Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält am Plan einer baldigen Öffnung von Kitas und Schulen fest. "Ich treffe morgen die Entscheidung auf der Grundlage der aktuellen Zahlen", sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart vor Journalisten. Falls der rückläufige Trend bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus anhält, will Baden-Württemberg Kitas und Grundschulen öffnen, dabei aber weitere Sicherheitsvorkehrungen treffen.

So soll weiterhin keine Präsenzpflicht bestehen. Klassen und Gruppen sollen geteilt und voneinander getrennt werden. Lehrer und Erzieher sollen hochwertige Sicherheitsmasken erhalten. Die Regierung stützt sich bei dieser Entscheidung auf Untersuchungen der Universitätskliniken in Tübingen, Ulm und Freiburg, die ergaben, dass Kinder unter zehn Jahren wenig zum Infektionsgeschehen beitragen und auch seltener erkranken.

Kretschmann sagte, er haben noch einmal alle vorhandenen Studien zu dieser Frage wissenschaftlich überprüfen lassen und sei zum selben Ergebnis gekommen. In den Faschingsferien, wenn die Schulen geschlossen bleiben, sollen die Maßnahmen evaluiert werden. Zuletzt hatte der Berliner Virologe Christian Drosten, der auch die Bundesregierung berät, Zweifel an der Erkenntnis der Studien geäußert.

Kretschmanns Regierung führt die Verbesserung der Landesinzidenz auf zuletzt 86,6 auf die nächtliche Ausgangssperre zurück, die in Baden-Württemberg seit Dezember gilt. "Dies hat ganz wesentlich zur Verringerung der Mobilität beigetragen", sagte Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne). Zuletzt hatte sich Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vehement für eine Wiedereröffnung der Schulen ausgesprochen.