Neues aus der Wissenschaft im Mai: Die jüngsten Nachrichten in der Welt

31.05.17

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Welches sind die neuesten wissenschaftlichen Durchbrüche in der Welt? Das Team von Science.lu bietet Ihnen einen (nicht ausführlichen) Überblick über seine Auswahl für Mai 2017.

Inbetriebnahme der ersten Extraktionsanlage von CO2 aus der Luft

Die Extraktionsanlage von CO2 aus der Luft in der Schweiz ist seit dem 31. Mai in Betrieb. Das Unternehmen Climeworks, das dieses Projekt geplant hat, will zur Erhaltung der Umwelt durch die Begrenzung der Klimaerwärmung beitragen, aber auch durch den Weiterverkauf Gewinn mit dieser Ressource machen. Wie sieht der Prozess aus und welche Anwendungen sind denkbar?

Riesige Flügel saugen die Umgebungsluft in eine Leitung und ein Filterelement fängt die CO2-Moleküle ein. Die kohlendioxidfreie Luft wird wieder ausgeblasen, während das eingefangene CO2 als Gas durch Erhitzen der Filter auf 100°C gewonnen wird. Das CO2 kann seinerseits an Gewächshäuser als Nährstoff für die Pflanzen verkauft oder für die Herstellung von Biokraftstoffen verwendet werden.
Mehr Informationen: Climeworks & die Presse 

Eine unterschiedliche Wahrnehmung der Zeit je nach der/den gesprochenen Sprache(n)

Eine im Mai veröffentlichte und mit über 80 spanischsprachigen und/oder schwedischsprachigen Studenten durchgeführte Studie zeigt, dass die psychisch-physische Erfahrung (Wahrnehmung) von Zeit je nach Sprache unterschiedlich ist. Während die Schwedischsprachigen die Zeit in Form einer Strecke begreifen, nehmen sie die Spanischsprachigen als eine Menge wahr. Wie kann man nachweisen, dass die Sprache sehr wohl in die Reaktionen des Gehirns eingebunden ist?

Die Forscher haben ein Experiment entwickelt, indem sie die mentalen Bilder der Individuen heranziehen. Zur Bewertung der Zeit erstellt jedes Individuum ein mentales Bild, bevor es antwortet. Eine schwedischsprachige Person beispielsweise – welche die Zeit als Strecke wahrnimmt – wäre in ihrer Bewertung der Zeit gestört, wenn sie ein reales ähnliches Bild visualisiert. Sie kann aber korrekt antworten, wenn sie ein reales Bild visualisiert, das sich von ihrem mentalen Bild unterscheidet. Und wie machen es die Bilingualen?

Die Studie vermutet, dass die Zweisprachigen eine ganz eigene Auffassung der Zeit haben. Nicht außerhalb von Zeit und Raum, aber mit einer gewissen kognitiven Flexibilität. Mit anderen Worten: Die spanisch-schwedischsprachigen Bilingualen der Studie sind fähig, ihre Antwort je nach Kontext, in dem sie sich befinden, anzupassen.
Mehr Informationen: die Studie & die Presse

Produktion von Blutzellen: zwei neue, vielversprechende Methoden

Die Forscher veröffentlichen im Mai dieses Jahres zwei unterschiedliche, aber vielversprechende Protokolle für die Produktion von Blutzellen. Diese Entdeckung macht Hoffnung für die Patienten, die unter einer Blutkrankheit leiden, welche eine Knochenmarkstransplantation erfordert (z.B. Leukämie). Wie gehen sie vor?

Das erste Team verwendet menschliche Hautzellen und reprogrammiert sie zu induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). Die iPS-Zellen können verschiedene Zelltypen produzieren. Um die Produktion der iPS-Zellen anzustoßen, fügen die Forscher in ihr Genom (Gesamtheit der Gene) Transkriptionsfaktoren ein. Diese Faktoren sind „Polizei-Gene“, welche die anderen Gene kontrollieren. Nach der Injektion dieser modifizierten menschlichen Zellen (iPS-Zellen) in Mäuse wandeln sie sich in Zellen um, die Blutzellen und sogar Immunzellen produzieren können! Normalerweise nimmt man die Maus und ihre Zellen als Forschungsmodell. Doch in dieser Studie werden modifizierte menschliche Zellen in die Maus injiziert.

Das zweite Team extrahiert direkt Blutzellen von der Maus und injiziert ebenfalls Transkriptionsfaktoren. Diese Zellen werden dann in einer Petrischale unter Bedingungen kultiviert, welche die Umgebung der Blutgefäße nachbilden. Sobald diese Stammzellen in die Mäuse ohne Blut- und Immunzellen injiziert werden, können sie alles regenerieren.
Mehr Informationen: die eine Studie und die andere Studie & die Presse

Entdeckung von 40 Genen, die an der menschlichen Intelligenz beteiligt sind

Die Forscher haben 52 Gene nachgewiesen, die mit der Intelligenz beim Menschen in Beziehung stehen – davon waren 40 noch unbekannt. Dazu führten sie eine klinische Studie an über 78 300 Personen durch. Erwachsene und Kinder wurden Gentests und IQ-Tests unterzogen, um herauszufinden, welche Gene beispielsweise am Erfolg oder am Scheitern in der Schule, an autistischen Störungen usw. beteiligt sind. Diese Ergebnisse sind aber mit Vorsicht zu betrachten. Das Forscherteam erklärt zudem, dass die Gene nicht vollkommen für die Intelligenz eines Individuums verantwortlich sind, sondern dass man auch Umweltfaktoren berücksichtigen müsse. Zurzeit sind Intelligenztests auf Papier effizienter als Gentests.
Mehr Informationen: die Studie & die Presse

FENG, ein Verbundstoff, der gleichermaßen Mikrofon und Lautsprecher ist

Der Ferroelektret-Nanogenerator (FENG) ist ein sehr flacher und biegsamer Verbundstoff. Er kann akustische Vibrationen wahrnehmen und sie in Elektrizität umwandeln. Dank dieser Eigenschaft kann er wie ein Mikrofon funktionieren! Doch das ist noch nicht alles. Durch die Umwandlung der elektrischen Energie in mechanische Energie kann der FENG wie ein Lautsprecher verwendet werden. Die Forscher sehen zahlreiche künftige Anwendungen wie etwa sprechendes Papier, flexible Lautsprecher usw.
Mehr Informationen: die Presse und die Studie

Autor : Constance Lausecker
Foto : (C) Pixabay & Pexels

 

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