Deutsche und französische Parlamentarier fordern mehr Anstrengungen für Forschung und Innovation in Europa. "Wir müssen Europa zu einem dynamischen Innovations-Ökosystem machen, das zum wissenschaftlichen Fortschritt auf der Grundlage europäischer Werte und zum Nutzen aller beiträgt", heißt es in einer Beschlussvorlage für die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung am Freitag, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag. "Was wir jetzt brauchen, ist ein europäischer Neubeginn bei Forschung und Innovation."

Die Parlamentarier sehen Deutschland und Frankreich in einer besonderen Verantwortung. "Unsere deutsch-französische Zusammenarbeit muss dabei eine der treibenden Kräfte sein", heißt es in der Beschlussvorlage mit dem Titel "Mit Innovationen aus der Krise: auf dem Weg zur europäischen Innovationsunion". Über das Papier berichteten zunächst die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten".

Die Abgeordneten hoben mit Blick auf die Corona-Pandemie hervor: "Wir müssen jetzt unsere Innovationsfähigkeit, technologische und digitale Souveränität erhöhen, um für zukünftige Krisen besser gewappnet zu sein." Laut dem Beschluss sollen die Regierungen Deutschlands und Frankreichs unter anderem aufgefordert werden, im Bereich der künstlichen Intelligenz starke Forschungsstandorte aufzubauen.

Mit einer "digitalen grenzüberschreitenden Region" solle ein "europäischer Leuchtturm" geschaffen werden, heißt es weiter in der Beschlussvorlage. Auch die "exzellente Grundlagenforschung" soll demnach ausgebaut und europäisch verzahnt werden.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Anna Christmann erklärte zu der Beschlussvorlage: "Als erste Arbeitsgruppe leisten wir parlamentarische Pionierarbeit und wollen ein starkes Fundament für die bilaterale Innovationspolitik legen." Deutschland und Frankreich müssten zusammen "Treiber für eine europäische Innovationsunion" sein. Die Regierungen beider Länder seien nun aufgerufen, "diese Ideen aufzugreifen und die Digitalregion Rheinschiene zum Leben zu erwecken".

Die deutsche-französische Parlamentarierversammlung am Freitag findet anlässlich des Deutsch-Französische Tag statt, der 2003 zum 40. Jahrestag des Elysée-Vertrags ins Leben gerufen wurde. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will aus diesem Anlass per Video mit Schülerinnen und Schülern beider Länder diskutieren. "Wir wollen uns gemeinsam darüber austauschen, wie unsere beiden Länder aus Sicht der Jugendlichen noch enger zusammenwachsen können", erklärte Karliczek. Sie finde es sehr wichtig, dass sich Schüler über das jeweilige Partnerland informierten.