Der Start der Sojus-Rakete erfolgte zwischen zwei SpaceX-Starts - den ersten bemannten Raumflügen zur ISS unter Führung der US-Raumfahrtbehörde Nasa seit 2011.

Der Start der Sojus-Rakete erfolgte zwischen zwei SpaceX-Starts - den ersten bemannten Raumflügen zur ISS unter Führung der US-Raumfahrtbehörde Nasa seit 2011.

In Rekordzeit zur ISS: Schneller als je zuvor sind zwei russische Kosmonauten und eine US-Astronautin am Mittwoch in einer russischen Sojus-Rakete von der Erde zur internationalen Raumstation ISS gereist. Sergej Ryschikow und Sergej Kud-Swertschkow sowie ihre Nasa-Kollegin Kathleen Rubins dockten am Mittag nach rund drei Stunden Flugzeit sicher an ihrem Zielort im Weltall an.

Die Sojus-Rakete war am Morgen vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Erstmals seit dem ersten bemannten Flug des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX im Mai startete wieder eine von den Russen angeführte Mission zur ISS. Sowohl die Nasa als auch die russische Weltraumagentur Roskosmos bestätigten einen reibungslosen Verlauf der Reise.

"Drei Stunden und drei Minuten", schrieb Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin auf Twitter nach dem erfolgreichen Andocken der Sojus-Rakete. Damit erreichte die neue Besatzung die ISS sogar noch vier Minuten früher als erwartet. Bislang lag die Flugzeit bei rund sechs Stunden. Aufgrund einer veränderten Flugbahn konnte sie nun verkürzt werden. Eine ähnliche Zeit war bisher nur mit einem unbemannten Raumfrachter erreicht worden.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie fand die Mission unter strengen Vorsichtsmaßnahmen statt. So mussten die Raumfahrer zuvor in Quarantäne, zudem wurden sie regelmäßig auf das Virus getestet.

Mit Ryschikow und Rubins gehören zwei erfahrene Raumfahrer zur Crew. Der 46-jährige ehemalige Militärpilot Ryschikow hat bereits 173 Tage im Weltraum verbracht, die 42-Jährige Rubins 115 Tage. Der 37 Jahre alte Kosmonaut Kud-Swertschkow flog zum ersten Mal ins All.

Rubins arbeite als Mikrobiologin, die neben anderen Viren auch das Ebola-Virus erforschte, bevor sie ihre Ausbildung zur Astronautin begann. 2016 war sie erstmalig auf der ISS. Sie wolle unter anderem an Experimenten zum Zellwachstum im Weltraum arbeiten, sagte sie vor dem Abflug.

Der Start der Sojus-Rakete erfolgte zwischen zwei SpaceX-Starts - den ersten bemannten Raumflügen zur ISS unter Führung der US-Raumfahrtbehörde Nasa seit 2011. In den vergangenen Jahren waren US-Astronauten auf russische Raketen angewiesen, um zur ISS zu kommen. Die Nasa hatte ihr Shuttle-Programm wegen hoher Kosten und nach zwei Unglücken vor neun Jahren eingestellt.

Um wieder unabhängiger zu werden, beauftragte die US-Regierung unter Trumps Vorgänger Barack Obama das von Tesla-Gründer Elon Musk gegründete Unternehmen SpaceX sowie den Luftfahrtriesen Boeing mit dem Bau von Raumfähren.

Die ISS, die seit dem Jahr 2000 ständig besetzt ist, ist ein seltenes Beispiel für eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington.