Wissenschaftlern in der Schweiz ist ein beispielloses Forschungskunststück gelungen: Sie haben Antiprotonen, das teuerste und fragilste Material der Welt, auf der Straße transportiert.

Wissenschaftlern in der Schweiz ist ein beispielloses Forschungskunststück gelungen: Sie haben Antiprotonen, das teuerste und fragilste Material der Welt, auf der Straße transportiert.

Wissenschaftlern der Europäischen Kernforschungszentrums Cern ist ein beispielloses Forschungskunststück gelungen: Der Transport von Antimaterie auf der Straße. Die Partikel seien zurückgekommen - das sei ein "Erfolg", sagte Stefan Ulmer, Physiker bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) am Dienstag vor Journalisten, nachdem ein Lastwagen eine zehn Kilometer lange Testfahrt auf dem Campus des größten Physiklabors Europas in Genf zurückgelegt hatte. Das gelungene Experiment markiere den Start einer neuen Ära, betonte Ulmer.

Materie und ihr geheimnisvoller Zwilling Antimaterie gelten als nahezu identisch, abgesehen von ihrer entgegengesetzten Ladung und magnetischen Eigenschaft. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fragen sich bis heute, warum unser Universum viel mehr Materie als Antimaterie enthält, obwohl der Urknall theoretisch eine gleichgroße Menge davon hätte erzeugen müssen.

Wenn Antimaterie mit Materie in Kontakt kommt, vernichten sich beide gegenseitig und setzten dabei Energie in Form eines hochenergetischen Lichtblitzes frei. Der Transport von Antimaterie-Teilchen stellt daher eine große Herausforderung dar - die nun offenbar gemeistert wurde. Das erfolgreiche Experiment nach rund 15 Jahren Arbeit sei "eine bemerkenswerte Leistung", erklärte Cern. Nun sei es möglich, Antimaterie noch besser zu erforschen.

Das Cern ist derzeit nach eigenen Angaben der einzige Ort weltweit, an dem Antiprotonen produziert werden. Langfristig plant das Kernforschungszentrum, Antimaterie an verschiedene Labore in Europa zu transportieren und will mit einem Labor in Düsseldorf beginnen, das acht Autostunden entfernt liegt. Die Tests sollen nach Angaben des Kernforschungszentrums fortgesetzt werden.