Jonk Fuerscher 2017: ein Preis in den USA für Camilla Hurst und ihre mikrobiologische Forschung

07.06.17

FJSL
LIST
École Européenne de Luxembourg
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Camilla Hurst, seit 2015 Preisträgerin des Jonk-Fuerscher-Wettbewerbs, setzt ihre mikrobiologischen Forschungen zur Verbesserung der Sauberkeit öffentlicher Flächen fort.

Die Nachwuchsforscherin der European School 1 von Luxemburg weist die Wirksamkeit von unbehandeltem Kiefernholz gegen die Übertragung von Bakterien nach und stellt einen Prototyp zur automatischen Desinfektion von Türgriffen vor.

Camilla Hurst, die bereits zweimal Preisträgerin des Jonk-Fuerscher-Wettbewerbs der Fondation Jeunes Scientifiques Luxembourg (FJSL) war und 2016 im internationalen Wettbewerb der Wissenschaften in Shanghai mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde, siegt im Jahr 2017 erneut beim nationalen Wettbewerb. Vor kurzem erhielt sie ebenfalls einen Preis bei der Intel ISEF in Los Angeles, dem grössten pre-universitären Wissenschafts-Wettbewerb der Welt. Das ist eine Premiere für Luxemburg: noch nie zuvor hat das Land bei diesem besonders kompetitiven Wettbewerb einen Preis mit nach Hause genommen. 

science.lu stellt das Projekt der jungen Wissenschaftlerin kurz vor. 

Eine junge Forscherin setzt sich mit aktuellen Problemen auseinander

Die Studie von Camilla Hurst könnte nicht nur ein wissenschaftliches Projekt sein, das in ihrem Gymnasium durchgeführt wurde, sondern sogar eine Alternative für den wiederholten Gebrauch von Antibiotika aufzeigen. Nach umfangreichen Recherchen in der Fachliteratur stellt diese entschlossene junge Frau fest, dass ein weiterhin steigender Einsatz von Antibiotika mit einer Antibiotikaresistenz der Bakterien einhergeht. „Die Zahl der Todesfälle durch diese Bakterienresistenz könnte auf 10 Millionen im Jahr 2050 ansteigen“, erklärt sie.

Nachdem sie die Identität der in ihrem Gymnasium vorkommenden Bakterien erforscht hat und auch Forschungen über Materialien, durch deren Oberfläche die Übertragung dieser Bakterien wirksam verhindert wird, durchgeführt hat, setzt sich Camilla nun mit zwei neuen Fragestellungen auseinander: Warum sind Kiefernholzflächen wirksamer als beispielsweise Kunststoffflächen? Durch welche neuen Anwendungen könnte man die Übertragung von Bakterien verringern?

Die wissenschaftliche Vorgehensweise gereicht zur Ehre

Die Nachwuchsforscherin versuchte herauszufinden, welche Kiefernbestandteile dem Kiefernholz seine antimikrobiellen Eigenschaften verleihen. Nachdem sie festgestellt hatte, dass sich die Bakterienanzahl in einem Reagenzglas durch einen mit Wasser zubereiteten Kiefernextrakt nicht signifikant verringerte, stellte Camilla eine neue Hypothese auf: Die antimikrobiellen Bestandteile der Kiefer sind hydrophob (nicht in Wasser löslich). Tatsächlich verringerte sich, nachdem sie in ihrem Extraktionsverfahren das Wasser durch Ethanol ersetzt hatte, die Bakterienanzahl, verglichen mit der Kontrollprobe, ungefähr um das Zehnfache. Camilla erläutert: „Vor der Anwendung des Kiefernextrakts in einem Reagenzglas war das Ethanol verdunstet, weil Alkohol Bakterien vernichten kann.“ Diese Ergebnisse deuten somit darauf hin, dass die in dem Kiefernharz enthaltenen hydrophoben Bestandteile antimikrobielle Eigenschaften besitzen.

Zerlegung zum besseren Verständnis

Um den Bestandteilen einen Namen zu geben, führte die Nachwuchsforscherin in den Räumen des Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) eine Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) durch. Mithilfe dieser Technik können alle in einer Probe vorhandenen Moleküle in Form von Spitzen sichtbar gemacht werden. Das Hydroxy-Pinoresinol konnte nachgewiesen werden, aber Camilla als strenge Wissenschaftlerin weist darauf hin, dass „es auch andere Moleküle sein könnten und dass rohes Kiefernholz stets die besten Ergebnisse liefert“.

Ein Prototyp zur Desinfektion von Flächen und Händen

Vorangegangene Tests von Camilla belegen, dass Türgriffe die Bereiche sind, in denen sich die meisten Bakterien ansiedeln. Aus diesem Grund stellt sie hierzu einen Prototyp vor. Wenn eine Person einen Türgriff anfasst, verteilt sich automatisch ein hydroalkoholisches Gel auf dem Gegenstand und der Handfläche. Eine einfache aber wirksame Methode, um die Bakterienübertragung zu verringern!

Autor : Constance Lausecker
Foto : (C) Jonk-Fuerscher

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