Allen Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zum Trotz hat die Konzentration der klimaschädlichen Treibhausgase in der Atmosphäre auch im vergangenen Jahr neue Höchstwerte erreicht. "Es gibt keine Anzeichen für eine Verlangsamung, geschweige denn für einen Rückgang der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre", warnte der Chef der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), Petteri Taalas, am Montag anlässlich der Veröffentlichung des WMO-Jahresberichts in Genf.

Die WMO legt alljährlich einen Bericht zu den weltweiten Treibhausgas-Werten vor. Er berücksichtigt nicht die Menge an freigesetzten Treibhausgasen, sondern die Menge, die in der Atmosphäre verbleibt. Rund ein Viertel aller Treibhausgase wird derzeit von den Meeren und der Biosphäre - also der Gesamtheit aller Ökosysteme auf der Erde - absorbiert.

Der eine Woche vor der UN-Klimakonferenz in Madrid veröffentlichte Bericht, der auf den Daten aus dem Jahr 2018 basiert, fällt erneut alarmierend aus: Demnach stieg die Konzentration von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre auf einen neuen Höchststand von 407,8 Teile pro Million (ppm) - das entspricht einem Anstieg von 147 Prozent verglichen mit dem vorindustriellen Niveau. 2018 waren es noch 405,5 Teile pro Million.

Besondere Sorge bereitete der WMO, dass der Anstieg der CO2-Konzentration im vergangenen Jahr höher war als der durchschnittliche Anstieg der vergangenen zehn Jahre - zumal das Treibhausgas CO2 über Jahrhunderte in der Atmosphäre und den Meeren verbleibt.

Stärker als in den vergangenen zehn Jahren fiel auch der Anstieg bei Methan und dem allgemein als Lachgas bekannten Distickstoffmonoxid (N2O) aus. Ihre Konzentrationen erreichten ebenfalls neue Höchstwerte. N2O spielt darüber hinaus eine wichtige Rolle bei der Zerstörung der Ozonschicht, die vor den schädlichen UV-Strahlen der Sonne schützt.