Die Grünen stehen dem Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft skeptisch gegenüber, erteilen ihre aber auch keine komplette Absage. "In Medizin und biotechnologischen Anwendungen konnten durch die Gentechnik wichtige Fortschritte erzielt werden, während im Agrarbereich ihre Anwendung zu neuen Problemen geführt hat", heißt es in einem am Samstagabend auf dem digitalen Parteitag gefassten Beschluss zum künftigen Grundsatzprogramm.

"Gerade im Agrarbereich soll die Forschung zu alternativen Ansätzen, die auf traditionelle und ökologische Züchtungsverfahren setzen, gestärkt werden", heißt es in dem Text, der in das Grundsatzprogramm einfließen wird. "Wie bei jeder Technologie muss der politische Kompass zum Umgang mit alten wie neuen gentechnischen Verfahren sein, einerseits die Freiheit der Forschung zu gewährleisten und andererseits bei der Anwendung Gefahren für Mensch und Umwelt auszuschließen."

Dem Beschluss ging eine kontroverse Debatte voraus. Alternative Änderungsanträge kamen von entschiedenen Kritikern der Gentechnik in der Landwirtschaft sowie deren Befürwortern. Grünen-Chef Robert Habeck verteidigte den Kompromissvorschlag der Parteiführung, der schließlich angenommen wurde. Die alte Gentechnik habe ihre Versprechen nicht eingelöst, allerdings sollte die Forschung zu neuen Verfahren in diesem Bereich nicht ausgeschlossen werden, sagte er. In der Anwendung solle allerdings eine kritische Haltung eingenommen werden.

Mit dem neuen Grundsatzprogramm, das das bisherige von 2002 ablösen soll, wollen sich die Grünen für den Wahlkampf im kommenden Jahr rüsten. In dem Entwurf zum Grundsatzprogramm, über das die Delegierten bis Sonntag beraten, bekennt sich die Partei klarer als ursprünglich geplant zum 1,5-Grad bei der Erderwärmung.