Die Bundeszentrale für politische Bildung unterhält künftig auch einen Standort in Ostdeutschland. "Wir bekommen 58 zusätzliche Stellen, davon entfallen elf Stellen auf einen neuen Fachbereich mit einem Standort in den östlichen Bundesländern", sagte Behördenpräsident Thomas Krüger den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Montag. Die neue Abteilung werde entweder in Cottbus oder in Halle beheimatet sein.

Der Fachbereich bekomme die Aufgabe, Fragen politischer Bildung in Transformationsräumen bundesweit zu behandeln, führte Krüger aus. Es gehe etwa um Gebiete, "in denen keine Kohle mehr abgebaut wird", sowie um ehemalige Industrielandschaften "wie Leuna, Halle oder Bitterfeld, die verwandelt werden müssen in Dienstleistungsregionen". Allerdings werde es in dem neuen Fachbereich "nicht nur um ostdeutsche Regionen gehen, sondern auch um das Ruhrgebiet oder die Oberpfalz".

Die Bundeszentrale wolle Konzepte entwickeln, wie der Wandel "mit einem positiven Effekt für eine demokratische und offene Gesellschaft" unterstützt werden könne, sagte Behördenchef Krüger. "Das Problem ist, dass bestimmte politische Debatten in urbanen Räumen als selbstverständlich gelten und sich die ländlichen und vom Strukturwandel betroffenen Räume verlassen fühlen." Dem wolle die Bundeszentrale entgegenwirken.

Die Behörde, die dem Bundesinnenministerium untersteht, hat ihren Hauptsitz in Bonn und unterhält eine Außenstelle in Berlin. Ihre Aufgabe ist es laut Erlass, "Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken".

Dem Zeitungsbericht zufolge hat die Bundeszentrale aktuell 252 Stellen, doppelt so viele wie vor sieben Jahren. Das Sachmittelbudget zur Förderung von Angeboten und Projekten der politischen Bildung ist Krügers Angaben zufolge so hoch wie noch nie in der Geschichte der Einrichtung. "Das zeigt den Stellenwert der Bundeszentrale für politische Bildung", sagte er.