder öffnen. Die seit dem 10. Januar geschlossenen Schulen in der Hauptstadt Teheran und in anderen Städten nähmen am Sonntag den Unterricht wieder auf, meldete die Nachrichtenagentur Isna am Samstag. Die verschobenen Examen an den Universitäten würden am 24. Januar nachgeholt.

Die Proteste im Iran hatten Ende Dezember begonnen. Sie entzündeten sich zunächst an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich dann aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) geht von bislang mindestens 3428 getöteten Demonstrierenden aus.

Mittlerweile sollen die Proteste weitgehend zum Erliegen gekommen sein. Das Internet war am Samstag weiter massiv eingeschränkt.

In der französischen Hauptstadt Paris demonstrierten unterdessen rund 3000 Menschen für Freiheit im Iran. Sie skandierten unter anderem "Tod für Chamenei". Das seit 1989 amtierende geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei hatte den "Aufrührern" am Samstag erneut mit Vernichtung gedroht.