Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Deutschen dazu aufgerufen, sich stärker mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Die Menschen bräuchten die Erinnerung an "das Unrecht ebenso wie an das Gelungene", sagte Steinmeier laut Redetext bei der diesjährigen Verleihung von Preisen des von ihm ausgelobten Geschichtswettbewerbs am Dienstag in Berlin. "Für eine gute Zukunft brauchen wir deshalb viele Formen des Engagements – vielleicht sogar einen 'Friday for history', wenigstens ab und zu einmal."

Mit Blick auf das diesjährige Motto des Wettbewerbs "So geht's nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch" fügte der Bundespräsident hinzu: "Krisen, Um- und Aufbrüche sind fortwährend ein Thema. Sie sind immer aktuell, sie begleiten uns durchs Leben, durch unsere eigene Geschichte und durch die unseres Landes, unseres Kontinents und unserer Zeit." Das sei auch zu Lebzeiten der Urgroßeltern nicht anders gewesen.

"Wir können aus überwundenen krisenhaften Momenten lernen, und die Umbrüche und Aufbrüche der Vergangenheit machen uns Mut, dass es uns immer wieder gelingen kann, Krisen erfolgreich zu meistern." Mit Blick auf den Mauerfall vor 30 Jahren fügte Steinmeier hinzu: "Die Überwindung der jahrzehntelangen Teilung Europas war ein Moment, der Weltgeschichte schrieb." Doch das habe keinesfalls einen Schlusspunkt unter die Geschichtsschreibung gesetzt. "Krisen werden uns weiter begleiten und dieser Wettbewerb ist eine dauernde Einladung, über sie nachzudenken, zu forschen und zu erzählen."

Einer von mehreren ersten Preisen des Wettbewerbs ging in diesem Jahr an eine Schülerin vom Romain-Rolland-Gymnasium in Dresden. Sie hatte sich in ihrer Forschungsarbeit mit ihren hugenottischen Vorfahren beschäftigt. Auch jeweils zwei zweite und dritte der insgesamt 50 Preise gingen an Schüler aus Sachsen.