Reiche Ernte unter lebensfeindlichen Bedingungen: Beim aktuellen Testlauf des Gewächshauses "Eden ISS" in der Antarktis sind so viele verschiedene Gemüse- und Kräutersorten gezüchtet worden wie bei bisher keiner anderen Überwinterungsmission. Die gemeinsame Versuchsreihe der US-Weltraumbehörden Nasa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist damit erfolgreich, wie das DLR am Dienstag mitteilte. Für die Mission hatte die Nasa-Pflanzenwissenschaftlerin Jess Bunchek fast ein Jahr lang abgeschnitten von der Außenwelt im Antarktisgewächshaus geforscht.

Ohne Erde und nur mit künstlichem Licht züchtete die Astrobotanikerin demnach unter anderem Tomaten, Bohnen und Spinat sowie verschiedene Kräuter. Das vollständig autarke Gewächshaus habe eine "reichliche Ernte" für die monatelang isolierte Überwinterungscrew auf der 400 Meter entfernten Neumayer-III-Forschungsstation geliefert. Die Besatzung der Station des Alfred-Wegener-Instituts sei "begeistert" von der regelmäßigen Versorgung mit frischem Gemüse, hieß es.

"Ich bin erleichtert, wie gut die Pflanzen bisher gewachsen sind", erklärte die Botanikerin. Das Projekt sei "einzigartig und bahnbrechend". Im Antarktisgewächshaus werde eine große Menge an Daten über die Gesundheit und Produktion der Pflanzen und benötigte Betriebsmittel gesammelt. Die Erkenntnisse aus "Eden ISS" sollen zeigen, wie Technologien eingesetzt werden können, um nahrhaftes Gemüse unter extremen Bedingungen gedeihen zu lassen.

Davon profitieren sollen künftig die Besatzungen von Weltraummissionen oder Regionen, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Das Gewächshaus "Eden ISS" befindet sich seit 2018 in der Antarktis und wurde seitdem für verschiedene Forschungsprojekte genutzt. Bunchek begann ihre Mission im Januar. Sie soll bis Anfang kommenden Jahres in der Antarktis bleiben.