Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Bundesregierung als Reaktion auf den Sonderbericht des Weltklimarats IPCC zu einem Ausstieg aus der Kohle aufgefordert. Der Bericht zeige, dass es möglich sei, den Temperaturanstieg bei 1,5 Grad zu begrenzen und so die "drastischen Folgen einer deutlich heißeren Welt abzuwenden", erklärte Greenpeace-Experte Benjamin Stephan am Montag.

"Die Zeit dazu ist knapp und der politische Auftrag für die Bundesregierung glasklar", erklärte Stephan. "Es gibt keine Entschuldigung für ein reiches Industrieland wie Deutschland, seine CO2-Bilanz weiterhin mit alten, schmutzigen Kohlekraftwerken zu ruinieren."

Der "breite gesellschaftliche Widerstand" gegen die Kohlepläne des Stromkonzerns RWE am Hambacher Forst zeige, "dass viele Menschen beim Schutz des Klimas längst weiter sind als die Politik", erklärte Stephan weiter. "Es ist die Aufgabe der Bundesregierung und der Kohlekommission, den Kohleausstieg jetzt zu starten und bis spätestens 2030 abzuschließen. Auch die Verkehrswende weg vom Öl hin zu sauberen Verkehrsformen darf nicht länger warten."

Der Weltklimarat IPCC hatte in einem am Montag veröffentlichten Sonderbericht erklärt, nur durch "schnelles und weitreichendes" Handeln lasse sich die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau begrenzen.